veröffentlicht am 25. April 2014 in Depression und Angststörung von

Wer kennt das nicht: ständig wachsender Druck im Beruf. Es gibt immer mehr zu tun für immer weniger Angestellte. Viele Menschen berichten davon, dass Überstunden an der Tagesordnung seien. Es werden einfach Arbeitsplätze gestrichen, dafür aber immer wieder neue Rekorde bei den Unternehmensgewinnen aufgestellt. All das geht so lange gut, bis es zu viel wird und die Arbeitnehmer an Depressionen oder Burn-Out erkranken.

Doch was passiert dann? Ich habe das Gefühl, dass es aus Arbeitgebersicht (zumindest von den meisten Arbeitgebern) eine klare Antwort gibt, die lautet: Dann kommt der Nächste, den können wir dann zusätzlich noch zu einem geringen Gehalt einstellen. Natürlich wird diese Aussage gerne etwas anders umschrieben Muss das, aber meine und die Erfahrungen anderer zeigen mir genau das.

Ist ein Arbeitnehmer dann wegen Burn-Out oder Depressionen krankgeschrieben, wartet der Arbeitgeber sehnsüchtig auf seine Rückkehr. Die Arbeit wird in der Zwischenzeit auf die ohnehin schon überlasteten Kollegen verteilt. Bis der Nächste nicht mehr kann.

Kommt der Arbeitnehmer von seiner Auszeit oder seinem Aufenthalt in einer Kur- oder Tagesklinik zurück, gibt es meist noch eine Woche Schonzeit und nette Worte, doch spätestens danach muss man wieder funktionieren. Denn es ist einfach zu viel Arbeit (oder sind es zu wenig Angestellte?).

Leider ist das mit dem Funktionieren bei vielen Menschen, die unter Depressionen leiden und nach einer kurzen Zeit zurück in den Beruf müssen, nicht ganz so einfach. Es braucht seine Zeit bis Betroffene ihre alte Arbeitskraft wiedererlangen. Bei einigen können sogar dauerhafte Beeinträchtigungen im Arbeitsleben auftreten.

Woher die Depressionen und das Burn-Out kommen und wie man dagegen vorgehen kann, fragt sich bei den Verantwortlichen anscheinend niemand. Warum auch, schließlich steigen doch die Unternehmensgewinne. Da ist es doch auch egal, dass die Unternehmen vorher den Arbeitnehmer mit Mehrarbeit und Überstunden (weil sie andere Arbeitsplätze einsparen wollen) überfordert haben.

Warum sollte man sich in den Führungsetagen bei einem Kaffee und steigenden Unternehmensgewinnen auch die Köpfe darüber zerbrechen, schließlich gibt es Wichtigeres. Zum Beispiel die Frage, wie man den Profit des Unternehmens noch weiter steigern kann.

Klar kostet ein kranker Mitarbeiter auch Geld, dies ist auch schon von Anfang an mit eingeplant. Doch muss das wirklich sein?

Ich möchte noch einmal ganz deutlich sagen, dass es sicherlich auch Arbeitgeber gibt, die etwas anders denken und auch handeln. Doch leider sind dies die Wenigsten. Auch ist mir klar das Depressionen noch zusätzliche Auslöser haben können. Trotzdem wird eine Krankheitsentstehung durch das oben genannte Verhalten zusätzlich beschleunigt.


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