veröffentlicht am 10. Juli 2016 in Depression und Angststörung, Neurotansmitter und Botenstoffe von

Trimipramin ist ein Wirkstoff, der zu den ältesten Medikamenten im Bereich Antidepressiva gehört. Er wird bei Depressionen und Angststörungen verabreicht. Genauer gesagt handelt es sich um trizyklische Antidepressiva. Der Wirkstoff ist angstlösend, stimmungsaufhellend, beruhigend und schlaffördernd.

Daher wird Trimipramin hauptsächlich verschrieben, um Depressionen zu behandeln, die sich in Form von Schlafstörungen, Angst und Unruhe zeigen. In diesem Ratgeber werden alle Informationen zu diesem Wirkstoff erläutert.

 

Anwendungsgebiete – wann wird Trimipramin eingesetzt?

Da Trimipramin eine antidepressive und beruhigende Wirkung hat, außerdem angstlösend und schlaffördernd wirkt, kommt der Wirkstoff bei depressiven Erkrankungen eingesetzt. Er beruhigt, löst Angstzustände und Schlafstörungen.

Erfolgt eine dauerhafte Schmerztherapie, ist es möglich, dass Trimipramin die Wirkweise der eingesetzten Schmerzmittel verstärkt. Der Grund dafür ist, dass er dabei behilflich ist, Abstand von den Schmerzen zu nehmen. Das Mittel selbst wirkt sich jedoch nicht schmerzlindernd aus.

Sollen endogene Depressionen behandelt werden, also Depressionen mit genetischen oder inneren Ursachen, wird Trimipramin nur bedingt eingesetzt. Bei diesen Erkrankungen werden in erster Linie Atypische Antidepressiva und selektive Serotonin-Wiederaufnahme-Hemmer verschrieben, zu denen Mitrazapin und Venlafaxin gehören.

Trimipramin wird auch bei Menschen eingesetzt, die von Opioiden abhängig sind, um die Entzugssymptome abzumildern, zu denen Unruhe und Angst zählen.

 

Die Geschichte zu Trimipramin

In den 50er Jahren des letzten Jahrhunderts wurden trizyklische Antidepressiva entwickelt, weshalb diese zu den ältesten Medikamenten dieser Art gehören. Bei Imipramin handelte es sich um den ersten Wirkstoff innerhalb der Gruppe der Medikamente gegen Depressionen.

In der Folge wurden weitere Antidepressiva entwickelt, die diesem Wirkstoff ähnelten. Dazu gehörte auch Trimipramin, das 1961 für Patienten freigegeben wurde.

 

Informationen über den Wirkstoff

Psychische Erkrankungen, zu denen auch Depressionen gehören, werden durch falsche Signalübertragungen verursacht, die zwischen den Nervenzellen des Gehirns erfolgen. Das sorgt für eine Störung der Gehirnfunktion. Die Signale werden durch unterschiedliche chemische Botenstoffe übertragen.

Bei diesen handelt es sich um Neurotransmitter. Nervenzellen schicken Botschaften an gewisse Rezeptoren der benachbarten Zellen. Auf diese Weise wird ein bestimmtes Signal weitergegeben, das entweder hemmend oder erregend ist. Danach nimmt die ursprüngliche Zelle den Botenstoff wieder auf. Dadurch wird das Signal beendet.

Erkrankt jemand an Depressionen ist die Übertragung der Signale gestört und wird mit Antidepressiva behandelt. Diese sorgen für das Verlängern oder Hemmen der Wirkweise von Botenstoffen und wirken sich angstlösend, beruhigend oder stimmungsaufhellend aus.

Wie bereits erwähnt, wird Trimipramin der Gruppe trizyklischer Antidepressiva zugeordnet. Dennoch gibt es Unterschiede zu den weiteren Mitteln dieser Gruppe. Beispielsweise hemmt es die Wiederaufnahme der Botenstoffe Serotonin und Noradrenalin so gut wie nicht in der ursprünglichen Zelle. Deshalb ist seine antidepressive Wirkung schwächer als die von zahlreichen anderen Mitteln dieser Gruppe.

Dafür ist die angstlösende und beruhigende Wirkung von Trimipramin stärker. Das ist speziell deshalb möglich, weil das Mittel die jeweiligen Rezeptoren der Neurotransmitter Acetylcholin. Dopamin, Histamin und Serotonin besetzt.

 

Welche Nebenwirkungen hat Trimipramin?

Zu den häufigsten Nebenwirkungen des Mittels gehören Verstopfung, Benommenheit, Müdigkeit, Schwindel, Mundtrockenheit, Zunahme von Appetit und Gewicht, Anpassungsschwierigkeiten der Sicht in Bezug auf Nähe und Ferne und Schwitzen.

Oftmals kommen weitere Nebenwirkungen wie Magenschmerzen, Übelkeit, Schlafstörungen und innere Unruhe hinzu. Diese könnten jedoch auch Symptom einer Depression sein.

