veröffentlicht am 12. März 2015 in Infos für Angehörige von

Wie helfe ich bei Depressionen

Wie helfe ich bei Depressionen – Dies Frage beschäftig die Freunde und Angehörigen von depressiven Menschen immer wieder. Natürlich möchte man wissen, wie und ob man einem Menschen der unter Depressionen leidet helfen kann. Die Antwort lautet, Hilfe ist möglich, jedoch kommt es immer auf die Persönlichkeit des Betroffenen an, welche Maßnahmen ihm am besten weiterhelfen und gut tun.

 

Wie kann ich Menschen, die von Depressionen betroffen sind, helfen?

Für Depressive ist es wichtig, dass es jemanden gibt der ihnen zuhört und unterstützt. Man sollte jedoch akzeptieren, wenn Depressionskranke nicht über ihre Probleme, Gefühle und Gedanken sprechen wollen. Dies ist zwar häufig für die betroffene Person nicht gut, jedoch bringt es für Freunde oder Angehörige nichts, den Erkrankten in ein Gespräch zu drängen. Ein solches Vorgehen würde die Situation wahrscheinlich noch weiter verschlechtern. Der Umgang mit Depressionskranken und allgemein mit der Krankheit Depression erfordert viel Geduld. Dessen sollte man sich von Anfang an bewusst werden.

Ein großes Problem besteht dann, wenn der Partner oder enge Freund abgewiesen wird oder in schweren depressiven Phasen aggressiv und gereizt reagiert. Dies kann für eine Beziehung zur Zerreißprobe werden. Die große Gefahr besteht darin, dass sich die Angehörigen oder Freunde so sehr aufreiben, dass auch sie nervlich und körperlich am Ende sind. Aus diesem Grund darf man bei der Frage, wie helfe ich bei Depressionen, sich selbst nie aus den Augen verlieren. Denn reibt man sich zu sehr auf, kann es passieren, dass man selbst Hilfe benötigt. Damit ist keinem geholfen. Im Gegenteil, es verschärft die vorherrschende Situation nur noch weiter.

 

Konkrete Maßnahmen die Menschen mit Depression helfen können

Ganz am Anfang steht sicherlich, dass man dem Depressionskranken dazu bringt, sich in ärztliche Behandlung zu begeben. Auch hier gilt wieder, behutsam und einfühlsam vorgehen. Oft haben Menschen die unter Depressionen leiden Angst davor abgestempelt zu werden. Sie schämen sich für ihre Krankheit. Deshalb fällt es ihnen oft nicht leicht über ihre Probleme zu sprechen oder gar Hilfe in Anspruch zu nehmen. Zudem sollte man den Depressionskranken unterstützen und zuhören. Selbst wenn er nicht über seine Gefühle, negativen Gedanken oder Ängste sprechen möchte, nimmt er wahr, dass dort jemand ist, der zuhört und ihm den Rücken stärkt. Den Rücken stärken ist ein gutes Stichwort, man sollte versuchen den Erkrankten aufzubauen. Häufig haben Menschen die unter Depressionen leiden ein sehr geringes Selbstbewusstsein. Daher ist es wichtig ihnen immer wieder vor Augen zu führen, was sie erreicht haben und wie positiv sie auf andere wirken. Auch hierbei spielt die Geduld eine ganz wichtige Rolle. Da Depressive oft dazu neigen, sich ihre Erfolge immer wieder klein zu reden.

Sollte der Partner unter Depressionen erkrankt sein, besteht vielleicht die Möglichkeit ihn im Haushalt zu entlasten. Trotzdem ist es wichtig, dass darauf geachtet wird, dass der Betroffene aus dem Bett kommt. Geschieht dies nicht, wird er immer wieder von seinen negativen Gedanken eingeholt und es besteht die Gefahr, dass er sich immer weiter abschottet, bis er gar nicht mehr aus dem Bett kommt oder das Haus verlässt.

Bestehen irgendwelche Ängste, kann es viel helfen, wenn darüber gesprochen wird. Meist dramatisieren Menschen die unter Depressionen leiden, da hilft eine zweite Meinung schon sehr.

 

Sich selbst nicht vergessen

Bei der Frage nach dem, wie helfe ich bei Depressionen, sollte man sich nicht vergessen. Bitte immer darauf achten, dass man auch Zeit für sich hat und sich etwas gönnt. Jeder Mensch braucht Erholung und es geht leider sehr schnell, dass man selbst in diesen Negativstrudel hineingezogen wird. Daher ganz wichtig, immer wieder abschalten, raus gehen und selbst das Leben genießen.

Ich hoffe ich konnte einige Antworten auf die Frage, wie helfe ich bei Depressionen, geben. Solltet ihr weitere Anregungen haben, könnt ihr mir diese gern über die Kommentarfunktion unter dem Beitrag mitteilen.


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3 Kommentare

Als Angehöriger ist es oft nicht leicht, nicht zu sehr auf den Partner einzudrängen. Wenn mir alles über den Kopf gewachsen ist, hat es mir geholfen einfach Freunde oder die Eltern zu besuchen, um dort mal den Frust rauszulassen. Das ist extrem wichtig.

Auch wenn es nicht ratsam ist, nicht zu sehr auf den Partner einzudrängen, schaffe ich es nicht immer mich zurückzuhalten. Manchmal bricht ein Gefühlschaos dann aus mir raus und ich muss dem Luft machen. Man kann den Partner einfach nicht immer mit Samthandschuhen anfassen. Jedoch hast du das hier genau richtig beschrieben, wie man sich verhalten soll. Es ist wichtig dem Partner eine Stütze zu sein und oft genug muss man sich selbst und die Gefühle sehr zurückstellen. Aber es ist alles möglich.

Danke für deinen Beitrag!

LG
Dennis

Hallo Dennis

Voll und ganz mein Thema. Danke, dass Du nochmals so auf dieses Thema eingegangen bist.

Und ich kann wirklich bestätigen, dass es für Aussenstehende absolut eine Zerreissprobe ist.
`Langsam’ bekommts hier eine ganz neue Bedeutung. Aber ich übe ganz fleissig und muss halt auch Rückschritte in kauf nehmen, da der Betroffene ein ganz anderes Tempo hat……..

Sonnige Grüsse aus der Schweiz

Silvia