veröffentlicht am 19. Januar 2016 in Depression und Angststörung von

Phobie – Was ist das?

Normalerweise ist die Angst eine sehr wichtige Empfindung und dient den Menschen als innerer Gefahrenmelder. Hat ein Mensch eine übermäßig große Furcht vor bestimmten Dingen oder Situationen, dann spricht man von einer Phobie. Es gibt rund 600 unterschiedliche krankhafte Ängste und viele Menschen haben mehr als nur eine Phobie.

 

Eine Phobie hat unterschiedliche Ursachen

Wie eine Phobie exakt ausgelöst wird, ist immer noch schwer zu erklären. Viele Experten sind sich aber einig, dass stets mehrere Ursachen gemeinsam für die krankhafte Angst verantwortlich sind. Diese kann durch bestimmte Erfahrungen in der Vergangenheit, durch die Erziehung oder durch ganz bestimmte Erlebnisse ausgelöst werden.

Bis zu einem bestimmten Grad können Ängste erlernt sein. Wenn sich zum Beispiel ein kleines Kind vor etwas fürchtet und eine Katze in der Nähe ist, dann kann das Kind die Katze unbewusst mit den Angstgefühlen verknüpfen. Von diesem Zeitpunkt an verursacht plötzlich jede Katze weitere Angstgefühle. Wichtige Bezugspersonen, wie zum Beispiel Eltern, leben ihren Kindern bestimmte Verhaltensweisen vor. Haben die Eltern zum Beispiel Angst vor einer Spinne, dann können die Kinder dieses Verhalten übernehmen. Gerade im Hinblick auf die spezifischen Phobien ist dieser Mechanismus sehr wichtig. Auch ganz bestimmte Situationen können unter gewissen Umständen zu einem Ausgangspunkt einer krankhaften Phobie werden.

Wissenschaftler haben festgestellt, dass manche Dinge leichter eine Phobie auslösen können als andere. Deutlich mehr Menschen fürchten sich zum Beispiel vor einer Schlange als vor einem normalen Gegenstand wie einem Fernseher. Dies hängt wahrscheinlich damit zusammen, dass die Furcht vor einer Schlange im Hinblick auf die Menschheitsgeschichte bereits über Generationen erlernt wurde. Weitere Ursachen einer Phobie sind familiäre Veranlagungen, Medikamente, die den Hirnstoffwechsel beeinflussen, und innere nicht lösbare Konflikte.

 

Die häufigsten Symptome

Die Symptome können je nach Angst ganz unterschiedlich sein. Herzrasen, Atemnot, Zittern, Übelkeit, Schwitzen und Magen-Darm-Beschwerden sind bei vielen Betroffenen sehr verbreitet. Für diese körperlichen Symptome gibt es keine organischen Ursachen. Denken die Betroffenen an den jeweiligen Angstauslöser, so bekommen sie heftige und kaum kontrollierbare Angstgefühle. Die Furcht kann sich in besonders schlimmen Fällen zu einer Panikattacke steigern. Viele Betroffene haben so große Angst vor ihrer Phobie, so das sie den Auslöser komplett aus ihrem Leben verbannen. Diese Vermeidungsstrategie breitet sich auf viele Lebensbereiche aus und kann zu einer steigenden Einschränkung des Alltags führen. Eine soziale Phobie (ICD-10 F40.1) äußert sich zum Beispiel durch Panikattacken. Die Betroffenen meiden so gut sie können soziale Kontakte und die Öffentlichkeit, sie isolieren sich immer mehr.

 

Einige bekannte Arten von Phobien

Androphobie -> Angst vor Männern
Antrophobie (ICD 10 F40.1) -> Betroffene haben Angst vor Öffentlichkeit und Menschen
Arachnophobie (ICD F40,2) -> Angst vor Spinnen
Achluophobie -> Betroffenen fürchten sich vor der Dunkelheit
Arztphobie (ICD 10 F40.2)  -> Angst bzw. Furcht vor Ärzten

Behandlung einer Phobie

Nicht jede Angst muss mit einer Therapie oder in einer Klinik behandelt werden. Der erste Ansprechpartner für den Betroffenen ist stets der Hausarzt. Dieser kann feststellen, ob hinter den Symptomen körperliche Ursachen, wie zum Beispiel eine Schilddrüsenüberfunktion oder Herzkrankheiten, stecken. Handelt es sich aber um eine behandlungsbedürftige Angsterkrankung, dann überweist der Hausarzt den Betroffenen zu einem Psychotherapeuten oder einem Psychiater. Viele Ängste können mit der Verhaltenstherapie überwunden werden. Bei besonders schweren Fällen verschreibt der Therapeut zusätzlich auch noch angstlösende Medikamente. Am besten eignet sich Antidepressiva, wie selektive Serotonin-Noradrenalin-Wiederaufnahmehemmer und selektive Serotonin-Wiederaufnahmehemmer. Im Rahmen einer Therapie oder in einer speziellen Klinik werden unterschiedliche Behandlungsmethoden durchgeführt. Zu diesen gehören systematische Desensibilisierungen, Gruppentherapien und Reizkonfrontationen. Mit einer individuell abgestimmten Therapie kann der Betroffene seine Angst überwinden.


Kommentar schreiben


Noch keine Kommentare