veröffentlicht am 18. März 2016 in Depression und Angststörung, Neurotansmitter und Botenstoffe von

Venlafaxin ist ein Wirkstoff, welcher der Antidepressiva-Gruppe (Serotonin-Noradrenalin-Wiederaufnahmehemmer, SSNRI) zugeordnet wird. Eingesetzt wird er bei Patienten mit Angststörungen, Depressionen und Panikattacken. Zu den besonders häufigen Nebenwirkungen des Wirkstoffes zählen Magen-Darm-Beschwerden und Kopfschmerzen.

Geeignet ist das Medikament nicht für Patienten unter 18 Jahren, die zudem zentral-dämpfende Präparate einnehmen müssen. Dieser Ratgeber zu Venlafaxin enthält alle wichtigen Informationen zu diesem Thema.

 

Welche Anwendungsgebiete gibt es für Venlafaxin?

Der Wirkstoff Venlafaxin wird speziell als Antidepressivum eingesetzt. Das gilt nicht nur für das akute Auftreten von Depressionen, sondern auch zur Erhaltung und zur Vermeidung neuer Schübe.

Darüber hinaus wird das Mittel auch bei einer generalisierten Angststörung und verschrieben. Es kann außerdem vorkommen, dass Venlafaxin eingesetzt wird, um Kopfschmerzen, nämlich Spannungskopfschmerz oder Migräne und ADHS vorzubeugen.

Allerdings ist das Mittel für diese Erkrankungen nicht zugelassen. Wird es dennoch zu diesen Zwecken verschrieben, handelt es sich um eine sogenannte off-label-Verordnung.

Auch bei Panikattacken wird oft Venlaxafin verschrieben.

 

Die Geschichte rund um Venlafaxin

Venlafaxin wurde in Deutschland 1995 als erstes Mittel zugelassen, dass zur Gruppe selektiver Serotonin-Noradrenalin-Wiederaufnahmehemmer gehört. Direkt nach der Zulassung wurde der Wirkstoff als Antidepressivum freigegeben. Im späteren Verlauf wurden zusätzliche Erkrankungen damit behandelt.

Das Pharmaunternehmen Pfizer inc. hatte bis Ende 2008 das Patent für den Wirkstoff Venlafaxin. Danach kamen viele Nachahmungsmittel auf den Markt, bei denen es sich um Venlafaxin-Generika handelt.

 

Informationen zur Wirkung und zum Wirkstoff Venlafaxin

Wie bereits erwähnt, wird das Mittel Venlafaxin der Gruppe selektiver Serotonin-Noradrenalin-Wiederaufnahmehemmer zugeordnet. Bei Noradrenalin und Serotonin handelt es sich um zwei Botenstoffe, die innerhalb der Hirnzellen Nervensignale senden. Die Zellen schütten die Botenstoffe aus und binden sie an bestimmte Rezeptoren angrenzender Zellen an.

Danach nehmen die ursprünglichen Nervenzellen die Botenstoffe erneut auf und inaktivieren sie wieder. Hier setzt die Wirkung von Venlafaxin ein, denn der Wirkstoff hemmt die Wiederaufnahme, sodass Serotonin und Noradrenalin ihre Wirkung länger aufrechterhalten können. Das ermöglicht den positiven Effekt der Stimmungsaufhellung und Antriebssteigerung.

In der Regel wird Venlafaxin als Venlafaxinhydrochlorid in Salzform zur Verfügung gestellt. Nachdem das Medikament oral eingenommen wurde, kommt es zur Verstoffwechselung in der Leber. Die Bioverfügbarkeit von Venlafaxin liegt bei 40 Prozent, was nichts anderes bedeutet, dass 40 Prozent des Mittels im Körper verwertet werden können.

Sobald Venlafaxin in der Leber verstoffwechselt wurde, wird das Mittel fast vollständig durch die Nieren wieder ausgeschieden. Die höchste Konzentration des Präparats im Blutserum erfolgt nach circa zwei Stunden. Wird Venlafaxin mehrfach eingenommen, sind im Blutspiegel nach ungefähr drei Tagen stabile Werte zu erwarten.

 

Wann tritt die Wirkung von Venlafaxin ein?

