veröffentlicht am 25. April 2013 in Erfahrungsberichte Depression von

Moin moin,

nun sitz ich seit Tagen vor dem Netbook und versuche irgendwie mit einem Erfahrungsbericht anzufangen, aber ich weiß nicht wo. Ich finde da den richtigen Start nicht, es gibt genug Auslöser. Ich schreibe einfach mal drauf los und gucke, was bei rauskommt, ok?

Was habe ich? Wer bin ich? Und warum bin ich so?
Drei Fragen, die mich seit meiner Kindheit begleiten. 2003 habe ich mich das erste Mal intensiver damit beschäftigt, was da überhaupt los ist. Warum? Weil mein damaliger Chef gemerkt hat, dass ich extreme Stimmungsschwankungen habe, mich aus meinem Alltag zurückgezogen habe und vor allem in schwierigen Situationen Notlügen präsentiere, damit ich mich nicht mit schwierigen Situationen und Problemen auseinandersetzen muss. Nach der Arbeit zu Hause direkt an den PC gehen, nicht mehr aktiv mit Freunden treffen, mit der Partnerin nicht mehr reden, Briefe ungeöffnet in der Schublade ablegen, die Partnerin dazu noch anlügen, die Berufsschule schwänzen, kein Interesse an Hobbys. Das war prägend und der Alltag, der mich seit über 15 Jahren begleitet. Zurückgelassen habe ich dadurch kaputte Beziehungen, enttäuschte Freunde, Schulden und andere kleine Dinge. Ich hatte das Glück, dass mein Chef mich nicht in Ruhe gelassen hat und mich so zu einer ambulanten Therapie geschoben hat. Heute weiß ich, dass es ein Anfang war, die Gespräche mit dem Therapeuten zu führen und Antidepressiva zu nehmen. Rückblickend war es aber nicht genug. Ich habe mich immer weiter selbst belogen, mir Gerüste aus Lügen aufgebaut und bin so auch nicht weitergekommen. Mir hat es ein paar Monate geholfen, aber keine endgültige Lösung gebracht.
Als ich dann nach Abschluss wieder nach Hannover gezogen bin, hatte ich zwar eine neue Partnerin, aber nicht mehr die therapeutische Unterstützung. Wieder Lügen, Sorgen, nicht um Probleme kümmern, Trennung und der endgültige Zusammenbruch für mich. Ich hatte keinen Halt mehr und auch keinen sinnvollen Grund für mich gesehen, weiter mein Leben zu leben. Mir ist klar geworden, dass ich es über 10 Jahre nicht geschafft habe mich zu ändern und das auch so schnell nicht schaffen werde. All die Probleme, dauernd negative Stimmung und keine Aussciht auf Besserung haben mich dazu gebracht, dass ich mir das Leben nehmen will. Zum Glück gab es jemanden, der mich wieder auf die richtige Bahn gebracht hat, mich wieder zum Therapeuten gebracht hat und so einen kleinen Lichtblick zu schaffen. Aber auch diesmal habe ich mich weiter selbst belogen, meine Mitmenschen und mir meine Welt an allen Ecken und Enden schön geredet. Geholfen hat es mir nicht. Selbst die Antidepressiva habe ich dann nicht mehr regelmäßig genommen.
Bis vor einem Jahr, als meine jetzige Lebensgefährtin in mein Leben getreten ist, hat das immer wieder geklappt. Auch am Anfang dieser Beziehung. Wer verliebt ist, der ist gut gelaunt und sieht die Sorgen nicht. Aber als die ersten Lügen und Geständnisse aufkamen, wurde das Leben wieder ernster. Aber entgegen aller Erwartungen, ist sie noch immer bei mir und ich habe mich selbst entschieden, mit allen Problemen endgültig aufzuräumen und für mich zu analysieren. Ich bin wieder regelmäßig zum Therapeuten gegangen, habe ansatzweise über mich und die Sorgen geredet, aber auch gemerkt, dass ich nicht weiterkomme. Letztlich wollte ich einfach nur noch eine Veränderung für mich und habe mich selbst um den Platz in der Tagesklinik gekümmert. In den Monaten vorher habe ich mich schon intensiver mit mir beschäftigt, habe eine Reflektion geschrieben wie z.B. die auffälligen Probleme auflisten und als Geschichte verpacken. Ich habe gemerkt, ab wann ich Verhaltensweisen entwickelt habe und heute noch als Überlebensstrategie benutze. Und da ist dann auch schon die große Frage:

Depression Teil 2


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