veröffentlicht am 10. März 2013 in Gedankengänge zu Depressionen von

Die Depression ist eine schwere, nicht zu unterschätzende Krankheit, häufig mit quälenden Auswirkungen auf die Betroffenen. Sie die Lebensqualität. Zudem bringt das Kranheitsbild einen längeren Leidensweg mit sich, welcher sich sehr Kräfte zehrend auf direkt Betroffene, aber auch Angehörige und Freunde auswirkt. Jeder, der an einer Depression erkrankt ist, wünscht sich wieder gesund zu werden.

Ich leide genau wie viele andere Menschen auch, unter einer Depression. Im Laufe der Zeit ist mir einiges, was mit dem Umgang dieser Krankheit zu tun hat, klar geworden. Ich habe viel Kraft verwendet, um mich gegen dagegen aufzulehnen, ich würde sogar sagen, gegen sie zu kämpfen um sie zu bezwingen.

Doch ist es vielleicht sinnvoller, nicht ständig dagegen anzukämpfen, anstatt mich im täglichen Kampf aufzureiben? Ich kenne es und ihr werdet es auch kennen. Die ständigen Stimmungsschwankungen, die Antriebslosigkeit, die vielen negativen, quälenden Gedanken und die ständige Angst davor erkannt zu werden, dass ich unter einer Depression leide. Aber auch die immer neuen Versuche diese Krankheit abzuschütteln und sich nicht unterkriegen zu lassen. Ist es nicht tatsächlich besser, wenn ich mir die so dringend benötigte Kraft einteile? Wenn ich versuche meine Kraft gezielt einzusetzen, statt immer wieder mit voller Wucht gegen meine Depression anzurennen und anzukämpfen, um am Ende nur noch weniger Kraft zu besitzen.

Nur wie soll das klappen? Wofür soll ich meine Kraft aufbringen und was bedeutet gezielt einsetzen? Wird mir das wirklich etwas bringen?

Also, fange ich noch einmal ganz in Ruhe mit der ersten Frage an. Wie soll das klappen? Um diese Frage zu beantworten muss ich mich viel mit meiner Vergangenheit und meiner Persönlichkeit beschäftigen. Ich muss mich fragen, was könnten die Aulöser sein? Wie ich weiß, kann eine Depression durch eine falsche Lebenseinstellung, schlimme Erfahrungen, Stress, Trauer und noch viele andere Ursachen ausgelöst werden. Nur wie soll mir das weiterhelfen? Ich denke, dass ich die Depression mit ihrem schlimmen Krankheitsverlauf in meinen Gedanken etwas beiseite schieben oder besser gesagt, in einem anderen Blickwinkel betrachten muss. Wenn ich davon spreche, meine Erkrankung in einem anderen Blickwinkel zu betrachten, meine ich damit, dass ich nicht nur das Negative an meiner Depression sehen soll, auch wenn dies schwierig erscheint. Das bedeutet nicht, dass ich mir alles schön rede, doch vielleicht liegt in ihr etwas Positives. Ja, vielleicht birgt sie für mich eine Chance. Eine Chance etwas zu verändern, etwas zu erkennen, was ich übersehen habe und ohne diese Krankheit nie erkannt hätte. Dies heraus zu finden ist nicht einfach. Ich muss meine Vergangenheit, meine Gewohnheiten und Gedanken hinterfragen. Ich muss meine Persönlichkeit durchleuchten und dabei schonungslos ehrlich zu mir sein. Was mit Sicherheit nicht immer einfach ist und unangenehm werden kann. Doch ich glaube, es ist der einzige Weg, um mit meiner Erkrankung fertig zu werden und nicht jeden Tag wieder zu kämpfen und noch schwächer zu werden. Vielleicht sollte ich nicht mehr von einem Kampf gegen meine Depression sprechen, sondern vielmehr versuchen mein Leben etwas darauf einzustellen. Zugegeben, es ist leichter gesagt als getan. Doch wenn ich meine Kraft und Energie richtig einsetze, kann ich es vielleicht schaffen. Womit ich bei der der nächsten Frage wäre.

Wofür soll ich meine Kraft aufbringen? Ich habe bis jetzt immer davon gesprochen gegen meine Depression zu kämpfen oder sie zu bezwingen. Dieser Kampf, ja, alleine die Gedanken daran, kosten mich zu viel Kraft. Diese Kraft könnte ich wesentlich besser für mein tägliches Leben und den damit verbundenen Abläufen, Aufgaben, Situationen und Hindernissen benötigen. Ich muss aufhören zu kämpfen und anfangen zu leben. Es ist doch möglich, dass ich mit meiner Depression lebe. Klar ist es nicht immer einfach, aber wenn ich es richtig anstelle und versuche meine Kraft gezielt einzusetzen könnte es funktionieren. Was meine ich, wenn ich davon spreche meine Kraft gezielt einzusetzen? Wie ich bei der ersten Frage gelernt habe, muss ich mich selbst hinterfragen. Ich werde, vorausgesetzt ich bin ehrlich zu mir, einige Gewohnheiten oder Gedanken bemerken, die mir nicht gut tun. Das kann beispielsweise das Rauchen sein, die Ernährung oder unser uneinsichtiges Verhalten. Vielleicht sollte ich mir auch die Frage stellen, wer am meisten von den vielen Überstunden profitiert? Ich denke eher der Chef als mein Körper und meine Seele. Es kann vieles sein, wichtig ist nur, dass ich es erkenne. Ich muss verstehen was falsch läuft, daher sagte ich auch, die Erkrankung als Chance sehen. Das Gleiche gilt natürlich auch für die positiven Dinge in meinem Leben, das was mir Spaß macht und gut bekommt. Auch dies muss ich lernen zu erkennen. Gelingt es mir, dies zu erkennen, muss ich versuchen meine Kraft umzuleiten und gezielt für die Dinge einzusetzen, die mir Spaß machen. Warum sollte ich meine Kraft auch für etwas opfern, was meine Gesundheit kaputt macht, mich belastet oder mir nicht gefällt. Klingt doch vernünftig, oder?

