veröffentlicht am 8. März 2015 in Infos für Angehörige von

Hilfe für Angehörige von Depressionskranken

Auch Angehörige von Depressionskranken sind in einer sehr schwierigen Situation und einer großen psychischen Belastung ausgesetzt, denn Depressionen belasten nicht nur den Erkrankten. Der Umgang mit depressiven Menschen erfordert viel Gefühl und Sensibilität; Schuldgefühle und Überforderung sind an der Tagesordnung. Eine wichtige Rolle spielt daher nicht nur die Therapie des Depressiven, sondern auch die Hilfe für Angehörige von Depressionskranken.

 

Akzeptanz der Erkrankung als wichtige Grundlage

Das Verständnis für die Situation, ist eine erste Hilfe für Angehörige von Depressionskranken. Nur dann, wenn sie die Ernsthaftigkeit der Erkrankung begreifen, können sie, die zur Begleitung des Patienten erforderliche Geduld aufbringen und sich selbst besser schützen. Depressionen beeinträchtigen weit mehr als nur den Appetit, den Schlaf oder die Sexualität des Depressiven. Sie sind geprägt durch Pessimismus und mangelndes Selbstbewusstsein. Die in der betroffenen Person wirkenden Ängste und Zwänge beeinflussen ihr ganzes Erleben und Verhalten. Bis zum Zustand der emotionalen Starre und der körperlichen Passivität ist es daher nur ein kleiner Schritt.

 

Warum ist Hilfe für Angehörige von Depressionskranken so wichtig?

Der emotionale Druck, der durch die Betreuung eines Depressiven entsteht, ist sehr hoch. Familie, Freunde und Partner hoffen und leiden mit den Betroffenen, werden dabei aber ständig allein gelassen. Aus diesem Grund ist Hilfe für Angehörige von Depressionskranken von großer Bedeutung. Hilfe könnte zum Beispiel eine Gesprächstherapie oder Selbsthilfegruppe für Angehörige sein. Dort ist es möglich, alles was einen beschäftigt und belastet loszuwerden und die Erlebnisse mit dem depressiven Partner besser zu verarbeiten, ohne dass es jemand falsch verstehen könnte. Zudem kann der Austausch mit anderen Angehörigen dazu genutzt werden, um sich Tipps zu holen und eventuell auch die Denkweise depressiver Personen besser zu verstehen. Für viele Angehörige ist es schon eine Befreiung offen sprechen zu können und nicht auf jedes Wort was man sagt achten zu müssen, aus Angst davor sein Gegenüber zu verletzen. Letzten endes soll die Hilfe verhindern, dass es den nahestehenden Personen genauso geht wie dem eigentlichen Patienten.

 

Hilfe für Angehörige von Depressionskranken – das eigene Denken ändern und sich nicht vergessen

Eine große Hilfe für Angehörige von Depressionskranken ist die richtige Einstellung. Sie müssen – ebenso wie der Betroffene – die Krankheit annehmen und sich von der Vorstellung verabschieden, dass die Symptome ganz einfach wieder verschwinden. Natürlich möchte man die alte Persönlichkeit des Betroffenen zurück. Man hofft jeden Tag, dass die Depressionen ein Ende haben und der Partner wieder glücklich ist. Doch dies ist leider in den wenigsten Fällen so. Es dauert meistens eine sehr lange Zeit, bis sich wieder Normalität einstellt. Deshalb ist es umso wichtiger, dass Angehörige versuchen die Gedanken und Gefühle der nahestehenden Person nachzuvollziehen und die Erkrankung auf keinen Fall unterschätzen.

Um eine Depression zu überwinden, braucht es Vertrauen, Verständnis und Zeit. Dies sind genau die Punkte, auf die Angehörige einen Einfluss haben. Den eigentlichen Weg muss der Patient alleine gehen. Auch das zu verstehen ist wichtig. Wenn der Depressionskranke sich nicht helfen lassen möchte, sind auch die Angehörigen machtlos.

Angehörige leisten genug, wenn sie dem Depressiven den Rücken stärken, ihn ermuntern, umsorgen und auch in dieser schweren Phase zu ihm halten. Dabei dürfen sie sich selbst jedoch nicht vergessen. Es ist wichtig, auch selbst mal im Mittelpunkt zu stehen. Dies kann zum Beispiel bei einem Einkaufstripp oder einer Entspannungsmassage passieren. Des Weiteren ist es wichtig sich regelmäßige Auszeiten zu gönnen, mal abzuschalten und an sich zu denken. Es ist einfach wichtig mal raus zu kommen und dafür gibt es unzählige Möglichkeiten (Entspannungsübungen, Yoga, Joggen, Wellness usw.) Man sollte einfach das machen, was einem gut tut. Denn es erschwert die Sitution noch mehr, wenn man durch die ständige Anspannung und Belastung selbst depressiv wird.

