veröffentlicht am 2. März 2013 in Gedankengänge zu Depressionen von

Diagnose Depression… Ich vermute ihr habt euch auch schon mit der Frage nach dem Warum beschäftigt. Warum bin ausgerechnet ich daran erkrankt und warum kommt die Depression jetzt zum Vorschein? Diese Fragen können wirklich quälend sein und eine Antwort darauf nicht immer einfach. Trotzdem interessiert es mich, denn schließlich möchte ich mich selbst verstehen, wenn dies viele andere schon nicht können. ich möchte Klarheit, wissen was mit mir los ist und in mir vorgeht.

Herausfinden, warum gerade ich

Um heraus zu finden warum gerade ich unter einer Depression leide, ist es wichtig das gesamte Krankheitsbild zu untersuchen. Seit wann zeige ich bestimmte Symptome, ab wann kam der Einbruch und wann erlebe ich Höhen und Tiefen? Damit einher geht die Suche nach einer möglichen Ursache, die für meine Depression verantwortlich ist oder besser gesagt, die mit dazu beigetragen hat. Denn oft sind es mehrere Ursachen bzw. Umstände, die zum Ausbruch führen. Was könnten mögliche Ursachen sein? Natürlich können meine Gene, Stress, Kindheitserfahrungen, Mobbing oder andere nervenaufreibende Erfahrungen der Auslöser für meine Erkrankung sein. Doch je mehr ich mir darüber Gedanken mache, frage ich mich, warum wirken sich diese Ursachen so stark auf mich aus. Mir ist vollkommen klar, dass Missbrauch und sehr negative Kindheitserfahrungen wirklich traurige und schmerzhafte Erfahrungen sind und ausreichen um eine Depression auszulösen. Nur was ist mit den anderen Ursachen wie beispielsweise Mobbing, Stress oder die Trennung vom Partner, warum wirken sich diese Ursachen so stark auf meine Psyche?

Herausfinden wer ich bin

Um zu erfahren warum gerade ich unter einer Depression leide, muss ich heraus finden wer ich bin. Damit meine ich, zu verstehen wie ich fühle und denke. Schließlich sind unsere Gefühle und Gedanken sehr ausschlaggebend für unser Wohlbefinden und unsere Gesundheit. Warum bin ich anders als die anderen oder besser ausgesprochen, warum reagiere ich anders als die anderen? Womit kann das im Zusammenhang stehen? Ich habe festgestellt, dass es definitiv mit meinem Wesen, meinen Gefühlen und Gedanken zusammenhängt. Ich denke anders, ich fühle anders, das heißt aber nicht, das ich schlechter denke oder fühle. Für Außenstehende klingt das alles wahrscheinlich sehr verwirrend, doch ich denke darin liegt der Schlüssel um zu verstehen, warum ausgerechnet ich unter einer Depression leide.

Was meine ich mit anders fühlen und denken?

Ersteinmal meine ich damit nichts Schlimmes. Ich denke, ich bin emotionaler und sensibler als die meisten anderen Menschen. Ich glaube, dass das Sensible vielleicht mit dem Ausbruch meiner Depression in Zusammenhang steht. Es gibt Menschen, die können Gedanken nicht einfach beiseite schieben, indem sie beispielsweise Mobbingattacken der Kollegen, negative Lebenssituationen oder Stress einfach so abprallen lassen. Das ist auch überhaupt nicht schlimm, so ist das eben. Leider werden diese eben genannten Eigenschaften auch gern als Schwächen gesehen. Doch es sind keine Schwächen, dass bin ich und so muss ich mich akzeptieren. Es ist ein Teil von mir, genau wie die Depression. Klingt zwar komisch, aber es ist wichtig zu lernen mit seiner Persönlichkeit sowie mit seinen gesundheitlichen Belastungen umzugehen.

Denke ich anders, bin ich sensibler?

Hier stehen uns natürlich verschiedene Möglichkeiten zur Auswahl. Ich kann mein Verhalten beobachten und dadurch ableiten ob ich empfindlicher oder sensibler bin als andere Menschen. Es gibt aber auch die Möglichkeit verschiedene Tests zu machen. Ein wirklich guter Test ist auf der Homepage von Zartbeseitet.net zu finden. Der Test wird HSP Test genannt, HSP steht für hochsensible Personen. Erfahrungen zeigen, dass hochsensible Menschen häufig an einer psychischen Störung erkranken. Andere Möglichkeiten sind, eine Selbsthilfegruppe aufzusuchen und in den Gesprächen dort zu versuchen, mehr über sich zu erfahren. Der Vorteil einer Selbsthilfegruppe ist, dass dort Menschen zu finden sind, die gleiche oder ähnliche Probleme haben, dadurch kann ein sehr positiver Erfahrungsaustausch zustande kommen. Die Angst vor einem Gruppengespräch verfliegt meistens sehr schnell. Natürlich kann ich auch einen Therapeuten aufsuchen und mit ihm über meine Vermutungen, Anliegen, Probleme und die Depression sprechen. Zusätzlich kann ich auch Freunde befragen, wichtig ist das alle ehrlich antworten und auch ich ehrlich zu mir selbst bin.

Wie gehe ich damit um, dass ich anders bin?

Das ist eine gute und sehr einfach zu beantwortende Frage. Ich muss lernen mich so zu akzeptieren wie ich bin. Es ist wichtig zu erkennen, dass anders sein nicht schlimm ist. Leider ist dies nicht so einfach getan wie gesagt. Jede Umstellung in einem Leben erfordert Zeit und funktioniert nicht von heute auf morgen. Schließlich ist eine Depression auch mit einem längeren Krankheitsweg verbunden. Es ist wichtig, dass ich mich nicht zu stark unter Druck setze, trotzdem muss ich schon ernsthaft versuchen die Veränderung herbei zu führen. Ein Mentor von mir sagte immer, etwas Druck ist immer gut. Es versteht sich natürlich von allein, dass zu viel Druck kontraproduktiv ist und jeder darauf achten sollte, für sich die richtige Mischung zu finden. Ich muss an mir arbeiten und versuchen mich so anzunehmen wie ich bin. Nur weil ich sensibler oder emotionaler bin, hat dies nichts mit Schwäche zu tun. Ich bin halt etwas anders und das ist auch gut so, denn wären wir alle gleich, wäre es doch langweilig.


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