Die Wirkung in Bezug auf die Stimmungsaufhellung ist in der Regel nach zwei bis vier Wochen spürbar. Das Präparat steht in Form von Tabletten respektive Kapseln bereit. Die Wirkung kann sofort oder zeitverzögert eintreten. Der behandelnde Arzt entscheidet, welche Art von Medikament Patienten erhalten.

Dies wird auf dem Rezept vermerkt, das der Patient in der Apotheke einreichen muss, um Venlafaxin zu erhalten. Medikamente mit zeitverzögerndem Wirkungseintritt werden auch Retardpräparate genannt.

Es gibt also zum einen Tabletten, die sofort wirken. Das heißt, der Wirkstoff wird unmittelbar im Körper des Patienten freigesetzt, sobald das Mittel eingenommen wird. Diese Tabletten werden in der Regel zweimal pro Tag in einer 37,5 Milligramm Dosis eingenommen, nämlich am Morgen und am Abend.

Tabletten, deren Wirkung später eintritt, verfügen über eine Depotwirkung. Diese Form von Behandlung muss meistens nur einmal pro Tag eingenommen werden. Wann genau das erfolgt ist eher sekundär. Dennoch müssen Patienten darauf achten, dass das immer zum möglichst selben Zeitpunkt geschieht, denn nur so bleibt der Wirkstoff im Blut erhalten.

Wer unter Schlafstörungen leidet, sollte Venlafaxin am besten bereits am Morgen einnehmen.

 

Welche Nebenwirkungen können bei der Einnahme von Venlafaxin auftreten?

Zu den besonders häufigen Nebenwirkungen von Venlafaxin gehören Magen-Darm-Störungen, zum Beispiel Erbrechen, Übelkeit und Verstopfung, Kopfschmerzen, ein erhöhtes Kariesrisiko, bedingt durch Mundtrockenheit sowie Schwitzen.

Zu den seltenen Nebenwirkungen von Venlafaxin zählen eine Gewichtsabnahme, Schlaflosigkeit, ungewöhnliche Träume und der Libidoverlust.

Hin und wieder kann es vorkommen, dass es zur Gewichtszunahme bei Patienten kommt. Hautreaktionen, Geschmacksveränderungen und Orgasmusstörungen bei den weiblichen Patienten zählen auch zu den gelegentlichen

 

Nebenwirkungen von Venlafaxin im Überblick

 

Häufige Nebenwirkungen von Venlafaxin

  • Magen-Darm-Störungen wie Erbrechen, Übelkeit und Verstopfung
  • Kopfschmerzen
  • erhöhtes Kariesrisiko durch Mundtrockenheit
  • Schwitzen

Seltene Nebenwirkungen

  • Gewichtsabnahme
  • Schlaflosigkeit
  • ungewöhnliche Träume
  • Libidoverlust

Gelegentliche Nebenwirkungen

  • Hautreaktionen
  • Geschmacksstörungen
  • Orgasmusstörungen bei weiblichen Patienten

 

Es handelt sich um keine vollständige Auflistung aller möglichen Nebenwirkungen.

 

In welcher Dosierung steht Venlafaxin zur Einnahme bereit?

Beispiel: Venlaxafin Tablette 225 Mg

Beispiel: Venlaxafin Tablette 225 Mg

Das Mittel Venlafaxin wird immer in Oralform verabreicht, und zwar als Tabletten oder Kapseln. Wie bereits geschildert, tritt die Wirkung sofort oder verzögert ein. Sollen Depressionen oder generalisierte Angststörungen behandelt werden, nehmen Patienten zu Beginn der Therapie eine Dosis von 75 Milligramm täglich in Form von zwei Tabletten ein.

Falls es erforderlich ist, kann die Dosis auch erhöht werden, nämlich auf 150 Milligramm täglich. Dann müssen Patienten drei Tabletten oder Kapseln pro Tag einnehmen. Die höchste Dosis liegt bei 375 Milligramm täglich.

Damit sich ein Behandlungserfolg einstellt, muss Venlafaxin regelmäßig eingenommen werden. Ansonsten ist es möglich, dass der Gehalt des aktiven Serotonins und Noradrenalins sinkt, der sich außerhalb der Nervenzellen befindet. Es ist nicht notwendig, weitere Kombinationspräparate einzunehmen. Falls doch, sollte vorher eine Beratung durch den behandelnden Arzt erfolgen.