Die Einnahme von Trimipramin kann außerdem zu sexuellen Funktionsstörungen, Störungen der Blasenentleerung oder zu Hautausschlägen führen.

Seltenere Nebenwirkungen nach der Einnahme von Trimipramin sind Blutbildveränderungen, Verwirrtheit, Ohrgeräusche, Leberfunktionsstörungen, Haarausfall, Darmverschluss oder Harnverhalt. Bei letzterem kann kein Wasser mehr gelassen werden.

 

Nebenwirkungen im Überblick

Häufige Nebenwirkungen

  • Benommenheit
  • Müdigkeit
  • Schwindel
  • Mundtrockenheit
  • Zunahme von Appetit und Gewicht
  • Anpassungsstörungen der Sicht
  • sexuelle Funktionsstörungen
  • Störungen der Blasenentleerung
  • Hautausschläge

 

Seltene Nebenwirkungen

  • Blutbildveränderungen
  • Verwirrtheit
  • Ohrgeräusche
  • Leberfunktionsstörungen
  • Haarausfall
  • Darmverschluss
  • Harnverhalt

 

Die Dosierung von Trimipramin

Angewendet wird Trimipramin in Form von Tropfen, Lösung oder Tabletten. Welche Dosis Patienten einnehmen müssen, bestimmt der Arzt. Handelt es sich um eine depressive Erkrankung, wird die Dosierung von Trimipramin in der Regel zwischen 25 und 50 Milligramm täglich festgelegt.

Bei der Einnahme von Tropfen werden meistens 25 bis 50 Tropfen täglich eingenommen. Falls es erforderlich ist, kann der Arzt die Dosierung nach und nach erhöhen. Dann erfolgt die Einnahme bei einer mittelschweren Depression zwischen 100 und 150 Milligramm täglich.

Bei schweren depressiven Erkrankungen kann die Dosis auf zwischen 300 und 400 Milligramm erhöht werden. Die höchste tägliche Dosis wird mit 400 Milligramm Trimipramin angegeben und darf nicht zusätzlich erhöht werden. Da Trimipramin sich sehr beruhigend auswirkt, ist es empfehlenswert, die höchste Tagesdosis abends einzunehmen.

Werden chronische Schmerzen behandelt, erfolgt zu Beginn eine Dosierung mit 50 Milligramm Trimipramin täglich. Diese lässt sich dann auf die maximal tägliche Dosis von 150 Milligramm anheben. Leiden Patienten unter Schlafstörungen und fehlen depressive Anzeichen, reicht eine Dosis zwischen 25 und 50 Milligramm abends aus, um diese zu behandeln.

Bei älteren Erkranktem und Menschen mit Erkrankungen der Leber oder der Niere muss die Dosis entsprechend dem Krankheitsbild angepasst werden.

 

Was ist bei einer Überdosierung mit Trimipramin zu tun?

Wenn es zu einer Überdosierung des Medikaments gekommen ist, zeigt sich das an unterschiedlichen Erscheinungen. Dazu gehören Krämpfe, niedriger Blutdruck, Atemstörungen oder Bewusstseinsstörungen. Sobald der Verdacht einer Überdosierung aufkommt, sollten Patienten auf direktem Wege den Kontakt zu einem Arzt suchen.

Mögliche Symptome bei einer Überdosierung von Trimipramin:

  • Krämpfe
  • niedriger Blutdruck
  • Atemstörungen
  • Bewusstseinsstörungen

 

Welche Wechselwirkungen können durch Trimipramin entstehen?

Wer Trimipramin einnehmen muss, sollte die Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten kennen. Es sollte nicht parallel zu Mitteln mit zentral dämpfender Wirkung eingenommen werden, zu denen starke Schmerzmittel und Schlafmittel zählen. Auch der Konsum von Alkohol darf nicht erfolgen.

Anticholinergika dürfen ebenfalls nicht eingenommen werden, zu denen Atropin gehört. Auf Antiparkinsonmittel müssen Patienten auch verzichten, ebenso wie auf gewisse Medikamente gegen Herzrhythmusstörungen, zum Beispiel Amiodaron oder Cindin.

Des Weiteren darf Trimipramin nicht zusammen mit Medikamenten gegen Harnverhalten, Darmlähmung und schwere Herzerkrankungen eingenommen werden.

Bei an Epilepsie erkrankten Menschen, schweren Nieren- und Leberschäden ist bei der Einnahme von Trimipramin Vorsicht angeraten.

 

Trimipramin absetzen

Die Behandlung mit diesem Mittel muss langsam und unter Aufsicht eines Arztes beendet werden, das heißt, Trimipramin muss zwingend Schritt für Schritt abgesetzt werden. Wird das Mittel zu plötzlich abgesetzt, können grippeähnliche Symptome, Unruhe, Stimmungsschwankungen und erhöhte Suizidgefahr auftreten.

 


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