veröffentlicht am 27. Dezember 2014 in Depression und Angststörung von

Ist Selbsthilfe bei einer Depression möglich?

Ja, Selbsthilfe bei einer Depression ist möglich. Auch wenn eine ärztliche Begleitung bei dieser Krankheit sehr wichtig ist, können Betroffene zusätzlich Selbsthilfe leisten. Damit meine ich natürlich nicht, eine Medikation auf eigene Faust durchzuführen, denn die Einnahme von Medikamenten und Antidepressiva sollte immer mit einem Arzt abgestimmt werden.

 

Selbsthilfe bei einer Depression, womit könnte ich anfangen?

Ich denke es ist sehr wichtig, dass man sich selber kennenlernt. Damit meine ich, dass man sich einige Fragen stellen sollte.

  • Warum reagiere ich in dieser Situation so?
  • Was belastet mich?
  • Wie kann ich das ändern?
  • Was tut mir gut?

Diese Fragen spielen meiner Ansicht nach auch eine Rolle bei der medizinischen Behandlung der Krankheit. Denn häufig wird auf diese Fragen auch in den Therapiesitzungen eingegangen. Es ist allgemein so, dass die Selbsthilfe die medizinische Behandlung unterstützt. Jedoch sind die Fragen auch für uns von großer Bedeutung. Warum? Durch diese Fragen lernen wir uns besser kennen, werden achtsamer, bemerken früh Anzeichen einer depressiven Phase, finden heraus wobei wir abschalten können und bei welchen Aktivitäten wir uns entspannen können. Somit wird es uns nach ein bisschen Übung möglich sein, belastende Situationen zu vermeiden und Maßnahmen, die uns gut tun, einzusetzen.

 

Entspannungsübungen

Entspannungsübungen zur Selbsthilfe bei einer depressiven Phasen können bei regelmäßiger Durchführung helfen, dass wir den Alltagsstress für einige Zeit hinter uns lassen und durch die Entspannung eine andere Sicht auf die Dinge bekommen. Ich habe hier im Blog bereits verschiedene Entspannungsübungen wie zum Beispiel, die Progressive Muskelentspannung, Achtsamkeitsübungen oder die 5-4-3-2-1 Übung beschrieben. Aber auch Spaziergänge und Sport sind ein Mittel um uns selbst zu helfen. Es gilt wie so oft, ausprobieren und schauen was einem gut tut.

Habt ihr weitere Ideen die zu dem Thema, dann teilt sie uns mit. Denn nur so ist es möglich, viele verschiedene Eindrücke und Ansichtsweisen zu sammel und dadurch gute Informationen bereit zu stellen.


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6 Kommentare

Es gibt viele Möglichkeiten durch Selbsthilfe Depressionen entgegenzutreten. Das Wichtigste ist es jedoch sich selbst anzuerkennen, an seinem Selbstwert zu arbeiten. Für depressive Menschen ist es ganz wichtig etwas mehr an EGO zu zeigen, d. h. die Anerkennung nicht mehr von Außen zu erwarten. Dadurch entsteht der Effekt, das die Person wieder bemerkt, was für sie wichtig ist und nicht für Andere. Aus der Sucht nach Anerkennung auszusteigen und falsche Abhängigkeiten sein zu lassen, nur um Lob und Liebe von Außen zu bekommen.

Viele Grüße

Michael Büchler

Hallo,
ich stimme zu 100% zu. Das mit der Anerkennung von Außen ist ein riesen Problem und macht einem ganz schön zu schaffen. Auch das eigene Ego aufbauen ist ganz wichtig. Jedoch brauchen diese Dinge Zeit. Trotzdem sollte man es immer wieder versuchen, es dauert zwar, aber es ist möglich! Immer dran bleiben und es erneut probieren, habe es auch durch. Trotzdem gibt es auch nach länger Zeit immer wieder Rückschläge. Diese gehören dazu und sollten einen nicht zum Aufgeben veranlassen.
LG
Dennis

Eine tolle bzw. unterstützende Selbsthilfe zur Depression ist bei mir die Glücksbox. Man benötigt eine Box oder Einmachglas und kleine Zettelchen (ich habe bunte 🙂 Wenn ich ein schönes Erlebnis hatte halte ich dieses auf einem Zettel fest, falte ihn und lege ihn in die Box. Wenn es mir mal nicht so gut geht hole ich meine Glücksbox und schmöker darin. Dann kommt mir automatisch ein Lächeln. 🙂

Diese Homepage ist sehr informativ und schön gestaltet. Da ich selbst betroffen bin weiß ich wie schwer es ist Akzeptanz für diese Krankheit zu bekommen.

Aber gemeinsam können wir es schaffen!

Lieben Gruß
Verena

Hallo!

Von einer Glücksbox habe ich vorher noch nie etwas gehört. Denke auch das es für viele nicht ausreicht… Doch ist es super wenn es dir hilft. Genau das ist wichtig, erkennen was einem gut tut und was nicht. Was holt mich aus meinen depressiven Phasen bzw. was heitert meine Stimmung in diesen Phasen auf. Das zu wissen ist schon viel wert.

Danke für deine Anregung und schön wenn dir die Seite gefällt. Steckt viel Arbeit drin.

Hallo,
meine Therapeutin hat mir ein Positiv-Tagebuch empfohlen. Da drin soll ich für jeden Tag mindestens 3 positive oder schöne Sachen festhalten.
Das klappt natürlich unterschiedlich gut, inzwischen hab ich es aber schon ein Jahr und es ist durchaus spannend nochmal zu gucken was vor einem Jahr war.

Cheers,
Ferdinand

Ja, dies ist eine gute Idee. So konzentriert man sich auf das Positive. Es ist ja leider so, dass wir genau das übersehen oder nicht wahrnehmen. Ich finde das geht so ein bisschen in die Richtung Affirmationen.
LG
Dennis