 

Was ist bei einer Überdosierung mit dem Wirkstoff zu tun?

Falls es zu einer Überdosierung mit Venlafaxin kommt, treten verschiedene Erscheinungen auf. Dazu zählen Schwindel, Erbrechen, Krämpfe, Schläfrigkeit, Pulserniedrigung, Pulsbeschleunigung, Pupillenerweiterung und niedriger Blutdruck. Wenn Patienten diese Erscheinungen bemerken, sollten sie sich sofort um ärztliche Hilfe bemühen.

 

Gibt es Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten oder Substanzen?

Während der Therapie mit Venlafaxin, sollte der Konsum von Alkohol vermieden werden.

Venlafaxin sollte nicht eingenommen werden, wenn der Patient mit MAO-Hemmern behandelt wird, bei denen es sich ebenfalls um Antidepressiva handelt. Dasselbe gilt für Serotoninvorläufer, beispielsweise Tryptophan. Dann ist es möglich, dass Venlafaxin das Serotonin-Syndrom verursachen kann. Hier handelt es sich um einen Blutdruckanstieg, der lebensbedrohlich ist.

Das zeigt sich an Körperüberhitzung, Krämpfen und Erregung. Die Einnahme muss daher in einem Mindestabstand von zwei Wochen erfolgen, falls es erforderlich ist, MAO-Hemmer und Venlafaxin einzunehmen.

Des Weiteren können auch bei anderen Medikamenten Wechselwirkungen eintreten. Zu diesen Präparaten gehören Medikamente, die das Immunsystem unterdrücken sollen wie Sirolimus, Ciclosporin und Tacrolimus. Das gilt außerdem für Anti-Pilzmittel wie Ketoconazol, Clotrimazol oder Itraconazol.

In Kombination mit unterschiedlichen Antidepressiva kann es außerdem zu Wechselwirkungen kommen. Dazu zählen Fluoxetin, Citralopram, Impipramin, Clomipramin, Amitriptylin, Escitalopram, Sertralin und Norfluoxetin.

Darüber hinaus sind Wechselwirkungen mit starken Schmerzmitteln möglich wie Alfentanil, Fentanyl, Codein und Methadon. Zudem mit Cholesterinsenkern wie Simvastatin, Lovastatin oder Atorvastatin.

Vorsicht ist bei Patienten mit Suizidgedanken, erhöhtem Augeninnendruck und Epilepsie geboten.

 

Venlaxafin absetzen

Speziell am Anfang der Therapie oder beim Absetzen von Venlaxafin kann das Reaktions- und Urteilsvermögen leiden. Beim Bedienen von Maschinen oder Autofahren müssen Patienten deshalb vorsichtig sein.

Soll Venlafaxin abgesetzt werden, soll das nur schrittweise in immer geringer werdenden Dosen durchgeführt werden. Andernfalls kann es zu bestimmten Erscheinungen kommen, zu denen psychische Veränderungen wie Verwirrtheit, Angstgefühle oder Wahrnehmungsstörungen zählen.

Neurologische Störungen sind ebenfalls möglich, nämlich Schwindel, Kopfschmerzen, Appetitlosigkeit, vegetative Störungen und Empfindungsstörungen.

 

Erfahrungen mit Venlafaxin

Patienten, die Venlafaxin eingenommen haben, berichten über die Erfahrung, dass sich in den ersten Tagen ein Zittern der Hände und Füße gezeigt hat. Eine innere Unruhe und intensive Träume stellten sich ebenfalls ein. Zu Beginn trat ebenfalls Durchfall auf, was sich jedoch nach etwa zwei Wochen wieder normalisierte.

Die anderen möglichen Nebenwirkungen von Venlafaxin zeigten sich ebenfalls bei unterschiedlichen Patienten. Der Wirkungseintritt erfolgte durchschnittlich nach etwa drei Wochen. Insgesamt fallen die Erfahrungen mit Venlaxafin besonders bei Patienten mit Depressionen und Angststörungen eher positiv aus.

 

Quellen


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