veröffentlicht am 1. Juni 2015 in Aktuelles/Neues von

Raus aus der Depression, zurück ins Leben – es ist einfach diese Wörter über die Lippen zu bringen, doch die Umsetzung dieser Aussage macht mir und vielen weiteren Menschen sehr zu schaffen. Eine psychische Erkrankung ist keine Grippe, die nach kurzer Zeit wieder ausgestanden ist. Im Gegenteil: Menschen, die unter Depressionen leiden, haben oft viele Jahre etwas davon. Einige werden die Krankheit und die dazugehörigen Symptome überhaupt nicht mehr los.

Grübeln stoppen - Raus aus der Depression

Die Strategie die mein Leben veränderte! Wie ich es geschafft habe meine schwere Depression zu lindern und meinen Kritiker zu zähmen. Jeder kann es schaffen und an sich arbeiten, auch du!

Raus aus der Depression – aber nicht über Nacht

Jeder sollte sein Bestes versuchen aus diesem Teufelskreis der negativen Gefühle und Gedanken zu entkommen und auf keinen Fall aufgeben auf diesem steinigen und langen Weg. Ich selbst bin oft an meiner Krankheit verzweifelt. Ich wollte raus aus der Depression, zurück in mein altes Leben. Wieder richtig fühlen und Glück empfinden. Leider hat man immer das Gefühl, als würde man einen Schritt vor und zwei Schritte zurück. Man braucht viel Kraft, um sich immer wieder aufzurappeln, um aufzustehen und nach Rückschlägen erneut nach vorne zu blicken. Doch heute weiß ich, dass sich die Strapazen und der Kampf gelohnt haben. Nach einem Kraftakt, viel Arbeit an mir selbst und vielen Therapiestunden, erkenne ich eine sehr positive Veränderung. Es ist, als würde ich mit großen Schritten zurück ins Leben rennen. Selbstverständlich gibt es auch immer wieder Rückschläge, die mich und meine Psyche auf ein Neues fordern. Jedoch spüre ich auch, dass der Spruch „raus aus der Depression, zurück ins Leben“ für mich umsetzbar erscheint.

Es war ein langer Weg. Viele Tränen sind geflossen und viel Kraft wurde investiert. Oft war ich verzweifelt. Ich dachte, du hast keine Chance diesen Teufelskreis zu durchbrechen. Es gab Zeiten, in denen beherrschten meine Gedanken meinen Körper, alles an mir. Ich wäre fast verrückt geworden. Mein Gedankenkarussell fing immer wieder von vorne an. Ich wurde überflutet von negativen Gedanken. Auch kräftemäßig war ich oft am Ende. Oft ging nichts mehr. Ich vegetierte im Bett vor mich hin. Ich war kaputt, erschöpft und habe es nicht mehr auf die Reihe bekommen meinen Tagesablauf zu strukturieren. Eigentlich lag ich den ganzen Tag im Bett. Ich habe nicht gegessen und mich nicht gewaschen. Ich war einfach nicht mehr in der Lage an meinem Leben teilzunehmen.

Hilfe annehmen und Veränderungen herbeiführen

Zum Glück war ich immer bereit Hilfe anzunehmen. Am Anfang ist es ungewohnt, doch ich habe mir irgendwann gedacht, dass ich mich dafür nicht schämen muss. Ich wusste, dass wenn ich raus aus der Depression und zurück ins Leben möchte, ich Hilfe annehmen muss. Denn mir war bewusst, dass ich es alleine wahrscheinlich nicht schaffen werde. Es folgte eine ambulante Psychotherapie, ein Aufenthalt in einer psychosomatischen Kurklinik, eine weitere stationäre Therapie in einer Tagesklinik und eine tiefenpsychologische Therapie. Dazu begann ich mit der Zeit, durch Affirmationen, Entspannungsübungen, positiven Gedanken und Achtsamkeitsübungen meine Gedanken und meinen Lebensstil umzukrempeln. Ich hatte ein Ziel und das lautete endlich raus aus der Depression.

Diese Umstellung, die ich soeben beschrieben habe, lief nicht innerhalb einiger Wochen ab. Sondern sie dauerte mehrere Jahre. Ich glaube auch, dass es überhaupt nicht möglich ist, sein Leben in nur wenigen Wochen umzukrempeln bzw. neu zu ordnen. Im Laufe der Zeit begann ich immer mehr von meinem Gewohnheiten und meinem Verhalten zu hinterfragen. Dank der Achtsamkeitsübungen war ich immer besser in der Lage, mich und mein Verhalten zu beobachten. Ich passte auf, welche Situationen mich belasten, wann das Grübeln kam und wodurch sich dieser Kreislauf aus negativen Gedanken verstärkte. So gelang es mir, bestimmte Auslöser ausfindig zu machen und diesen letztendlich aus dem Weg zu gehen.

