veröffentlicht am 31. März 2015 in Rechtliches von

Krankengeld bei Depressionen

Bei Arbeitsunfähigkeit mit Krankengeldbezug sind psychischen Leiden in den letzten Jahren immer häufiger Ursache. Vor allem Depressionen und Burnout sind dabei die häufigsten Diagnosen. Diese Erkrankungen führen oft zu Krankengeldbezug und können chronisch werden. Das lässt sich nur durch früh begonnene Behandlung verhindern. Betroffene sollten ihren Arzt aufsuchen und sich auch von der Krankenkasse beraten lassen.

 

Psychische Leiden bei Krankengeldbezug ganz vorne

Bei der Krankenkasse ist diese Entwicklung nichts Neues mehr. In der Öffentlichkeit werden psychische Erkrankungen und gerade Depressionen immer noch stigmatisiert. Ereignisse wie der Selbstmord des früheren Nationaltorwarts Robert Enke lenken nur für kurze Zeit die Aufmerksamkeit auf das Thema Depressionen. Das Krankengeld beträgt 70 Prozent des Bruttogehalts, ab der 7. Woche Arbeitsunfähigkeit besteht Krankengeldanspruch für 78 Wochen, aber diese gehen schneller vorbei als man denkt. Um Depressionen gut zu behandeln, braucht es einen Facharzt, eventuell Medikamente und oft auch eine Psychotherapie. Doch Termine sind nicht leicht zu bekommen. Daher sollten Betroffene im Krankengeldbezug jetzt sofort und zügig handeln.

 

Arbeitsunfähigkeit wegen Depressionen – die Krankenkasse informiert und unterstützt

Betroffene sollten vor Beginn des Krankengeldbezugs auf jeden Fall Rücksprache mit der Krankenkasse halten. Dort bekommt man alle wichtigen Informationen zum Krankengeldanspruch und Pflichten während des Krankengeldbezugs. Ein Informationsgespräch ist deshalb so wichtig, da es noch einige Besonderheiten gibt. Meines Wissens nach, werden die vorherigen Zeiten der Arbeitsunfähigkeit von der Dauer des Krankengeldbezugs abgezogen. Dies würde bedeuten, wenn ich vor meinem Krankengeldbezug vier Wochen wegen der selben Erkrankung Arbeitsunfähig war (egal ob am Stück oder gesplittet), habe ich nur noch Anspruch auf 74 Wochen.

Ein weiterer Pluspunkt ist, dass die Krankenkasse kompetent über Behandlungsmöglichkeiten berät. Betroffene sollten daher diese Hilfe in Anspruch nehmen und mit der Krankenkasse kooperieren. Eventuell ist die Krankenkasse sogar bei der Suche nach einem Therapeuten behilflich. Daher ist es für Betroffene wichtig, keine Angst vor diesen Gesprächen zu haben und sich nicht für die Erkrankung zu schämen. Ich weiß aus eigerner Erfahrung, dass die Ansprechpartner sehr nett sind und einem helfend zur Seite stehen.

 

Depressionen sind behandelbar

Dies ist die gute Nachricht, an der sich Betroffene immer orientieren sollten. Natürlich fällt einem der Gang zum Arzt schwer, wenn man psychisch stark belastet ist. Dann sollte man sich Unterstützung bei Angehörigen oder Freunden suchen. Das Krankengeld, das nach der sechsten Woche Arbeitsunfähigkeit bezahlt wird, gibt zwar zunächst ein Maß an existenzieller Sicherheit. Doch nur eine gezielte Behandlung verhindert, dass aus Depressionen über die Arbeitsunfähigkeit und Krankengeldbezug hinaus eine einstweilige oder endgültige Berentung wird.

 

Schon an eine Berufunfähigkeitsversicherung gedacht?

Eine Berfsunfähigkeitsversicherung kann für Betroffene und deren Kinder, aufgrund der erblichen Vorbelastung sehr sinnvoll sein. Was eine Berufsunfähigkeitsversicherung ist und auf was geachtet werden muss wird in meinem Beitrag  Berufsunfähigkeitsversicherung bei Depression ausgiebig beschrieben.


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3 Kommentare

Hallo liebe fangemeinde,

ich habe mir gerade diesen Beitrag durch gelesen und weiß nun nicht ob ich darüber lachen oder weinen soll. dazu meine geschichte.

seit ca. 4 jahren habe ich massive probleme und meine frau drängte mich immer wieder mir ärztliche hilfe zu holen. ich lehnte dies immer wieder ab mit der begründung das es sowieso nicht hilft. letztes jahr im juni kam ich dann zu der erkenntnis das ich nun doch hilfe brauche und ging die sache an.

da ich bereits vor 2 jahren schon einmal die psychatrische notfallambulanz hier am ort aufgesucht hatte nahm ich derzeit bereits ein antidepressiva ein. dies zeigte aber keinerlei wirkung. nun der neustart im juni 2014. erneut in die ambulanz erklärte man mir das ich grundsätzlich das falsche medikament eingenommen habe und es wurde umgestellt. auch dieses zeigte auch einige wochen später keinerlei wirkung. noch einmal dort hin wurde die dosis um das doppelte erhöht. wieder nach wochen zeigten sich eine erste wirkung und es ging mir zunehmend besser.

