veröffentlicht am 7. Dezember 2016 in Aktuelles/Neues von

Ich hasse mein Leben

Die Aussage „Ich hasse mein Leben“ hat mich über viele Jahre begleitet. Mein Leben war einfach zum kotzen. Vieles was passierte war negativ. Ich war unglücklich in meinem Beruf, war ständig müde, abgeschlagen und antriebslos und litt unter einer Depression. Zu allem Übel kamen immer wieder Schicksalsschläge hinzu. Drei Menschen aus meiner Familie nahmen sich das Leben, unter anderem meine Mutter.

traurig leben hassenIch hatte die Schnauze voll von meinem Leben. Hin und wieder kamen auch in mir Suizidgedanken auf. Ich hatte das Gefühl, dass alles negativ ist und auch nicht besser wird. Zudem kam es mir so vor, als würde alles was ich anfange schief gehen. Es war schrecklich und ich wusste nicht mehr weiter!

Zusätzlich zu meiner Depression und der für mich ausweglosen Situation, begann ich mit dem Grübeln. Meine Gedanken standen nicht mehr still. Ich machte mir ständig Sorgen um die Zukunft, mein Leben, meine Job und vieles mehr. Kamen die Gedanken, konnte ich mich nicht wehren. Sie ergriffen Besitz von mir und beherrschten meinen Körper. Ich hasste mein Leben und konnte einfach keine Kraft mehr aufbringen. Manchmal war ich tagelang an mein Bett gefesselt. Ich kam einfach nicht in Gang. Irgendwann musste ich mir eingestehen, dass ich so nicht weiter machen konnte. Ich war bereit mir Hilfe zu holen. So kam es, dass ich lernte mein Leben zu verändern.

Die Aussage „Ich hasse mein Leben“ gibt es nicht mehr

In den letzten vier Jahren hat sich mein Leben verändert. Ich bin von einem absoluten Tiefpunkt gestartet und kann heute sagen, dass mir mein Leben gefällt. Ich lebe gerne! Bis zu diesem Punkt war es allerdings kein leichter Weg. Ich verbrachte einige Wochen in einer psychosomatischen Kurklinik und einige Monate in einer Tagesklinik. Zudem durchlief ich einige ambulante Psychotherapien.

Der wichtigste Punkt aber war, dass ich an und mit mir gearbeitet habe. Ich wollte die Veränderung mit aller Macht. Ich war es leid ständig negative eingestellt zu sein, keine positiven Emotionen zu empfinden und mein Leben zu hassen. Ich wollte raus aus der Depression und meine negativen Gedanken abstellen. Jetzt weiß ich, dass dies alles nur funktioniert, wenn man an und mit sich arbeitet.

Was habe ich getan um mein Leben zu verändern

Der erste Schritt war, dass ich meine Situation akzeptierte und etwas verändern wollte. Ich wurde achtsamer und spürte negative Faktoren und Auslöser in meinem Leben auf. Anschließend begann ich einen Auslöser nach dem anderen abzustellen oder aus dem Weg zu gehen. Teilweise war es harte Arbeit und all das passierte nicht über Nacht. Im Gegenteil, es war ein langer Weg.

Mir wurde klar, dass ich aus dem Job den ich ausübte raus musste. Deshalb habe ich mich beruflich verändert, indem ich mit knapp dreißig Jahren eine neue Ausbildung machte. Zusätzlich fing ich an mein Selbstwertgefühl zu stärken. Dies tat ich mit Affirmationen. Anfangs war es ein wirklich komisches und teilweise auch schlechtes Gefühl! Zusätzlich leitete ich Veränderungen ein, startete die Arbeit mit Mentaltraining und begann damit ein Glücksjournal zu schreiben.

ich hasse mein Leben - Leben verändernDas Glücksjournal hilft mir unter anderem dabei, meinen inneren Kritiker – der mir alles schlecht redet und mich nieder macht – im Zaum zu halten. Immer wenn er mir wieder einredet, dass ich nichts erreiche und alles schlecht ist, nehme ich das Glücksjournal zur Hand und schaue mir meine positiven Erfahrungen der letzten Zeit an. Diese vermerke ich nämlich täglich in meinem Glücksjournal.

Mit meinen Gedanken veränderte sich auch meine Persönlichkeit, mein Verhalten und letztendlich mein gesamtes Leben. Dies war ein langer und oft auch steiniger Weg, doch dieser hat sich gelohnt! Ich habe zwar kein unbeschwertes Leben, aber wesentlich mehr Lebensqualität. Meine Depression und mein Kritiker gibt es zwar immer noch, allerdings habe ich dafür gesorgt, dass die Symptome der Depression nur noch selten auftreten und mein innerer Kritiker weitgehend verstummt ist. Daher möchte ich jedem sagen, der jetzt genauso denkt wie ich damals und sich sagt „ich hasse mein Leben“, es gibt einen Weg raus diesem Loch. Gebt nicht auf, es lohnt sich weiterzumachen!

Quelle Fotos: Fotolia / © okalinichenko  / © amino2003


Kommentar schreiben


Noch keine Kommentare