veröffentlicht am 8. Mai 2013 in Erfahrungsberichte Depression von

So ich wollte dir und der Welt bzw. deinem Blog mal meinen (bisherigen) Weg mit Depressionen mitteilen. Kannst ihn auch gerne mit Vorname veröffentlichen, vielleicht bringt es mich weiter.
Los gehts, ich schreib jetzt einfach aus dem Bauch heraus was mir so einfällt:

Meine Depressionen begannen, glaube ich, so gegen 16. Mein Vater, der mich immer geschlagen hat, hat meine Mutter vom einen auf den anderen Tag verlassen, dass war die Zeit in der ich anfing Marihuana zu konsumieren. Davor war ich ein eigentlich aufgeweckter junge, leicht schüchtern, aber sonst war alles in Ordnung. Ich bin im Sommer täglich ins Freibad und hab viel mit einem großen Freundeskreis unternommen. Dann kam der Tag an dem alles anfing seinen lauf zu nehmen. Es war der 16. Geburtstag von einem Freund aus meinen Gymnasium Zeiten. (5. – 7. Klasse). “Asinus ardet” war Schuld (und meine Faulheit), dass ich auf die Realschule gewechselt bin. Also zu der Party des Freundes: Ich ging hin und es gingen Joints rum, erst war ich ein bisschen schockiert, aber dann schon neugierig. Ich probierte es. Ich fand es genial, wie betäubt. Die Sorgen des Alltags vergessen. Ich traf, nennen wir ihn mal S., immer öfters wir wurden “beste” Freunde. Dachte ich zumindest. Wir saßen immer mit 2, 3 Leuten in einem dunklen Raum diskutierten über die Welt und wie scheiße sie doch sei. Ungerecht. Asozial.
Nach einiger Zeit wurde wie ganz verständlich auch unter der Woche gekifft. Meine Schulfehltage wurde mehr und mehr. Ich ging tagsüber nicht mehr raus, aß so gut wie gar nichts mehr. Selbst J. wollte ich nicht mehr sehen. Schulisch lief es immer einigermaßen, obwohl ich mindestens 40 Fehltage in der 9. & 10. Klasse hatte, 3er Schüler halt, außer in der Abschlussprüfung wo ich glücklicherweise noch einen 2,2 Durchschnitt raus geholt hatte. Im Laufe der 10. Klasse hatte ich überhaupt keine sozialen Kontakte mehr außer in der Schule (glücklicherweise), nicht mal meine eigene Familie, nur mal kurz was essen und Hallo sagen sonst nichts. Es interessierte sich auch keiner für mich. Wieso auch? Ich bin doch Nutzlos. Abschaum. Ein Kiffer.
Meine Mutter heiratete wieder. Einen Polizisten mit dem ich jedoch erstaunlicherweise recht gut klar komme. Meine Mutter interessiert sich trotzdem nicht für mich. Niemand. Außer mein Dealer. Ich blieb immer noch nur bei Weed.
Gegen Weihnachten der 10. Jahrgangsstufe nahm ich dann wieder Kontakt zu S. auf. Er hat sich mittlerweile vom 1 A Kiffer zum Druffie entwickelt. Natürlich trotzdem noch Kiffer. Aber mehr chemische Substanzen. Ich ging natürlich mit, da ich froh war wieder soziale Kontakte zu haben. “Vor der Schule ‘ne Line ja na klar; du hast was zu rauchen? reich mal rüber.” Ich dachte normale Leute finden mich abstoßend oder ich finde sie abstoßend.  “Normale” Menschen, die sich um nichts kümmern außer sich selbst auf niemanden achten. Alles dreht sich um ihre Freunde, ihre Partys, ihren Alkohol. Bei mir war es jedoch nicht anders, nur waren die anderen Menschen meinem derzeitigen Ich eigentlich so ziemlich egal, Hauptsache ich war verballert. Das Leben ist schön, wenn du jeden Tag high bist. Dachte ich, …

Die anderen Teile werden irgendwann kommen, hab gerade nicht mehr so die Lust, Kraft weiterzuschreiben.

Grüße


Kommentar schreiben


Noch keine Kommentare