als das half aber nichts denn von anfang an legte mir meine krankenkasse knüppel zwischen die beine. bereits 2 wochen nach dem eintritt ins krankengeld wurde nachgefragt wie lange es noch dauern würde. kurz darauf bekam ich auch schon den ersten termin beim mdk zur begutaCHTUNG: DIESER DAUERTE GANZE 12 minUten und ich wurde quasi raus geschmissen. ergebnis war das mir wohl meine arbeit nicht gefällt und es keine au-relevanz gibt. darauf hin stellte die kk das krankengeld ein.

nun begann die odysee des widerspruchsverfahrens, das sich über 3 monate hin zog in denen ich kein geld bekam. nach widersprüchen meines hausarztes und meiner psychologin entscheid nun der mdk nach aktenlage das ich nicht arebeiten kann denn ich hatte zusätzlich zu meinem psychischen zustand neurologische ausfälle, heißt ich bin ohne jede vorzeichen einfach so umgekippt und war für ein paar sekunden ohne bewusstsein. als berufskraftfahrer eine gefährliche situation.

nach langen 3 monaten wurde nun doch weiter krankengeld bezahlt, ich war zunehmend erleichtert und es stellte sich eine merkliche besserung ein. bis dann vor 2 wochen der erneute knock out über die krankenkasse kam. erstens hatte man sich bei der berechnung des krankengeldes massiv verrechnet, dies nun bemerkt und mir mitgeteilt das ich in 9 monaten einige tausend euro zu viel bekommen habe, die natürlich zurück zahlen muss.

zweitens wurde ein neuer termin dem mdk angemeldet zur erneuten untersuchung. also wieder alles auf anfang. die beiden nachrichten haben mich nun wieder in den urzustand wie vor ca. 1 jahr zurück geschossen. alles wie vorher auch, sämtliche symtome und gemütszustände und alles damit verbundenen sind 1:1 wieder da und nach meinem empfinden noch verstärkt.
alles was ich als “hilfe” von meiner KK bekam waren für mich schlechte nachrichten, druck und unverständnis. keinerlei beratung, keine hilfe bei der suche nach einem psychotherpeuten, nichts! Außer jeder menge Anrufe, Briefe so das ich bereits eine ganzen aktenordner papier hier habe.

Für mich bedeutet es nun das ich mit dem rücken zur wand stehe. ich habe nun null lebendsernergie, kann mich zu gar nichts aufraffen. ich fühle mich zunehmend schlechter. das rießen problem der rückzahlung und die tatsache das meine frau am ende des jahres ihren job verliert wegen standortschließung. den erneuten termin beim mdk habe ich nun letzte woche erledigt und so wie es aussieht hat wohl der gutachter nach seinen angaben für mich geurteilt. was nun die kk daraus macht weiß ich zu dieser zeit noch nicht. dennoch habe ich vor dem mdk-termin meine noch übrigen nerven packtweise weg geworfen.

dazu kommt das nun 3 fachleuten unabhängig von einander zu der ekenntnis gekommen sind das ich beruflich wie privat (mir gefällt es hier so überhaupt nicht, beruflich war der ortswechsel aber nötig) dringend mein umfeld ändern muss. nur weiss ich beim besten willen nicht wie ich diese bewerkstelligen soll. ich bin in keinster weise auch nur ansatzweise fähig eine entscheidung zu treffen.

zusammenfassend stehe ich völlig alleine da, seitens der kk keinerlei hilfe und auch sonst komme ich keinen schritt vorwärts, es geht eher rückwärts und ich habe das gefühl das die kk alles dafür tut um mich so schnell es geht los zu werden.

Wohl meindende worte in diesem bericht, lösen aber (zumindest bei mir) unverständnis und kopfschütteln aus.

gruß stefan f.

Hallo,

es ist natürlich sehr ärgerlich, was du dort erlebst! Ich selbst habe gute Erfahrungen mit meiner Krankenkasse der BKK Mobil Oil gemacht. Bin sehr dankbar darüber.
Aber ich kenne aus meiner Zeit in der Tagesklinik auch genügend andere Patienten, die nicht bei der BKK waren und trotzdem gute Hilfestellungen bekommen haben.
Eventuell solltest du nochmal mit einem anderen Sachbearbeiter sprechen. Leider kann ich dir da keine weiteren Tipps geben. Vielleicht ein anderer Leser?

VG
Dennis

Ich habe auch Depressionen. Meine kk meinte das ich zum integrationsfachdienst soll. Was total absurd ist, da ich noch nicht mal gern allein vor die Tür geh. Wollen das ich mit denen zu meinem Betrieb gehe und mit dene reden soll. Soviel zur kk.
Bin stinksauer. Wollen das ich in meinem zustand Arbeiten soll. Grummel…