veröffentlicht am 23. Juni 2017 in Aktuelles/Neues, Depression und Angststörung, Depressive Gedanken und Gefühle von

 

Postnatale Depression – die dunkle Seite des Mutterseins

Freuen sich gerade über eine Schwangerschaft und machen sich Gedanken über die Zeit nach der Geburt, dann werden Freunde und Bekannte immer wieder davon erzählen, wie erfüllend und fröhlich die erste Zeit mit dem Kind sein kann. Doch es gibt wie immer im Leben Schattenseiten und auch die erste Zeit nach der Geburt kann belastet sein, wobei hiermit nicht das Gefühl vieler Nächte gemeint ist, in denen das Kind noch nicht durchschläft und auch nachts Betreuung braucht. Jetzt kann die postnatale Depression zu einer schweren Belastung in der Beziehung zwischen Mutter und Kind werden, aber auch die Partnerschaft kann unter dieser Erkrankung sehr leiden. Ob das erste Kind oder das vierte Kind, eine Frau kann eine postnatale Depression erleiden und die glückliche erste Zeit mit dem Kind kann zu starken gesundheitlichen Problemen führen.

Was ist die postnatale Depression?

Kommen Sie vielleicht demnächst als junge Mutter aus dem Krankenhaus, dann gibt es in Ihrer Umgebung viele Menschen, die Sie als glückliche Mutter erleben wollen. Natürlich dürfen Sie die übliche Müdigkeit junger Mütter vorweisen, aber ansonsten soll die Mütterlichkeit der Frauen sich zeigen und Ihnen soll das Glück aus den Augen strahlen, wenn Sie Ihr Kind anschauen. Da ist es schwer, seinen nächsten Menschen zu zeigen, dass hier keine glückliche Lebensphase vorliegt, sondern die postnatale Depression vorliegt. Die postnatale Depression kann in zwei Formen auftreten, wobei in den meisten Fällen die postnatale Depression angezeigt ist, es kann aber auch eine postnatale Psychose vorliegen, welche aber nur in ganz seltenen Fällen auftritt. Bei einer postnatalen Depression können die unterschiedlichsten Ursachen vorliegen, die entweder als Probleme behoben werden sollten oder mit denen die Mutter leben muss, sodass der beste Weg zur guten Mutter trotz psychischer und körperliche Probleme gefunden werden muss.

Wieso entsteht diese?

Auch wenn Ihr Umfeld nur von schönen und schnellen Geburten spricht, so kann eine Geburt auch ein schwieriges Erlebnis für die Mutter sein und dazu führen, dass sich nach der Geburt des Kindes die postnatale Depression zeigt. Aber nicht nur die direkte Geburt, sondern auch Probleme während der Schwangerschaft oder kurz nach der Geburt lassen die postnatale Depression aufkommen. Es können aber auch schwerwiegende psychische Probleme liegen und auch körperliche Schäden können als Ursache ausgemacht werden. Kommen Sie mit Ihrem Kind in ein schwieriges Umfeld und sind Sie vielleicht nicht so herzlich willkommen, wie es eigentlich sein sollte, dann kann dies auch die Ursache für eine postnatale Depression sein. Haben Sie ein sogenanntes Kuckuckskind oder macht Ihnen ein krankes Kind sorgen, dann kann diese Erkrankung die Folge sein. Selbst gesellschaftliche Ursachen können vorliegen, wenn zum Beispiel eine weiße Mutter mit einem farbigen Kind als nicht gut angesehen wird, als wenn ein gleichfarbiges Kind geboren würde. Hier sollten Sie sich als zukünftige Mutter immer darüber im Klaren sein, dass es viele Ursachen gibt, die aber schon in der Schwangerschaft oftmals mit ein wenig Mut behoben werden können. So kann ein Freundeskreis die Familie ersetzen und glaubt die Mutter sich das Kind finanziell nicht leisten zu können, dann sollte der Weg zu allen Stellen führen, die finanzielle Hilfe für die Mutter anbieten. Hier sollten Sie auch keine falsche Scham haben, denn Sie haben ein Anrecht auf ein möglichst sorgenfreie Zeit mit Ihrem Kind.

Wie kann man vorbeugen?

Mit einer Schwangerschaft sollten Sie sich darüber im Klaren werden, welche Probleme damit verbunden sind. Jetzt heißt es nicht den Kopf in den Sand stecken, sondern ganz beherzt jedes Problem anzupacken. Finanzielle Absicherung, die Partnerschaft überprüfen oder den Rückhalt in der Familie ausloten, am Anfang einer Schwangerschaft kann dies alles erledigt werden, damit Sie nach der Geburt keine bösen Überraschungen erleben. Natürlich ist es wichtig, dass Sie sich auch über die Risiken und gesundheitlichen Probleme bei der Geburt Ihres Kindes schon vorher informieren, dass die Geburt nicht zu einem Schockerlebnis werden muss. Dies heißt aber nicht, dass Sie sich nun alle möglichen schockierenden Geburtserlebnisse der Freundinnen in allen Einzelheiten erzählen lassen müssen. Jede Frau ist anders und so kann auch jede Geburt anders verlaufen.

