veröffentlicht am 7. Juni 2017 in Ernährung, Essstörung von

Dass Übergewicht schlechte Auswirkungen auf den Körper hat, ist bekannt. Diabetes, Herz-Kreislauferkrankungen, Demenz im Alter und sogar Krebs sind nur ein paar Beispiele für die Folgen von Adipositas. Neuere Studien zeigen allerdings, dass zu viele Kilos auf den Rippen auch der Seele schaden. Woran das liegt und was Sie dagegen tun können, erfahren Sie hier.

Übergewicht kann zu Depressionen führen

Aus Langzeitstudien geht hervor, dass Übergewicht das Risiko stark erhöht, Depressiv zu werden. Nach fünf Jahren ist die Wahrscheinlichkeit an Depressionen zu erkranken bei übergewichtigen Menschen sogar doppelt so hoch als bei Normalgewichtigen. Auch wenn es nicht zu ernsthaften Depressionen kommt, zeigt sich nach Jahren doch ein vermindertes Wohlbefinden bei übergewichtigen Personen.

Gegen Übergewicht und Depressionen ankämpfen

Wenn Sie mit Übergewicht zu kämpfen haben und merken, dass Sie mit Ihrem Körper und Ihrer Fitness unzufrieden sind, dann sollten Sie Sorge dafür tragen, dass Sie wieder in den Bereich des Normalgewichtes kommen. Es hat sich nämlich auch herausgestellt, dass eine Gewichtsabnahme bei übergewichtigen Personen automatisch zu eine Verbesserung der Stimmung führt. Die neu gewonnene Fitness und das neue Körpergefühl sind dabei nicht die einzigen Gründe für das gesteigerte Wohlbefinden nach der Gewichtsreduktion. Besonders großen Einfluss auf das Glücksempfinden hat die Gewissheit, Probleme selbst aus dem Weg räumen zu können. Umgekehrt können aber Depressionen zu gesteigertem Appetit und somit zu Übergewicht führen. Genauso ist das Stresshormon Cortisol auf lange Sicht dafür verantwortlich, dass Sie zunehmen, wenn Sie ständig unter Strom sind. Entspannungstechniken können hier helfen, die Kontrolle über das Gewicht zu halten.

Was genau führt bei Übergewicht zu Depressionen?

Es spielen mehrere Faktoren bei der Entstehung von Depressionen eine Rolle, die bei Übergewicht, vorhanden sind. Vor allem adipöse Frauen scheinen anfällig für Depressionen zu sein. Das mag daran liegen, dass der Schlankheitswahn nach wie vor vor allem die Frauenwelt beherrscht. Dicke Menschen werden nicht nur ästhetisch herabgestuft, auch werden sie charakterlich stigmatisiert. Übergewichtige Menschen werden unter anderem als faul und willensschwach abgestempelt. Ein anderer Grund, weshalb Sie wegen Ihr Gewicht unglücklich werden können, sind die gesundheitlichen Einbußen, die nicht selten mit Übergewicht einhergehen. Nicht nur das allgemeine Energieniveau rutscht ab, auch ernsthafte Erkrankungen, wie Diabetes, Herz-Kreislaufstörungen oder Arthrose entwickeln sich bei langjähriger Adipositas.

Zytokine im Fettgewebe

Forscher fanden heraus, dass das Übergewicht selbst eine Ursache für Depressionen sein kann. Damit ist gemeint, dass das Fettgewebe übergewichtiger Menschen im hohen Maße Zytokine enthält. Diese sind für entzündliche Prozesse im Körper verantwortlich. Zytokine sind Eiweiße, die eigentlich durchaus wichtig für die Immunabwehr sind. Wenn zu viel von diesem entzündungsfördernden Stoff im Körper vorhanden ist, kann dies Depressionen begünstigen, denn Zytokine haben einen großen Einfluss auf die Botenstoffe im Gehirn. Zum Beispiel wird die Produktion des Glücksbotenstoffes Serotonin reduziert. Depressive Menschen ohne Übergewicht weisen ebenfalls zu hohe Zytokinwerte auf. Auffällig bei den Untersuchungen zu diesem Thema war, dass übergewichtige Menschen, die moderaten Sport betrieben, weniger Zytokine aufwiesen als übergewichtige Menschen, die sich kaum bewegten. Selbst wenn Sie mit dem ein oder anderen Kilo zuviel zu kämpfen haben, können Sie also Depressionen vorbeugen oder lindern, wenn Sie ausreichend Bewegung oder Sport in Ihren Alltag integrieren.

Wie gegen Übergewicht und Depressionen angehen?

