veröffentlicht am 6. März 2016 in Psychotherapieformen von

Psychotherapie Depression

Psychotherapie Depression – Depressionen, Angststörungen, Verhaltensauffälligkeiten und seelische Beschwerden sind Krankheitszustände, die durch Psychotherapie behandelt werden können. Dabei kann die Vergangenheit des Betreffenden untersucht werden, um einengende Glaubensmuster zu finden, die in der Kindheit gelegt wurden und den Betreffenden in der Gegenwart blockieren. Oder es wird an aktuellen Lebenssituationen gearbeitet, um eine Änderung im Verhalten der Person zu erreichen.

 

Psychotherapie hilft bei Depression und Persönlichkeitsstörungen

Für manche Menschen ist es nur das Gefühl, dass irgend etwas nicht stimmt. Eine innere Unzufriedenheit, das Gefühl von Sinnlosigkeit und Depression machen das Leben schwer. Andere sehen sich plötzlich mit der Angst vor Spinnen konfrontiert, meiden hohe Treppen, ekeln sich vor bestimmten Gerüchen oder leiden an Klaustrophobie. In jedem Fall zeigen sich Gefühle im Menschen, die ihn davon abhalten, sein Leben normal zu leben. An diesem Punkt kommt die Psychotherapie ins Spiel, die Körper und Seele wieder in Einklang bringen soll. Erlernte Muster, traumatische Erfahrungen oder ein gefühlloses Umfeld in der Kindheit prägen die Wahrnehmung und Handlungsweise eines Menschen. Auch dann, wenn schon Jahrzehnte vergangen sind. Bewusstes Hinterfragen und das Aufdecken der Ursachen sowie die Linderung der depressiven Symptome und Ängste sind Inhalt und Ziele der psychotherapeutischen Arbeit.

 

Umprogrammieren mit Verhaltenstherapie

Phobien und Depressionen lassen sich durch eine Verhaltenstherapie gut behandeln. Bei dieser Therapieform wird weniger nach dem Warum gefragt. Stattdessen wird die angstbesetzte Situation im Hier und Jetzt bearbeitet. Zum Beispiel wird ein Patient mit Höhenängsten, bewusst mit Treppen, Leiter und Türmen konfrontiert, die er besteigen muss. Da dies kontrolliert und in Begleitung geschieht, kann der Betreffende zu jedem Zeitpunkt anhalten und seine Ängste verbalisieren. Dabei macht er gleichzeitig die Erfahrung, dass ihm nichts zustößt. Eine bisher angstbesetzte Situation wird auf diese Weise mit einer neuen, positiven Erfahrung besetzt. Das wird vom Körper abgespeichert und ist zukünftig jederzeit abrufbar.

Die Verhaltenstherapie verhilft depressiven Patienten aber auch dazu, Situationen die depressive Phasen oder Angstattacken auslösen können frühzeitig zu erkennen. Zusätzlich werden in der Therapie unterschiedliche Stabilisierungsübungen erlernt, um in psychisch belastenden Situationen bestehen oder die Symptome zumindest eindämmen zu können.

 

Tiefenpsychologie deckt Ursachen auf

Die tiefenpsychologisch fundierte Tiefenpsychologie entwickelte sich aus der klassischen Psychoanalyse, die sich mit Konditionierungen in der Kindheit befasste. Was damals nicht verarbeitet werden konnte, ruht ebenso im Unbewussten wie traumatische Erfahrungen und taucht in Momenten ähnlicher Konstellation wieder auf. Auf diese Weise reagieren Menschen aus einem inneren Zwang auf ihre Umwelt, obwohl sie selbst unter Umständen ein ganz anderes Handeln an den Tag legen möchten. Dieser Zwiespalt, etwas zu wollen, es aber (scheinbar) nicht zu können, kann zur Depression oder psychosomatischen Beschwerden führen. In der Tiefenpsychologie wird vom aktuellen Problem ausgegangen. Mit der Hilfe eines Psychotherapeuten können die Zusammenhänge zum auslösenden Moment bewusst gemacht werden. Die Ursache tritt aus dem Unbewussten heraus, der Mensch erhält ein Stück eigenverantwortlicher Handlungsfreiheit zurück und kann sich aus seiner Depression lösen. Der Schwerpunkt liegt in der Konfliktbewältigung aktueller Probleme, ohne dabei die komplette Persönlichkeitsstruktur zu verändern. Die Sitzungen dauern in der Regel 50 Minuten und erfolgen einmal wöchentlich.