 

Externe Hilfe für Angehörige von Depressionskranken

Eine externe Hilfe für Angehörige von Depressionskranken bietet sich an, wenn die zu tragende Last zu groß wird. Unterstützung bietet nicht nur der aus Ärzten, Psychologen und Sozialarbeitern zusammengesetzte Sozialpsychiatrische Dienst des Landkreises, sondern auch eine fachlich qualifizierte Therapie. Eine wesentlich anonymere Hilfe für Angehörige von Depressionskranken stellen Internetforen und Selbsthilfegruppen dar. Auch sie können dazu beitragen, Kraftreserven wieder aufzutanken.


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7 Kommentare

Danke Dennis für diesen sehr guten Beitrag.

Liebe sonnige Grüsse

Silvia

Hallo!

Schön das du noch mitliest. Habe den Beitrag extra etwas vorgezogen. Wünsche dir noch einen schönen Sonntag und natürlich einen guten Start in die neue Woche.

LG
Dennis

Hallo Dennis

Ja, ich lese fleissig mit und lerne ganz viel.
Vielen lieben Dank übrigens, dass Du Diesen Beitrag vorgezogen hast. Sehr lieb von Dir.

Ich habe sehr viel an mir gearbeitet, dass ich aus meinem Loch wieder raus finde. Ich bin auf einem guten Weg. Wie Du mir schon geschrieben hast, wird es sehr viel Zeit brauchen. Ich bin jetzt schon froh, dass wir eine kleine Basis zur Kommunikation gefunden haben, wenn auch nur über SMS. Per TELEFON oder gar persönlich ginge Momentan gar nicht. Ist nicht leicht für mich das zu verstehen. Ist aber klar, ich kenne diese Symptome halt wirklich nicht.

Bin gespannt wie es weiter gehen wird.

Dir auch einen guten Start in die neue Woche.

Liebe Grüsse

Silvia

Das hört sich doch fürs Erste ganz gut an. Es ist wichtig zu verstehen, dass es häufig nur in kleinen Schritten vorwärts geht und auch immer mal wieder einen Rückschlag geben kann.

Dir weiterhin alles Gute und bis bald
Dennis

Hallo,
meine tochter kämpft seit 15 jahren mit Depressionen. sie ist dauermedikamentiert und hatte jahrelang Gesprächstherapie. es wechseln gute Zeiten (bis zu3 jahre durchgehend) immer wieder mit teilweise sehr schweren depressionsschüben ab. derzeit hat sie wieder eine depressive Phase, seit mitte jänner. wie du dir ja vorstellen kannst, betrifft ihre Krankheit die ganze Familie. ich bin froh, deine seite entdeckt zu haben. Es hilft, zu lesen, dass es anderen auch so ergeht, weil ich die blöden Bemerkungen à la: was ist ihr den passiert, dass sie das gekriegt hat? nicht mehr hören kann und die unterschwelligen Schuldzuweisungen auch schon so was von satt habe. Ganz liebe grüße!

Hallo und vielen Dank für deinen Beitrag!

Ja, so eine Erkrankung geht nicht einfach spurlos an der Familie vorbei. Es erfordert viel Kraft, diese Situationen zu bewältigen. Schuldzuweisungen anderer sind leider immer noch an der Tagesordnung, da es noch viele Menschen gibt, die diese Krankheit einfach nicht verstehen wollen. Zugegeben, es ist nicht einfach, doch sollte man zumindest offen dafür sein, dass es die Krankheit gibt und sie jeden treffen kann. Viele Menschen kapieren es einfach nicht. Traurig. Doch genau deshalb gibt es diese Webseite. Ich möchte etwas mehr aufklären.

Vielen Dank für deine lieben Worte. Ich wünsche dir und deiner Tochter alles erdenklich Gute und viel Kraft!

LG
Dennis

ist ja alles schön und gut was ihr schreibt doch die Wirklichkeit sieht ganz anders aus ich bin 61 Jahre und suche seit langer Zeit Hilfe leide unter chronisch schwersten Depressionen gehe nicht mehr zum Arzt mein zuständiges Sozialamt antwortet nicht ein Betreuer ist auch nicht zu bekommen weder Caritas Johanniter usw sind alle überlastet ein Deutscher bekommt keine Hilfe so siehts aus hier in Deutschland Bürgermeister vieler Städte geben doch öffentlich zu erst die Flüchtlinge dann der Rest.