veröffentlicht am 27. Februar 2015 in Aktuelles/Neues von

Mobbing am Arbeitsplatz

Immer mehr Menschen leiden unter Mobbing am Arbeitsplatz – Im alltäglichen Berufsleben entstehen viele Konflikte. Streitereien am Arbeitsplatz sind damit also keine Seltenheit. Nicht immer sind alle Beteiligten an einer Lösung interessiert. Einige Mitarbeiter werden von Kollegen, Untergebenen oder Vorgesetzten systematisch gemobbt. Sie werden für einen mehr als sechs Monate andauernden Zeitraum gezielt an ihren biologischen, psychologischen und sozialen Grundlagen angegriffen und von der typischen Gruppenbildung ausgeschlossen. Die Folgen einer solchen Schikane sind fatal und treffen nicht nur das eigentliche Opfer, sondern auch den Arbeitgeber.

 

Ursachen für Mobbing am Arbeitsplatz

Nach allgemeiner Auffassung trägt der Täter die ganze Schuld an der Schikane am Arbeitsplatz. Dieser aber ist häufig der Ansicht, das Opfer sei durch äußere Merkmale oder ungewöhnliche Handlungen selbst für seine Situation verantwortlich. Vor diesem Hintergrund beschäftigen sich zahlreiche Studien mit der Frage nach der Ursache für das Mobbing. In ihrer Gesamtheit kommen sie zu dem Schluss, dass Persönlichkeitsmerkmale und Verhaltensweisen eine eher untergeordnete Rolle spielen. Vom Mobbing am Arbeitsplatz kann prinzipiell jeder betroffen sein, der sich in bestehende Strukturen einfügen muss – auch der Chef. Ein typisches Täterprofil gibt es ebenfalls nicht. Mögliche Motive für die psychische Gewalt sind Ehrgeiz, Frust und Neid. Eine weitere Antriebsfeder für das aggressive Verhalten ist die Angst. Tatsache ist jedoch, dass fehlerhafte Betriebsstrukturen das Konfliktpotenzial fördern. Können die Probleme nicht zeitnah geklärt werden, droht ohne rechtzeitige Hilfe die Eskalation.

 

Folgen von Mobbing am Arbeitsplatz

Mobbing am Arbeitsplatz macht krank. Demotivierte, verzweifelte Opfer leiden häufig unter Angstzuständen, Atemnot, Depressionen, Essstörungen, Kopf- oder Magenschmerzen und Schwindel. In schweren Fällen ist eine klinische Behandlung erforderlich. Nur so können die Sinne wieder neu erlernt und das gestörte Selbstbild wieder aufgebaut werden. Ist rechtzeitige Hilfe nicht gewährleistet, kann das Mobbing am Arbeitsplatz sogar im Suizid des Betroffenen enden.

Auch Arbeitgeber leiden unter der Situation. Sie müssen häufigere und längere Krankschreibungen in Kauf nehmen und sehen sich mit einer weniger effektiven Arbeitsweise oder einer Arbeitsunfähigkeit konfrontiert. Ohne zeitnahme Hilfe kommt dieser Ausfall den Arbeitgeber teuer zu stehen.

 

Hilfe bei Mobbing am Arbeitsplatz

Opfer von Mobbing am Arbeitsplatz sollten aktiv werden. Manchmal hilft schon eine offene Aussprache mit dem Täter. Führt das Gespräch nicht zum gewünschten Erfolg, gibt es andere Möglichkeiten, Hilfe zu erhalten. Als sinnvoll erweist es sich zum Beispiel, Familie und Freunden von der Situation zu erzählen. Diese liefern einen wichtigen moralischen Rückhalt und können vielleicht sogar zur Lösung des Konflikts beitragen. Auch unbeteiligte Kollegen können um Hilfe gebeten werden. Externe Hilfe bei Mobbing am Arbeitsplatz bieten psychologische Beratungen und Selbsthilfegruppen.

Geht das Mobbing weiter, müssen sich Opfer von einer höheren Stelle Hilfe holen. So steht es ihnen auf der Grundlage des § 84 I Betriebsverfassungsgesetz (BetrVG) frei, von ihrem Beschwerderecht Gebrauch zu machen und dem Arbeitgeber die ungerechte Behandlung mitzuteilen. Dieser ist sodann verpflichtet, eine Verbesserung der Situation herbeizuführen. Hilfe bietet weiterhin der Betriebsrat: Gemäß § 85 I BetrVG kann die Beschwerde auch bei ihm eingelegt werden.

 

Strafrechtliche Konsequenzen von Mobbing am Arbeitsplatz

Viele Mobbinghandlungen stellen einen Straftatbestand dar. Ist eine Besserung der Situation trotz Hilfe nicht in Sicht, sollten Opfer daher über eine Anzeige gegen den Täter nachdenken. Unter bestimmten Voraussetzungen kann auch der Chef belangt werden. Kommt er dem Gesuch nach Hilfe und damit seiner Fürsorgepflicht nicht nach, ist eine Forderung auf Schadensersatz und Schmerzensgeld möglich.

Mobbing am Arbeitsplatz und die daraus resultierenden Folgen für Opfer und Täter sollten nicht unterschätzt werden. Für die Opfer ist es wichtig, Hilfe in Anspruch zu nehmen, um schwerwiegende Spätfolgen zu vermeiden.


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