Wie kann man sie behandeln?

Das große Problem der postnatalen Depression ist, dass die Betroffenen sehr oft ganz im Geheimen leiden. Oftmals ist es die Scham, denn nach der Geburt sollte die Mutter froh und glücklich die schönste Zeit mit ihrem Kind erleben, stattdessen tritt die postnatale Depression auf. Dies heißt, dass der erste Schritt bei vielen Frauen erst einmal ist, dass sie sich die gesundheitlichen Probleme selber eingestehen und nicht das große Verschweigen beginnt. Obwohl diese Art von Depression weder in der ICD-10 noch im DSM-IV als eigenständiges Krankheitsbild aufgeführt sollten Sie andere Betroffene finden und sich nicht mehr alleine fühlen. Dazu sollten Sie den Weg zum Arzt nicht scheuen und hier kann der zuverlässige Frauenarzt schon eine gute Anlaufstelle sein. Dieser wird die Behandlung einleiten und dazu beitragen, dass die richtigen Mittel für eine Behandlung der postnatalen Depression bereitstehen. Aber auch die Angehörigen und natürlich der Partner sollten jetzt nicht auf die glückliche Mutter hoffen und Sie dazu drängen, sondern an Ihrer Seite stehen und Sie im Kampf gegen die postnatale Depression unterstützen.

Was hilft am besten?

Am Besten ist immer noch eine gute Vorbereitung auf das Kind und auf die Geburt.

– Ist das Zimmer fertig,
– haben Sie Hilfe nach der Geburt,
– können Sie sich auf einen Partner, die Familie oder Freunde verlassen,
– ist das Finanzielle gesichert und
– haben Sie einen Arzt, der Sie bestens auf die Geburt vorbereitet hat.
– Selbst die Suche des besten Krankenhauses ist wichtig,
– genauso sollten Sie mit sich im Reinen sein, wenn dieses Kind nicht vom Partner sein könnte,

es kann viele Probleme in der Schwangerschaft geben, die Sie schon am Anfang ganz beherzt angreifen sollten. Hier nützt kein Verdrängen, sondern Sie sollten für eine Beseitigung der Probleme sorgen und sich dann ganz einfach nur noch auf Ihr Kind konzentrieren. Mit viel Mut sollten Sie auch psychische und körperliche Erkrankungen nicht verdrängen, sondern sich jetzt darauf einstellen, dass Sie diese nun zu zweit mit Ihrem Kind meistern müssen. Durch eine gute medizinische Unterstützung lässt sich dies meistern und die postnatale Depression kann verhindert werden. Stilles Erdulden und Leiden ist in einem solchen Fall nicht angebracht und Sie sollten immer bedenken, dass Ihr Kind ein Recht auf eine unbeschwerte Kindheit hat und Sie das Recht auf eine unbeschwerte Zeit mit Ihrem Kind.

 

Fazit

So manche Frau fühlt sich nach der Geburt des Kindes einfach schlecht, weil sie nicht die glückliche Mutter sein kann, wie es von ihrem Umfeld erwartet wird. Hier ist die postnatale Depression aufgetreten und diese Erkrankung kann durch viele Ursachen ausgelöst werden. Deshalb sollten Sie am Anfang einer Schwangerschaft alle Ihre Probleme auflisten und diese Punkt für Punkt angehen und aus dem Wege schaffen. Dies bedeutet für die Einen, dass Sie vollkommen gelöst sind, für die Anderen heißt es aber, dass Sie lernen zum Beispiel mit psychischen und körperlichen Problemen eine möglichst gute Mutter zu sein. Setzen Sie sich nicht selber unter Druck und lassen Sie sich auch nicht von Ihrer Umgebung unter Druck setzen, denn auch diese werden die Mutterschaft nicht immer nur als glückliche Zeit erlebt haben. Gerade bei der Vorstellung der Mutter zeigen sich immer noch Idealbilder, die erfüllt werden sollen, doch die Wirklichkeit hält damit am wenigsten stand. Deshalb geben Sie einfach Ihr Bestes und lassen Sie sich nicht irritieren von Frauen, die als perfekte Mutter vorgestellt werden. Auch diese haben Macken und Kanten, die sie vielleicht nur besser verstecken können. Sollten Sie aber trotz guter Vorbereitung auf das Kind eine postnatale Depression erleiden, dann ist Scham und Erdulden vollkommen falsch, sondern mithilfe anderer Betroffener, der Familie und der Medizin sollten Sie beherzt das Problem angehen.


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