veröffentlicht am 9. Mai 2013 in Depression und Angststörung von

Was ist eine Gruppenpsychotherapie?

In einer Gruppenpsychotherapie werden oft ähnliche Themen wie in der Einzelpsychotherapie behandelt. Wie der Name Gruppenpsychotherapie schon verrät, findet die Therapierunde gemeinsam mit anderen Betroffenen statt. Allerdings achten die Psychotherapeuten darauf, dass zu belastende Themen in der Einzelpsychotherapie behandelt werden. Jeder der an der Gruppenpsychotherapie teilnimmt, hat zu jeder Zeit das Recht, stopp zu sagen. Ein Stopp bedeutet, dass demjenigen das aktuelle Thema zu viel ist oder er Schwierigkeiten damit hat. Der Psychotherapeut reagiert umgehend nach einem Stopp, sodass es zu jeder Zeit eine intensive, aber nicht zu schwere Gruppenpsychotherapie ist.

 

Gruppenpsychotherapie, ungewohnt aber wirksam

Eine Gruppenpsychotherapie ist anfangs sicherlich etwas ungewohnt. Es sind mehrere Menschen in einem Raum, mit denen wir auch noch über unsere Probleme sprechen sollen. Das ist auf den ersten Blick nicht gerade eine beruhigende Situation. Doch nach den ersten Therapiestunden werdet ihr feststellen, dass es nicht so schlimm ist. Ihr werdet sogar merken, dass es interessant ist, denn oft existieren Parallelen zwischen den Menschen die an der Gruppenpsychotherapie teilnehmen. Genau deshalb ist diese Therapieform so interessant und hilfreich. In einer Gruppenpsychotherapie besteht die Möglichkeit viele neue Dinge an sich zu entdecken oder durch die Gruppe zu bestehenden Problemen und Schwierigkeiten eine andere Ansichtsweise zu bekommen. Ganz wichtig finde ich noch zu erwähnen, dass wenn es nicht gewünscht ist, von der Gruppe keine Ratschläge kommen. Es geschieht alles in Absprache und das Wohl der Betroffenen steht an erster stelle. Niemand braucht Angst davor haben in einer Gruppenpsychotherapie bloß gestellt zu werden.

 

Auf was solltet ihr bei einer Gruppenpsychotherapie achten?

 

Vor einer Gruppenpsychotherapie:

  • wenn möglich, ruhig über mehrere Angebote informieren
  • auf eher kleine Gruppen achten, diese sind meiner Meinung nach intensiver
  • sich darauf einstellen, dass ihr euch vor anderen Menschen öffnet (ganz wichtig, immer wieder
  • vor Augen führen, dass alle in der Gruppe Schwierigkeiten und Probleme haben)

 

Die ersten Stunden in der Gruppenpsychotherapie:

  • lasst es langsam angehen, gewöhnt euch an die Gruppe und hört erst einmal zu
  • setzt euch nicht unter Druck

 

Während der Gruppenpsychotherapie:

  • versucht euch nach und nach zu öffnen
  • entscheidet für euch, was ihr der Gruppe erzählen wollt. Denkt aber daran, dass euch nur geholfen werden kann wenn ihr über eure Probleme sprecht
  • versucht regelmäßig zu reflektieren, d. h. überlegt ob die Themen auch auf euch zutreffen und wie ihr damit umgehen würdet

 

Bitte achtet stets darauf, die Gruppe zu akzeptieren und vernünftig miteinander umzugehen. Ich habe noch nie etwas gegenteiliges Erlebt, trotzdem finde ich es wichtig dies immer wieder zu sagen.

Ich hoffe ich konnte euch die Gruppenpsychotherapie etwas näher bringen und euch die Angst davor etwas nehmen. Ich habe tolle Erfahrungen mit dieser Therapieform gemacht, trotz meiner anfänglichen Bedenken.

 


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