 

Stationäre und ambulante Psychotherapie

Die Psychotherapie erfolgt stationär oder ambulant. Da die Konfrontation mit der eigenen Psyche sehr emotional und anstrengend sein kann, muß abgewogen werden, ob eine ambulante Behandlung ausreichend ist. Eine leichte Depression, BurnOut- Erscheinungen, leichte Formen von Verhaltensstörungen oder Phobien lassen sich durch eine ambulante Behandlung bessern. Persönlichkeitsstörungen und psychische Krankheiten wie Borderline, akute Bulimie, psychotische Schübe, Neurosen oder suizidale Gedanken erfordern eher eine stationäre Therapieform. In diesen Fällen ist es den Betroffenen meist nicht mehr möglich, ihren Alltag zu regeln, weil die Angst und psychosomatische Beschwerden zu groß sind.

Eine ambulante Psychotherapie wird in der Regel einmal wöchentlich mit 50 Minuten Sitzungsdauer durchgeführt, wobei auch individuelle Absprachen getroffen werden können, wenn der Betreffende sich beispielsweise in einer starken Depression befindet. Die Krankenkassen übernehmen auf Antrag meist die Kosten für die Behandlung. Häufig brechen durch die Gespräche innerhalb der Sitzungen unbewusste Erinnerungen und Gefühle auf, die unter Umständen so heftig sein können, dass eine stationäre Therapie angeraten ist. Dort hat der Patient Raum und Zeit, sich ausschließlich auf sich und die Problembewältigung zu konzentrieren, ohne ständig in den Alltag zurückkehren zu müssen. In Kliniken werden unter anderem auch Therapieformen wie Körpertherapie nach Hakomi angeboten, um frühkindliche Erfahrungen zu erinnern. In diesen Situationen bewegt sich der Klient in seine Vergangenheit hinein und erlebt diese erneut, was emotional sehr aufwühlend und kräftezehrend ist. Es braucht in solchen Fällen unbedingt den geschützten Raum einer Klinik, durch den ein intensives und längerfristiges Einsteigen in vergangene Erfahrungen und Muster möglich wird. Die Psyche kann sich hier Stück für Stück öffnen und unbewusste Anteile freigeben. Ambulant ist das in der Intensität nicht möglich.

 

EMDR nach Dr. Francine Shapiro

EMDR (Eye Movement Desensitization and Reprocessing) bezeichnet die Verarbeitung sowie Desensibilisierung durch Augenbewegungen. Diese Form von Psychotherapie wird insbesondere bei der Behandlung von Traumafolgestörungen angewendet und wird seit 2006 als anerkannte Psychotherapiemethode eingesetzt. Die belastenden Erinnerungen werden durch bilaterale Stimulation verarbeitet, indem der Therapeut seine Hand jeweils nach rechts und links bewegt, während der Patient den Fingern mit seinem Blick folgt. Dadurch werden gedankliche Muster, die zur Depression oder Verhaltensstörung geführt haben, entkoppelt. Hier gibt es weitere Informationen zur EMDR Psychotherapie.

 

Weitere bekannte Formen der Psychotherapie sind unter anderen:

  • bioenergetische Analyse nach Alexander Lowen
  • Focusing nach Eugene Gendlin
  • Gestalttherapie nach Fritz Perls
  • integrative Therapie nach Petzold
  • klientenzentrierte Psychotherapie nach Carl Rogers
  • Logotherapie und Existenzanalyse nach Viktor Frankl
  • Primärtherapie nach Arthur Janov
  • Psychoanalyse nach Sigmund Freud
  • Psychodrama nach Jakob Levy Moreno
  • Psychosynthese nach Roberto Assagioli
  • Rebirthing nach Leonard Orr
  • Systemische Therapie nach Virginia Satir
  • Transaktions – Analyse nach Eric Berne

Neben diesen Formen der Psychotherapie existieren viele weitere Therapiearten, die das Zusammenspiel von Seele und Körper positiv unterstützen und von einer Depression sowie Ängsten im alltäglichen Leben heilen können. Verschiedene Psychotherapieformen werden häufig von Körpertherapie, Musiktherapie, Bewegungstherapie, Gestalttherapie, Kunsttherapie oder Arbeitstherapie begleitet und unterstützt. Dabei liegt der Fokus auf dem körperlichen Ausdruck. Das Gespräch (nur in auswertender Form), Erinnerungen und Analyse stehen nicht im Vordergrund. Für den Patienten geht es um das Erleben, das oft die Öffnung der Psyche mit angstbesetzten oder traumatischen Erfahrungen bewirkt. Diese werden anschließend im psychotherapeutischen Prozess bearbeitet.


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