veröffentlicht am 23. Juli 2013 in Tagesklinik-meine ersten zwanzig Tage von

Der Alltag in der Tagesklinik beginnt. Um neun Uhr fand für mich das erste Mal die Gruppentherapie statt. Die Hälfte der großen Gruppe hat Gruppentherapie und die andere Hälfte macht Kunsttherapie. Das bedeutet, wir sind innerhalb der Gruppe für die Bewegungstherapie, Kunsttherapie und die Gruppentherapie noch einmal in zwei Gruppen unterteilt. Diese Gruppen bleiben so bei den Therapien auch immer zusammen.

Es war heute eine sehr kleine Gruppe und wir starteten noch einmal mit einer kleinen Vorstellungsrunde. Unsere Therapeutin erklärte zudem ganz kurz worum es in der Gruppentherapie geht und das jeder sich so beteiligen kann wie er möchte. Sollte es für einen Patienten zu heftig werden, besteht jederzeit die Möglichkeit stopp zu sagen. Bei einem Stopp wird das Gespräch unterbrochen, bis es dem Patienten wieder besser geht. Natürlich wurde auch noch einmal darauf hingewiesen, dass die Themen die in der Gruppe angesprochen werden, nicht anderen Mitpatienten oder gar außerhalb der Tagesklinik erzählt werden.

Ich hielt mich heute etwas zurück, da ich mir erst einmal anschauen wollte wie die Gruppentherapie so abläuft. Zur Atmosphäre kann ich sagen, dass es schon ungewohnt für mich war. Ich finde, dass unsere Therapeutin die Gruppe wirklich gut leitet. Sehr angenehm.

Anfangs wurde gefragt, wer ein Thema hat. Hat man kein Thema, ist das auch in Ordnung. Die Patienten, die ein Thema hatten, haben dies dann nacheinander angesprochen. Ich hatte das Gefühl, dass jeder genug Zeit hatte über sein Problem, Thema oder Anliegen zu sprechen. Die Gruppe lieferte verschiedene Ansichtsweisen, das heißt, jeder berichtete aus seiner Perspektive. Wichtig ist noch zu bemerken, dass es nicht darum geht den anderen zu beraten oder womöglich nieder zu machen. Es geht viel mehr darum, Hilfestellung zu geben und das Thema auf die eigene Persönlichkeit zu reflektieren.

Um elf Uhr waren wir schwimmen. Ich kann euch beruhigen, es geht beim Schwimmen nicht darum, besonders schnell zu schwimmen oder der Erste zu sein. Es wird ganz normal geschwommen, hierbei sollten wir unseren Körper genau beobachten. Es war wirklich eine sehr lockere Atmosphäre. Ganz wichtig, die Therapeutin hat darauf geachtet, dass niemand etwas machen muss, bei dem er/sie sich unwohl fühlen. Es besteht sogar die Möglichkeit, etwas früher als die anderen aus der Umkleide zu kommen sodass man bereits im Wasser ist, wenn die anderen kommen und so nicht an allen vorbei laufen muss.

Nach dem Schwimmen gab es Mittagessen. Danach haben wir einen Ausflug zum Wildgatter gemacht. Es war wirklich schön, die Sonne hat gestrahlt und man konnte sich mal außerhalb der Tagesklinik unterhalten. Ich muss zugeben, dass ich am Anfang ein etwas komisches Gefühl hatte von jemanden erkannt zu werden, doch dieses Gefühl war schnell verflogen. Zum Ausklang haben wir gemeinsam noch etwas getrunken, danach ging es nach Hause.


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