Ein weiterer wichtiger Punkt der es mir ermöglichte die Depression hinter mir zu lassen, raus aus den depressiven Gedanken zu kommen und zurück ins Leben zu gelangen war das Thema Veränderungen. Ich habe im Laufe der Zeit erkannt, dass ich aus meinem erlernten Beruf raus muss. Dies hatte verschiedene Gründe. Fakt war, ich musste etwas verändern, wenn ich diesen Teufelskreis hinter mir lassen wollte. Also fasste ich den Entschluss, noch eine weitere Ausbildung zu machen und mich somit beruflich umzuorientieren. Auch so eine Entscheidung fällt nicht über Nacht. Zudem macht es einem die Angst vor dem Scheitern nicht gerade einfacher. Viele, viele Fragen tauchen auf und beschäftigen einen. Fragen wie, stehst du das Kräfte mäßig durch, hast du danach besserer Chancen auf dem Arbeitsmarkt, bist du überhaupt schlau genug um noch einmal zur Schule zu gehen und den ganzen Stoff zu lernen? Letztendlich habe ich mich dann dazu entschieden. Ich fasste all meinen Mut und meine Kraft zusammen und hatte nur noch ein Ziel vor Augen, das hieß, schaffe diese Ausbildung. Vor zwei Wochen war es dann soweit, ich habe die Ergebnisse meiner schriftlichen Prüfung bekommen und war überglücklich, dass ich diese bestanden habe. Jetzt fehlt nur noch die mündliche Abschlussprüfung, dann ist es geschafft. Die berufliche Umorientierung war genau das Richtige für mich. Mein neuer Beruf macht mir Spaß und bringt viele andere Vorteile mit sich. Es war ein Kraftakt, wie schon so oft in meinem Leben.

Für mich ist es klar, ich möchte meine Krankheit, die negativen Gedanken und extreme Traurigkeit hinter mir lassen. Ich möchte zurück ins Leben und ich merke von Tag zu Tag mehr, dass die Chancen vielleicht noch nie so gut standen. Das alles macht mich im Moment sehr glücklich und stolz. Auch wenn nicht alles perfekt ist, gibt es mir sehr viel Hoffnung. Genau diese möchte ich mit diesem Beitrag an euch weitergeben. Es ist möglich, den Spruch „raus aus der Depression, zurück ins Leben“ umzusetzen. Für mich, aber genauso für euch.


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6 Kommentare

Hallo Dennis

Hammer Beitrag. Genau so meistert ein nicht depressiver sein Leben. Auch wir stehen oft nahe zum Abgrund und wissen oft nicht, wie weiter. Es gibt aber meistens mind. zwei Wege zur Auswahl. Hier entscheidet dann oft der Gedanke, welchen Weg man nimmt.
Mein Satz in der letzten Zeit war oft kämpferisch…….“und ich lasse mich nicht bodigen!!!“Und ich lasse mich nicht bodigen.

Danke für Deinen ehrlichen und sehr persöhnliche Worte.

Meine Geduld trägt irgendwie auch so langsam Früchte. Der Herr meldet sich immer noch regelmässig via sms bei mir. Die Texte werden so langsam auch leichter. Ich denke, er arbeitet extrem stark an sich. Hab Dir ja im Februar mal über ihn geschrieben……
Bin extrem gespannt, wie es ihm weiter ergeht……

Ich schicke auch Dir viel Kraft zum Weitermachen, ich habe wieder genügend davon:-)

Liebe Grüsse aus Basel

Silvia

Hallo Silvia,

eure Entwicklung freut mich. Oft geht es halt nur langsam voran, aber wichtig ist das es überhaupt voran geht. 😉

Ich wünsche euch auf jeden Fall weiterhin viel Kraft.

Liebe Grüße
Dennis

Hallo Dennis,
dieser Text gibt Mut, dass es doch einen weg gibt…

Danke dafür
Liebe Grüsse, Andrea

Hallo Dennis,

erstmal Meinen Respekt dafür, wie du das alles gemeistert und was du mittlerweile erreicht hast 🙂 Ich finde es gut, dass du in deinem Beitrag nicht nur deine Fortschritte erwähnst, sondern auch ausdrücklich darauf hinweist, dass diese Entwicklung nicht innerhalb kurzer Zeit stattgefunden hat, sondern es ein langer Prozess war, bzw. ist. Leider begegne ich oft noch Menschen, die der Meinung sind, eine Depression liese sich im Schnellverfahren behandeln lassen. Ein paar Therapiesitzungen und schon ist alles wieder in Ordnung. Dabei stützen sich besagte Menschen auch gerne mal auf Geschichten über Leute, die Depressionen hatten und denen es jetzt gut geht. Was dabei leider oft untergeht ist der Weg, der dazwischen lag. Deshalb ist es umso wichtiger, dass auch diejenigen, denen es mittlerweile besser geht, die Entwicklung dorthin nicht unerwähnt lassen.

Liebe Grüße,

Alice 

Hallo Dennis,

es freut mich sehr, über deine Entwicklung lesen zu können.
Ich selbst hab ja auch so einiges durch und kämpfe mal mehr und mal weniger mit meinen Dämonen. Aktuell hänge ich zwar in einem kleinen loch, bin aber seit einem halben Jahr ohne Medikamente und das ist für mich ein kleiner Erfolg.
ich selbst blogge auch und habe mir so einiges von der Seele geschrieben. Aktuell kämpfe ich mal etwas gegen das totschweigen in der gesellschaft. Mein Beitrag schlägt gerade kleine Wellen bei facebook und kann hoffentlich auch einigen Menschen Mut machen, sich der Krankheit zu stellen und offen darüber zu reden.
http://limalisoy.de/depression-und-gesellschaft/

Dir wünsche ich weitergin viel Erfolg, zuversicht und ganz viel Kraft für das Kommende!
Yvonne

Hi,

vielen Dank für deinen Beitrag. Ich wünsche dir weiterhin viel Erfolg für deine Projekte und alles Gute für deine Gesundheit!

LG
Dennis