veröffentlicht am 18. Februar 2018 in Aktuelles/Neues von

Schlagzeilen verwenden häufig den Begriff Volkskrankheit, um zu betonen, wie viele Menschen unter Depressionen leiden. Laut dem Gesundheitsreport 2017 der Techniker Krankenkasse bilden psychische Erkrankungen den zweithäufigsten Grund für Krankschreibung – dabei sind Depressionen und chronische depressive Erkrankungen die häufigsten Diagnosen. Mit einer Aufenthaltsdauer von etwa 40 Tagen stehen Depressionen sogar auf Platz 1 der Gründe für stationäre Klinikaufenthalte. Wer an einer Depression erkrankt ist, leidet demnach durchschnittlich länger an der Erkrankung, als dies bei anderen psychischen Erkrankungen der Fall ist. Erschwerend kommt hinzu, dass viele Betroffene nicht nur einmal im Leben unter einer Depression leiden – sondern mehrmals.

Was passiert nach der Therapie?

Ich dachte nach der Therapie, jetzt bin ich geheilt, aber als der erste Stress kam, hab ich nicht aufgepasst und schon ging es wieder los mit den Depressionen.“

Wer seine Krankheit mithilfe einer Psychotherapie in den Griff bekommen hat, gewinnt seine Lebensqualität zurück. Gleichzeitig tragen Betroffene jetzt die Verantwortung, Veränderungen in ihrer Stimmung und in ihrem Wohlbefinden im Blick zu behalten, um Anzeichen für Rückfälle frühzeitig zu erkennen. Im Alltag geht der Blick für sich selbst jedoch oft schnell wieder verloren. Die hohen Rückfallraten bestätigen das: Fast jeder dritte Betroffene leidet im ersten Jahr nach der Behandlung an einer erneuten depressiven Episode. Erschwerend kommt hinzu, dass mit jeder neuen Episode das Risiko für eine Weitere steigt – gute Gründe, warum der Prävention von Rückfällen ein besonderer Stellenwert in der Behandlung von Depressionen zukommen sollte.

Das hohe Rückfallrisiko bei Depressionen ist jedoch bislang kaum in den Fokus der öffentlichen Wahrnehmung gerückt. Spezielle Versorgungsangebote gibt es wenige.

Das psychotherapeutische Versorgungssystem bietet bis jetzt nur begrenzt Hilfestellungen an: Sowohl innerhalb von Langzeit- als auch bei Kurzzeittherapien können mittlerweile einige der bewilligten Therapiestunden im Anschluss der Behandlung in zeitlichen Abständen für die Prävention von Rückfällen genutzt werden. Die Phase der sogenannten Rezidivprophylaxe endet jedoch, wenn das Therapiestunden-Kontingent ausgeschöpft ist. Spätestens jetzt ist der Patient wieder auf sich alleine gestellt.

Menschen, die eine Depression überwunden haben, bekommen auf Rückfallprävention.com kostenlose Unterstützung dabei, Rückfälle frühzeitig zu erkennen.

Für viele ehemalige Patienten entstehen in der Zeit nach der Therapie folgende Fragen: Habe ich nur einen schlechten Tag oder steckt mehr dahinter? Wann ist der passende Zeitpunkt, um bei einer Stimmungsveränderung tatsächlich einzuschreiten? Welches Angebot passt dann zu mir? Genügt eventuell tägliches Yogatraining zur Stressbewältigung oder brauche ich eine erneute Therapie?

Eines ist sicher: Bei den ersten Anzeichen einer Stimmungsverschlechterung muss nicht sofort die klassische Psychotherapie angezeigt sein – doch die Recherche von Alternativ-Programmen und das Urteil, welche Intervention an diesem Punkt passend ist, lag bislang allein beim Patienten. Nicht selten wird das als überfordernd erlebt.

Diese Lücke will das Berliner Start-up HealthMedo mit der Entwicklung eines digitalen Frühwarnsystems schließen.

Wie funktioniert Rückfallprävention als Online-Programm?

Mithilfe digitaler Fragebögen findet eine regelmäßige Symptom-Kontrolle statt – ähnlich wie ein regelmäßiger Check-Up beim Arzt nach einer längeren Erkrankung. In wöchentlichen oder monatlichen Abständen beantworten die Teilnehmer einige Fragen zu Ihrem gegenwärtigen Wohlbefinden. Die Angaben werden von einem Psychologen ausgewertet und hinsichtlich relevanter (Symptom-) Veränderungen ausgewertet. Das regelmäßige Feedback des psychologischen Betreuers hilft dabei, wichtige Fragen zu beantworten:

  • Ist ein empfundenes Stimmungstief Teil des normalen Lebens oder der Vorbote einer erneuten Depression?
  • Wie kann ich meine Stimmung achtsam verfolgen, ohne die Angst vor einem Rückfall zum zentralen Alltagsthema werden zu lassen?
  • Wie kann ich einem drohenden Stimmungstief aktiv entgegenwirken?

Insbesondere in Bezug auf die Möglichkeiten zur Selbsthilfe und zu vielfältigen Hilfsangeboten steht das Programm den Teilnehmern beratend zur Seite. Sind Anzeichen für einee dauerhafte Stimmunsgsverschlechterung gegeben, spricht der Psychologe Empfehlungen für passende Maßnahmen oder Angebote aus. Wie intensiv die Maßnahmen ausfallen, die den Teilnehmern durch die Psychologen des Programmes empfohlen werden, hängt von der Schwere der Symptomatik ab. Sie können in einfachen Tipps zur Tagesstrukturierung bestehen, im Vorschlag zu speziellen Onlinekursen oder Beratungsangeboten und letztendlich auch in der Empfehlung, sich erneut in eine Psychotherapie zu begeben.

Wer kann teilnehmen?

Im Rahmen einer wissenschaftlichen Studie richtet sichas Angebot Rückfallprävention.com an Menschen, die innerhalb der letzten 12 Monate eine Therapie aufgrund von Depressionen (F32, F33) beendet haben. Die Teilnahme ist kostenlos.Alle Informationen erhalten Sie auf www.rückfallprävention.com. Für Fragen stehen wir Ihnen unter der Telefonnummer 030 602 75 778 und info@rückfallprävention.com zur Verfügung!

 

 


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