veröffentlicht am 19. Oktober 2013 in Tagesklinik-meine ersten zwanzig Tage von

Meine dritte Woche bricht an. Leider hat sich an dem Wetter nichts geändert, es ist weiterhin grau und kalt draußen. Ein kleiner Lichtblick für mich ist, dass ich heute Morgen meine Scheiben nicht kratzen brauchte. Heute bin ich spät dran, genau um halb neun war ich in der Tagesklinik. Beim Frühstück waren zwei neue Gesichter zu sehen. Nach dem Frühstück hatten wir die Wochenstart-Gruppe. Hier haben wir uns den neuen Patienten vorgestellt, danach hat jeder von uns gesagt, was er sich für diese Woche vornimmt. Ich hatte mir vorgenommen, weiter runterzufahren und versuchen zu entspannen. Das fällt mir nämlich immer noch schwer. Ich habe mir über das Wochenende Entspannungsmusik runter geladen, mal schauen ob mir das weiter hilft. Zudem werde ich versuchen weiter mit Affirmationen und positiven Gedanken zu arbeiten und vielleicht etwas zu schreiben. Denn ich habe festgestellt, dass ich dabei abschalten kann. Nach der Wochenstart-Gruppe hatte meine Gruppe1 Gruppentherapie, die Gruppe2 hatte Kunsttherapie. Ich ging wieder einmal ohne große Erwartungen in die Gruppentherapie. Ich hatte kein Thema was ich ansprechen wollte. Ich muss nämlich eingestehen, dass es auch mir noch etwas schwer fällt ein Thema in der Gruppe zu bearbeiten. Einer der Patienten hatte ein Thema genannt, welches er gern besprechen würde. Das Interessante ist, dass am Anfang ein Thema steht und das Gruppengespräch eine eigene Dynamik entwickelt. Dies ist keinesfalls negativ gemeint, ganz im Gegenteil. Ich habe mich auf einmal sehr schnell wiedererkannt und konnte sehr gut nachvollziehen wie mein Gegenüber fühlt und empfindet. Während des Gespräches bin ich dann aufgetaut und habe mich auch zu Wort gemeldet. Ich sprach über meine Grübelattacken und das es am Wochenende bei mir fast wieder zu einer Grübelattacke gekommen wäre. Es gab sogar einige Patienten in der Gruppe, die nachvollziehen konnten worüber ich sprach, andere hingegen konnten damit nicht so viel anfangen, gaben aber trotzdem Tipps und nahmen sich dem Thema an. Ich fand die Gruppentherapie heute wirklich gut und habe wieder die Erfahrung gemacht, dass es tatsächlich hilft zu sprechen und sich zu öffnen. Außerdem kann man mit Menschen sprechen, die gleiche oder ähnliche Erfahrungen gemacht haben. Ich erkannte, dass ich mit meinen Problemen nicht alleine bin und dass es Menschen gibt, die auch damit zu kämpfen haben. Nach der Gruppentherapie gab es Mittagessen. Um halb zwei gab es eine freiwillige Gruppe. Ich habe erst überlegt ob ich daran teilnehme oder nicht. Habe mich dann zum Glück dafür entschieden. Es standen Achtsamkeitsübungen auf dem Plan. Am Anfang der Gruppe wurde uns erklärt worum es dabei geht, danach fingen wir an. Nach der Übung versammelten wir uns nochmal alle zu einer kleinen Nachbesprechung. Hier konnten wir sagen, was wir empfunden haben und ob es vielleicht etwas für uns wäre. Ich war ehrlich und gab zu, dass ich nach kurzer Zeit nicht mehr richtig mitgemacht habe, da ich ziemlich entspannt und etwas müde war, sodass ich einfach abgeschweift bin. Die Therapeutin fand es überhaupt nicht schlimm. Gut, was hätte sie auch sagen sollen. Sie fand es gut, dass ich entspannen konnte. Ich bin mir noch nicht ganz schlüssig ob Achtsamkeitsübungen etwas für mich sind, das wird sich erst noch zeigen. Nach 45 Minuten war die Gruppe vorbei. Um halb vier gingen wir wie gewohnt nach Hause.


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