veröffentlicht am 15. Mai 2015 in Stressbewältigung/ Stressmanagement von

Stress – ständig und überall

Stress – ein Begriff, der aus unserer Gegenwart nicht wegzudenken ist. Jeder kennt ihn, jeder hat ihn. Es ist heutzutage kaum noch normal, nicht über Stress zu klagen, wird er doch als Indikator für Aktivität und Erfolg angesehen. Wir finden ihn in der Arbeitswelt, innerhalb der Familie, in der Freizeit – sogar das Zubettgehen kann uns stressen, wenn wir vor inneren Druck keinen Schlaf finden.

 

Aber was genau ist Stress?

Das Wort Stress kommt aus dem Englischen und bedeutet “Anspannung, Druck” (von lateinisch “stringere” = “anspannen”). Noch vor hundert Jahren kannte man es nicht, denn es wurde erst in den 30er Jahren des 20. Jahrhunderts durch den österreichisch-kanadischen Arzt und Forscher Hans Selye als Fachbegriff geprägt. Bald war es in aller Munde und wurde sogar zu einem der wichtigsten Wörter des vergangenen Jahrhunderts gewählt.

Unter Stress versteht man die automatische Reaktion des Körpers auf eine plötzliche Bedrohung oder eine Herausforderung. Sein Ursprung ist tief in der Evolution des Menschen zu finden, als es für den Urmenschen lebenswichtig war, schnell auf den Angriff eines Säbelzahntigers oder eines Mammuts zu reagieren. Der Körper musste sekundenschnell mobilisiert werden und sich für Kampf oder Flucht entscheiden. Heute sind Säbelzahntiger und Mammut ausgestorben, doch der Stress ist geblieben und hat nun andere, wesentlich komplexere Ursachen.

Stress lässt sich in Eustress (positiv) und Disstress (negativ) unterteilen. Während wir bei Eustress über eine gesteigerte Motivation, Leistungsfähigkeit und Produktivität im positiven Sinne verfügen, schadet Disstress, wenn er lange anhält und nicht abgebaut wird, unserer Gesundheit.
Kommt es zu einer Stresssituation, wird das limbische System des Gehirns (das Gehirn des Urmenschen sozusagen, das Gefühle, Fortpflanzung, Ernährung und den Schlaf-Wach-Rhythmus steuert) aktiviert und Alarm ausgelöst. Das limbische System wiederum gibt die empfangenen Reize an den Hypothalamus (zentralnervöse Region im Gehirn) weiter. Dort beginnt die Ausschüttung von Neurotransmittern und Hormonen wie Adrenalin, Noradrenalin und Cortisol, was zu einer starken Anspannung der Muskeln im Körper sowie erhöhter Pulsfrequenz und steigendem Blutdruck führt. Sämtliche Sinne sind geschärft und die Atmung beschleunigt sich. Durch die ausgeschütteten Stresshormone ist der Korper in der Lage, blitzschnell zu reagieren.

Stress hat also durchaus positive Seiten. Er kann lebensrettend sein und bringt uns in Höchstform. Doch wenn er häufig auftritt und nichts gegen ihn unternommen wird, kann er zu schweren organischen und psychischen Erkrankungen führen. Der chronische Druck erschöpft die Energiereserven des Körpers und die Konzentrations- und Leistungsfähigkeit nehmen rapide ab. Es kommt zu Schlafstörungen, Albträumen und durch den Schlafmangel zu schlechter Laune und Gereiztheit. Bluthochdruck sowie Magen-Darmprobleme (Durchfall, Magenkrämpfe, Magengeschwür) können Zeichen für eine hohe Stressbelastung sein. Dauerstress führt zu Herz-Kreislauferkrankungen, Rückenschmerzen und Verspannungen, schwächt das Immunsystem und begünstigt Allergien. Stressbedingte Kopfschmerzen und Migräne sind schon fast zur Volkskrankheit geworden. Auch die Psyche leidet massiv unter Stress. Depressionen und der gefürchtete Burnout können die Folge sein.

 

Was hilft gegen Stress?

Damit Stress die Gesundheit nicht ernsthaft schädigt, muss ein Ventil für den durch ihn erzeugten Druck gefunden werden. Sportliche Betätigungen wie Joggen, Walken oder Rad fahren sind gute Möglichkeiten, um Stress abzubauen. Weniger anstrengend, aber genauso effektiv ist sanftes Körpertraining wie Yoga oder Pilates. Auch entspannende Atemübungen sorgen für Druckausgleich und durch die vermehrte Sauerstoffzufuhr für mehr Energie. Entspannungsbäder und -massagen mit ätherischen Ölen wie Lavendel, Rose, Neroli, Kamille oder Geranie reduzieren nachweislich den Stresspegel.

Auch durch die richtige Ernährung kann einiges gegen Stressbelastung und für mehr Stressresistenz getan werden. Sie sollte möglichst abwechslungs- und nährstoffreich sein d.h. viel Obst und Gemüse, wenig Fleisch, Zucker und Fastfood. Letztere übersäuern den Körper und machen ihn anfällig für stressbedingte Belastungen. Je basischer (säurearm) die Ernährung, desto weniger empfindlich reagieren wir auf Stress und schlagen dem Säbelzahntiger in uns ein Schnippchen.


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Ein Kommentar

Hallo Dennis!
Ein toller Beitrag und sehr informativ.
Ich beschäftige mich seit Ende letzten Jahres auch mit dem Thema Stress und Stressbewältigung im Alltag. Ich habe mir eine kleine Seite zu meinem neuen Hobby gemacht als Ausgleich zum stressigen Job. Vielleicht magst du ja mal vorbei schauen. Sie ist noch sehr klein, aber es macht mir riesig Spaß… Ich hoffe,ich kann ganz viele tolle Tipps gegen Stress zusammentragen. 🙂

Liebe Grüße
Anna (Fräulein Stressfrei)