veröffentlicht am 15. Juli 2014 in Aktuelles/Neues von

Veränderung bei einer Depression – kann mir das helfen?

In der letzten Zeit blicke ich immer wieder zurück. Ich schaue auf meinen Weg, den ich bis jetzt gegangen bin. Ich sehe meine Fortschritte, sehe, wie ich immer wieder Hindernisse überwunden habe und gelernt habe trotz Depression meinen Weg zu gehen. Wenn ich dies alles rückwirkend betrachte kommt mir immer wieder ein Begriff in den Sinn. Veränderungen!

All das was ich geschafft habe, hängt mit diesem Begriff zusammen. Bei genauerer Betrachtung beschreibt dieser Begriff das Leben. Unser Leben ist geprägt vom Veränderungen. Egal ob es Veränderungen in der Familie, in der Partnerschaft, am Arbeitsplatz, in unserem Verhalten oder unserem Denken sind, sie sind allgegenwärtig. Veränderungen bewirken Neues und ist dies schlecht, ist uns die Möglichkeit gegeben, dass wir uns erneut verändern können.

 

Veränderungen und Depression

Auch im Bezug auf meine Depression spielen Veränderungen in meinem Leben eine ganz entscheidende Rolle, denn nur durch sie, bin ich dort wo ich jetzt bin. Mir geht es besser. Es war ein suchender, schwerer, harter und langer Weg, der mir und vor allem meiner Art zu denken und zu fühlen einiges abverlangt hat. Veränderung können langwierig sein und im ersten Augenblick ganz schön weh tun, doch meiner Ansicht nach müssen sie sein, um voran zu kommen.

Dabei ist es schon eine Leistung, die Annerkennung verdient, wenn man in seinem Leben den Entschluss fast etwas zu verändern. Egal ob man unter einer Depression erkrankt ist oder nicht. Ein weiterer schwieriger Schritt ist, an dieser Veränderung zu arbeiten und diese umzusetzen. Gerade wenn man Probleme damit hat Entscheidungen zu treffen. Trotzdem ist es machbar.

Bei mir war es so, dass die Veränderungen meiner Denk- und Ansichtsweisen ein wirklich hartes Stück Arbeit waren. Es ist nicht einfach von diesen negativen Gedanken weg zu kommen. Jedoch habe ich es geschafft, wie schon so vieles in meinem Leben. Um mit meiner Depression normal und angenehm leben zu können, mussten jedoch nicht nur Veränderungen in meiner Denk- und Ansichtweise stattfinden. Da bei einer ganzheitlichen Betrachtung noch einiges mehr schief lief.

 

Tiefgreifende Veränderungen um die Depression in den Griff zu bekommen

Letztendlich waren es teilweise sehr tiefgreifende Veränderungen und Einschnitte, die ich in meinem Leben vornehmen musste. Alles begann damit, dass ich mich erst einmal richtig kennen und verstehen lernen musste. Ich musste erkennen was mir gut tut und was weniger gut für mich ist und danach auch handeln. So kam es, dass ich einsehen musste, dass ich mehr Schlaf als andere brauche. Dass ich einen geregelten Tagesablauf und vor allem geregelte und normale Arbeitszeiten (keine Spätschicht bis 22:00 Uhr oder länger) brauche und das ich eine andere Sportart benötige, da ich einfach nicht mehr neunzig Minuten beim Fußball durchlaufen konnte und das Ganze noch drei Mal in der Woche. Zudem weiß ich, dass mir zu viel Alkohol und Party nicht gut tun.

Also begann ich Stück für Stück auch diese Dinge in Angriff zu nehmen. Ich lies die Partys weg, begann noch weniger Alkohol zu trinken, ich achtete darauf genügend Schlaf zu bekommen und entschloss mich dazu, noch eine Ausbildung im kaufmännischen Breich zu machen. Gerade das Thema zweite Ausbildung ist nicht ohne gewesen. Schließlich bedeutet dies wesentlich weniger Geld und mehr Stress. Jetzt weiß ich jedoch, dass es die beste Entscheidung war. Mit dem Lernstress komme ich klar, sogar so gut, dass ich wahrscheinlich eine Klasse überspringen kann und somit ein Jahr eher mit der Ausbildung fertig werde. Wegen einer Umschulung habe ich damals gar nicht gefragt, da ich weiß, wie das Arbeitsamt mit solchen Anfragen umgeht. Die Arbeitsagentur ist nur an ihrer Statistik interessiert, der einzelne Mensch oder die Gesundheit interessiert dort leider wenig. Zumindest ist dies mein Eindruck und meine Erfahrung.

 

Veränderungen haben Gutes bewirkt

Letztendlich kann ich sagen, dass mir die anfangs so sehr gefürchteten Veränderungen sehr viel Gutes gebracht haben. Sie haben mich freier, überlegter und glücklicher gemacht. Ja, die Veränderungen haben mir geholfen meine Depression einzudämmen und mein Leben wesentlich angenehmer und positiver zu machen.


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