Sollten Sie mit Ihrem Gewicht unzufrieden sein oder sogar unter Adipositas leiden, haben Sie sicher schon einige Diätversuche gestartet. Diäten werden häufig fasch angegangen, weshalb schnell ein Teufelskreis aus Vorsatz und Scheitern entsteht. Die führt über kurz oder lang zu Frust und dies wiederum zu Heißhungerattacken. Aus diesem Grund werden hier ein paar Tipps aufgezählt, die Ihnen dabei helfen sollen, erfolgreich abzunehmen und dauerhaft schlank zu bleiben.

Langsam abnehmen

Besonders betroffen vom Jojo-Effekt sind Menschen, die Stress mit Essen kompensieren und auf Blitzdiäten setzen. Blitzdiäten beinhalten in ihrem Konzept immer eine starke Reduktion der Kalorienaufnahme am Tag oder eine einseitige Ernährung. Blitzdiäten führen also zu Hunger, welcher der psychischen Gesundheit nicht gerade förderlich ist. Abgesehen davon sind Heißhungerattacken nach kurzen Phasen des Verzichts schon vorprogrammiert. Selbst wenn Sie es schaffen sollten, nach der Blitzdiät „normal“ zu essen, werden Sie zunehmen, da sich Ihr Körper in den Energiesparmodus ersetzt hat, Ihr Grundumsatz also niedriger ist als gewöhnlich. Des Weiteren verlieren Sie bei radikalen Diäten, die länger als ein oder zwei Wochen dauern, Muskelmasse, welche für den Abnehmerfolg essentiell ist, da sie einen großen Einfluss auf den täglichen Energieverbrauch hat. Ein gesundes Maß an Gewichtsverlust stellen ein halbes bis ganzes Kilo in der Woche dar. Mehr in diesem kurzem Zeitraum zu verlieren ist ungesund nicht auf Dauer einhaltbar.

Ein Tagebuch veranschaulicht Fortschritte

Die Motivation ist meist nicht von langer Dauer, auch wenn die gesundheitlichen Konsequenzen von Übergewicht klar sind. Damit Sie bei Ihrer neuen Diät auch tatsächlich am Ball bleiben und nicht in alte Muster verfallen, ist es ratsam, ein Tagebuch zu führen. In diesem notieren Sie sowohl ihre Tages- und Wochenpläne hinsichtlich Sport und Ernährung als auch Ihre Erfolge. Auf diese Weise haben Sie einen Blick auf Ihre Gewohnheiten und Fortschritte und bleiben durchgängig motiviert.

Gewohnheiten ändern

Auf dem Weg zum Normalgewicht sollten Sie bedenken, dass Sie nicht nur für ein paar Wochen, Monate oder Jahre gesund leben wollen, sondern ein ganzes Leben lang. Sie sollten daher eine Diät wählen, die an sich auch eine Ernährungsform sein kann. So eignet sic beispielsweise die Trennkost für eine grundlegenden und dauerhafte Ernährungsumstellung. Wichtig ist hier, dass Sie nicht zu streng mit sich sind und nicht alle schlechten Gewohnheiten auf einmal zu ändern versuchen. Des wird sowieso nicht möglich sein. So wie Sie Ihre Ernährungsweise umstellen müssen, sollten Sie ebenso Ihr Leben lang aktiv sein, d. h. regelmäßig Sport treiben. Suchen Sie sich daher eine Aktivität, die Ihnen Spaß macht. Probieren Sie unterschiedliche Sportarten, wie Tanzen, Mannschaftssport, Joggen, Klettern oder Yoga beispielsweise. Nur wenn Sie an der Bewegung Freude haben, können Sie die Gewohnheit aufrechterhalten. Wenn Sie zu viel Übergewicht haben, dann sollten Sie mit Ihrem Arzt absprechen, welche Sportart Sie betreiben dürfen.
Bei zu viel Übergewicht empfehlen Ärzte meistens ersteinmal, dass man ohne Sport abnehmen sollte. Dies erreicht man durch ein wenig mehr Bewegung im Alltag und eine gesunde Ernährung. Nehmen Sie zum Beispiel öfter die Treppe oder steigen Sie mal eine Station früher aus dem Bus aus.

Langfristig und mit Spaß abnehmen

Depressionen und Übergewicht bedingen sich häufig gegenseitig. Aus diesem Teufelskreis auszubrechen ist nicht einfach, vor allem wenn es an der Geduld fehlt. Sie sollten bei vorhandenem Übergewicht anstreben, langsam abzunehmen, indem Sie Ihre Ernährung überdenken und Spaß an der Bewegung finden. Halten Sie die Motivation und Disziplin hoch, indem Sie einen Wochenplan erstellen und sich Ihre Erfolge bewusst machen.

Sollten Sie an Depressionen aufgrund von Übergewicht leiden, wenden Sie sich an die bvpg.


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