veröffentlicht am 22. September 2013 in Tagesklinik-meine ersten zwanzig Tage von

Es ist Dienstagmorgen, immer noch verdammt kalt und wie soll es auch anders sein: grau draußen. Nach meinem üblichen Prozedere, damit meine ich das morgendliche Kratzen und Frieren, kam ich gut gelaunt in der Tagesklinik an. Das Frühstück war heute auch in Ordnung, somit ging ich voller Tatendrang in den Kunstraum. Es war nämlich Zeit für Kunsttherapie. Hier war ich mit der Aufgabe aus der vergangenen Woche beschäftigt. Ich sollte mein auf Papier gebrachtes Inneres beschriften. Das heißt, in Worte fassen. Nach anfänglichen Schwierigkeiten gelang mir das auch. Es ist wirklich nicht einfach seine Gefühle, Fähigkeiten, Eigenschaften und Gedanken zusammen zu fassen. Wobei alles Positive noch relativ einfach ist. Schwierig wurde es erst, als ich mir über die negativen Dinge an mir Gedanken machen musste. Es war ein unangenehmes Gefühl sich mit diesen negativen Dingen, die mein Leben beeinflussen, auseinander zu setzen. Es wirbelte etwas in mir auf und brachte mich zum Nachdenken. Es fühlte sich nicht schlecht an, war aber ungewohnt und schwierig. Nachdem ich mit der Aufgabe fertig war gab es eine Nachbesprechung. Meine Therapeutin stellte mir einige Fragen zu meiner Herangehensweise indem sie mich fragte, ob mir die Aufgabe schwer gefallen ist, was ich gefühlt habe und warum ich einige Dinge ausgerechnet so benannt und an dieser Stelle eingeordnet habe. Danach durfte ich mir eine Aufgabe aussuchen. Ich entschied mich dafür eine Leinwand zu bemalen. Dies hatte ich vorher schon bei anderen Patienten gesehen. Ich hatte das Gefühl, dass mir diese Aufgabe Spaß macht. Leider hatte ich nur noch knapp 20 Minuten Zeit, sodass ich die Aufgabe beim nächsten Mal weitermachen musste. Bewegungstherapie stand als nächstes auf dem Plan. Doch die leitende Therapeutin war heute nicht in der Klinik. Also sind wir anstatt in die Sporthalle nach draußen gegangen. Wir haben mit dem Stationsbetreuer einen netten Spaziergang über das Klinikgelände gemacht. Es war etwas frisch, da der Wind etwas stärker geworden war. Aber irgendwie war es trotzdem schön durch den Schnee zu spazieren. Nach dem Spaziergang gab es Mittagessen. Es schien so, als hätte ich diese Woche kein Glück mit dem bestellten Essen, es schmeckte leider wieder nicht. Nach dem Mittagessen fand die Gruppe Exkursions-Vorbesprechung statt. In dieser Gruppe besprechen wir die Exkursion, die am darauf folgenden Tag immer mittwochs, stattfindet. Es geht aber auch um allgemeine Absprachen wie beispielsweise Termine der Patienten in der kommenden Woche. Die Gruppe endete um kurz nach drei, wir saßen die restliche Zeit noch gemeinsam zusammen und gingen pünktlich um halb vier nach Hause.


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