Die Frage ist nur, ob mir das etwas bringen wird? Die Depression ist ja immer noch vorhanden. Das ist vollkommen richtig, aber wenn es mir gelingt die Dinge oder Angewohnheiten, die mich negativ beeinflussen oder negativ auf meinen Körper und meine Seele wirken, Stück für Stück abzulegen, bekomme ich eine bessere Lebensqualität und somit wird es mir deutlich besser gehen. Selbst wenn ich nur einen kleinen Fortschritt mache, bei dem ich mich besser fühle, der mir etwas bringt, hat es sich doch für mich gelohnt.

Fühle tief in dich hinein,
überwinde die Angst davor anders zu sein,
Sei ehrlich zu dir und erkenne deine Kraft,
nutze sie für Positives, was dich glücklich macht.
Spüre und sehe einen neuen Weg,
sei es nicht selbst, der sich im Wege steht.
Lerne somit dich zu verstehen,
mit Körper und Seele neue Wege zu gehen.


Kommentar schreiben


4 Kommentare

Deine Worte höre/lese ich wohl; nur erreichen sie mein Innerstes nicht…
Du scheinst einen Weg aus Deiner Depression heraus gefunden zu haben; bzw. gelernt zu haben, damit umzugehen, was mich für dich sehr sehr freut!
Aber du weißt sicher nur allzu gut, wieviel Kraft u. auch der kompetenten Außenhilfe es dazu bedarf.

Leider bin ich bisher nur auf Therapeuten/innen gestoßen, bei denen sich die Rollen völlig verkehrten. … Irgenwann klagten sie mir ihr Leid u. wünschten mich als Freundin, Retterin o. sonst etwas.

Auch in den psychiatrischen Kliniken, in denen ich war, traf ich überwiegend auf ‚Personal‘, das ich als vollkommen unqualifiziert fand…

Vielleicht passe ich ja in kein Schema. Vielleicht bin ich auch einfach nur furchtbar arrogant. Ich weiß es nicht.
Vor allem aber, weiß ich überhaupt nicht mehr wohin mit mir und meinem Sinnlosigkeitsempfinden.

Sorry, daß ich dich so zumüllte mit meinem Mist.
Und Großdank dafür, diese Worte überhaupt an dich gerichtet haben zu dürfen und zu können!

Gaaanz viel Gutes und Schönes für Dich!
G.R.

Hallo,

vielen dank für deine offenen Worte. Ich kann dich gut verstehen. Es kann verdammt schwierig sein mit einer Depression zu leben, dass weiß ich nur zu gut. Auch einen guten Therapeuten findet man nicht sofort. Ich denke allerdings nicht, dass du in kein Schema passt. Es kann durchaus sein, dass du bis jetzt etwas pech gehabt hast bei der Therapeutenwahl.
Ich kann aber aus meiner Erfahrung heraus sagen, dass es sich lohnt weiter zu machen und nicht aufzugeben. Klar ist es immer leicht gesagt, doch ich habe es durch bzw. bin damit auch noch beschäftigt. Es gibt Höhen und Tiefen, ich lerne mit miner Depression zu leben. Es ist sicherlich nicht einfach, doch trotzdem ist es möglich, zumindes die Symptome ein wenig zu lindern.
Wenn du Zeit und Lust hast, ließ ein wenig in den anderen Rubriken, vielleicht ist ja etwas für dich dabei. Ich würde mich freuen!
Ich wünsche dir alles Gute!
Dennis

Wahre Worte was du da sagst! Gegen die Depression zu kämpfen erfordert wahnsinnig viel Kraft und am Ende ist man nur noch schwächer..
In der Klinik in der ich mal war war der letzte Dreck. Krankenpfleger haben absolut keine Ahnung von psychischen Krankheiten, spielen den Zustand des Patienten herunter und stempeln es als „Phase“ ab und sind zum Teil nicht mal freundlich

Hallo,

ich denke eine Mischung aus Kampf (nicht aufgeben) und Akzeptanz war ein guter Weg für mich. Ich habe in meinen Therapien gute Erfahrungen mit dem Personla gesammelt. Zum Glück!

Wünsche dir alles Gute!
Dennis