veröffentlicht am 31. Oktober 2013 in Depression und Angststörung von

Vorurteile – Probleme mit denen depressive Menschen kämpfen müssen

Depressive Menschen haben leider ein großes Problem. Es gibt nur sehr wenige die sie verstehen. Zugegeben, es ist auch nicht immer einfach, das kenne ich von mir und aus meinem Umfeld. Dennoch sollten sich nicht betroffene Leute wenigstens Mühe geben und depressive Menschen nicht sofort als Spinner oder Simulanten abstempeln. Ich kann es einfach nicht verstehen, wenn sich jemand so äußert! Ich denke, dass es sogar oft so ist, dass sich diese Leute noch nie bewusst und ernsthaft mit einem Depressiven über ihr Krankheitsbild und ihren Alltag unterhalten haben. Sonst würden sie wahrscheinlich anders denken.

 

Depressive Menschen zu schwach, wohl kaum!

Einmal hörte ich das Argument, dass depressive Menschen zu schwach sind und deshalb erkrankt sind. Völliger Quatsch! Meiner Ansicht nach sind Depressive genau das Gegenteil. Nämlich starke Menschen, die jeden Tag aufs Neue den Kampf mit ihrer Depression aufnehmen und sich nicht unterkriegen lassen. Aber dies kann nur jemand beurteilen, der sich mit dieser Krankheit Depression und den Betroffenen auseinandersetzt.

Depressive Menschen befinden sich oft in einer Parallelwelt aus negativen Gedanken. Sie sind dann zwar körperlich anwesend, jedoch nicht gedanklich. Oft merken dies Außenstehende gar nicht und wenn doch, interpretieren sie es womöglich falsch. Denn sie neigen dazu diese gedankliche Abwesenheit eines Depressiven als Desinteresse an ihrer Person zu deuten. Jeder der so etwas schon einmal gedacht hat, sollte dies beim nächsten Mal offen ansprechen. Um nicht noch mehr Missverständnisse entstehen zu lassen.

Auch die Unsicherheit spielt eine große Rolle. Hier kann es mit anderen Perseonen zu Missverständnissen kommen. Es ist zu beobachten dass unsichere Menschen oft distanzieren, um nicht in schwierige Situationen zu kommen. Genau so verhalten sich auch depressive Menschen wenn sie unsicher sind. Ein kleines Beispiel aus meinem Leben. Es gibt Menschen, die dachten ich wäre sehr arrogant, nur weil ich distanziert war, um nicht weiter aufzufallen und in Ruhe gelassen zu werden. Jedoch war ich alles andere als arrogant. Ich wollte halt nur nicht in für mich bedrückende und beängstigende Situationen kommen. Hier zeigt sich wieder ganz klar, dass depressive Menschen wie ich und ihre Art oft falsch verstanden und interpretiert werden. Es gibt aber viele weitere Symptome mit denen depressive Menschen und ihre Angehörigen, Freunde und Bekannte zu kämpfen haben. Hier geht zu einer Auflistung weiterer Symptome.

 

Depressive Menschen besser verstehen…

Wie anfangs bereits erwähnt, ist dies für Außenstehende nicht einfach. Noch schwieriger wird es, wenn depressive Menschen nicht über das, was sie beschäftigt sprechen. Genau aus diesem Grund habe ich meinen Blog depressiv-leben geschrieben. Doch ich möchte an dieser Stelle auch sagen, dass es viele andere tolle Blogs gibt. Es ist verdammt wichtig, dass immer mehr Betroffene ihre Krankheit öffentlich machen, indem sie davon erzählen und darüber schreiben. Zudem gibt es für Interessierte viele gute Bücher, die Einblicke in die Gedankenwelt depressiver Menschen geben.

Sollte jemand aus eurem Umfeld depressiv sein, ist es wichtig, dass ihr ihm Zeit gebt sich zu öffnen. Ihr solltet nicht aufdringlich sein. Diesem Menschen aber trotzdem zeigen, dass ihr für ihn da seid. Zudem gibt es für Angehörige in fast jeder größeren Stadt die Möglichkeit an Gruppentherapien teilzunehmen.

Solltet ihr diesbezüglich Fragen haben, könnte euch die Seite der deutschen Depressionsliga und des deutschen Bündnis gegen Depression weiterhelfen.


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