veröffentlicht am 11. Januar 2014 in Gedankengänge zu Depressionen von

Der eine Weg aus der Depression…

Vorweg möchte ich sagen, dass es nicht, den einen Weg aus der Depression gibt. Es spielen unzählige Faktoren eine Rolle, die aufgrund der Komplexität dieser Krankheit, bei jedem Betroffenen, etwas anders zusammen wirken. Jeder der darüber schreibt, kann nur von seinen Erfahrungen berichten.

Weg aus der Depression finden

Ich habe mir irgendwann die Frage gestellt, was soll passieren? Möchte ich die Krankheit so schnell es geht abschütteln oder reicht es mir aus, wenn meine Beschwerden gemildert werden und dadurch meine Lebensqualität gesteigert wird? Ich persönlich kam nach langer Zeit für mich zu dem Ergebnis die zweite Variante umzusetzen. Denn ich habe eingesehen, dass ein schneller Ausweg aus der Erkrankung für mich, wie wohl für viele andere auch, nicht umzusetzen ist.

Weg suchen

Betrachten wir die zweite Variante einmal genauer. Was bringt mir diese Variante für Vorteile? Ein Vorteil ist, dass ich mir selbst den Druck nehme, indem ich mir mehr Zeit gebe, um meine psychsiche Störung zu bewältigen. Ich setze also nicht meine ganze Kraft auf ein schnelles Abschütteln der Krankheit, was ja im Grunde auch nicht die Ursachen bekämpft. Sondern ich versuche mich intensiver mit mir und den Umständen der Krankheit zu beschäftigen. Selbstverständlich wäre es mir lieber, wenn ich morgens aufwachen würde und gesund wäre. Doch wenn es jemanden sehr schlecht ging oder geht, können kleine Schritte die zur Milderung der Beschwerden führen und dadurch die Lebensqualität etwas steigern, doch bereits erste gute Erfolge auf dem Weg aus der Depression sein, auf die wir auch stolz sein sollten.

Zudem sehe ich in der zweiten Variante weitere interessante Aspekte. Zum Beispiel könnte man die Zeit nutzen um sich intensiver mit sich selbst zu befassen. Damit meine ich, mit dem was man tut, was und wie wir denken, warum wir etwas machen, wir können unsere äußeren Umstände durchleuchten, auch können wir in uns hinein hören, was wir eigentlich wollen und was wir nicht wollen, aber vielleicht trotzdem tun. All diese Überlegungen können Schritte sein, um in ein Leben mit wesentlich mehr Lebensqualität zu starten. Zudem sind all die Erkenntnisse von großem Wert für unser Selbstverständnis.

Maßnahmen für den Weg aus der Depression und Einsamkeit?

Meine persönliche Meinung ist, es geht nicht ohne eine gute Psychotherapie bei einem Psychotherapeuten, der versteht über was er spricht. Sicherlich kostet es anfangs etwas Überwindung einen Psychotherapeuten aufzusuchen, doch sollte diese Maßnahme auf jeden Fall in Betracht gezogen werden um ein aus dem Teufelskreis heraus zu kommen.

Fast gleichzusetzen mit einer Psychotherapie ist, dass man ehrlich zu sich selbst ist. Ich weiß, es ist nicht einfach und funktioniert sicherlich nicht von heute auf morgen, trotzdem ist Ehrlichkeit ein wichtiger Faktor um in der Psychotherapie und bei der Arbeit mit sich selbst voran zu kommen.

Ein anderer wichtiger Punkt könnte sein, dass man versucht, sich engen Vertrauten, Angehörigen oder Freunden gegenüber zu öffnen. Es ist wichtig darüber zu sprechen, außerdem kostet das ewige verstecken viel Kraft, die wir, für unseren Weg noch brauchen. Aus eigener Erfahrung weiß ich, dass unser Scharmgefühl uns oft dabei im Wege steht. Wir haben Angst vor Ablehnung, davor ausgelacht, nicht ernst genommen und nicht verstanden zu werden. Diese Angst ist sicherlich nicht ganz unbegründet, jedoch reagierte bei meinem Outing der Großteil wirklich positiv und ich weiß aus meiner Therapiezeit in der Tagesklinik, dass es bei vielen anderen auch so war. Trotzdem sollte man sich vorher Gedanken darüber machen, wem man etwas anvertraut. Dem Chef oder Kollegen, auch wenn es sehr gute Freunde sind, würde ich persönlich erstmal nichts erzählen.

Sport um aus der Depression zu kommen

Mir und einigen anderen Menschen haben eine Psychotherapie, Sport und Entspannungsübungen auf dem Weg aus der Depression geholfen. Jedoch sollten diese Dinge immer nur eine Ergänzung zu einer Psychotherapie darstellen und nicht als Therapieersatz verwendet werden. Denn unterschätzt man eine solche Erkrankung, nutzt sie dies aus, was zur Folge hat, dass der Weg aus der Depression umso länger dauert.

Quelle Foto: Fotolia © coramax


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