veröffentlicht am 5. Mai 2013 in Erfahrungen Entspannungsübungen/-techniken von

Meine Erfahrungen mit Achtsamkeitsübungen

Ich muss ganz ehrlich gestehen, dass ich die Achtsamkeitsübungen anfangs nicht wirklich ernst genommen habe. In mir schwirrte ständig der Gedanke herum, was mir diese Achtsamkeitsübungen bringen sollten. Ich dachte mir immer, ich erkenne doch auch so alles was um mich herum passiert. Achtsam sein ist sicherlich schön und gut, doch spezielle Übungen dafür, schienen mir ein bisschen übertrieben.

Irgendwann, während meines Aufenthalts in der Tagesklinik erkannte ich, von einer auf die andere Sekunde den Sinn und Zweck, der sich hinter den Achtsamkeitsübungen verbirgt. Noch viel interessanter war, dass ich einen Unterschied zwischen wahrnehmen und wahrnehmen bemerkte. Ich erinnerte mich an verschiedene Achtsamkeitsübungen und stellte fest, dass es tatsächlich viele Dinge in meinem stressigen und hektischen Alltag gibt, die einfach unerkannt bleiben und anscheinend an mir vorbei fliegen. Ein Beispiel dazu: Es ist ein wundervoller Tag, die Sonne scheint und die Menschen begegnen mir mit einem Lachen im Gesicht. Doch vor lauter Hektik habe ich nur den nächsten Termin im Kopf. Ich hetze durch die Stadt ohne all diese wundervollen Dinge wahrzunehmen. Das ist doch schade…

Ein weiteres Beispiel ist: Ich lag abends im Bett und habe Fernseher geschaut. Dabei war es oft so, dass ich irgendwann festgestellt habe, dass ich total angespannt, teilweise verkrampft liege oder die Zähne aufeinander beiße. Mein Körper war dabei voller Spannung, immer wenn es mir aufgefallen war und ich entspannte, merkte ich, dass dieser Zustand schon einige Zeit Bestand hatte. Seitdem ich regelmäßig meine Achtsamkeitsübungen mache, bin ich wesentlich aufmerksamer und sensibilisierter für solche Situationen. Das hat für mich den Vorteil, dass ich meine Anspannung beträchtlich früher wahrnehme und in den Griff bekommen kann.

Die Achtsamkeitsübungen helfen mir auch meine Grübelattacken früher zu erkennen. Dadurch das ich meinen Körper, meine Gedanken und Gefühle mit Hilfe der Achtsamkeitsübungen besser kennengelernt habe und wahrnehme, merke ich viel eher die Entstehung meiner Grübelattacken. Das ermöglicht es mir den Grübelkreislauf schon im Ansatz zu durchbrechen und es somit nicht zu einer Grübelattacke kommen zu lassen. Es ist bei Grübelattacken oder Panikattacken verdammt wichtig, diese rechtzeitig zu erkennen um umgehend etwas dagegen zu unternehmen.

Desweiteren haben die Achtsamkeitsübungen bei mir bewirkt, dass ich mir die schönen Dinge in meiner Umwelt mehr hervorrufe und diese besser genieße. Zudem habe ich durch die Achtsamkeitsübungen erkannt, dass ich viele Dinge in meinem Leben aufgrund von Stresssituationen, gedanklicher Abwesenheit oder Unachtsamkeit nicht mehr gesehen und wahrgenommen habe. Es kam mir so vor, als hätte ich meine ursprüngliche aufmerksame Betrachtungsweise verlernt und mir eine oberflächliche, leicht löchrige Betrachtungsweise angeeignet habe.

Mein Fazit: Anfangs habe ich die Achtsamkeitsübungen belächelt, unterschätzt und für komisch befunden. Nach genauerem Hinschauen und Ausprobieren stellte ich fest, dass die Achtsamkeitsübungen einen Sinn ergeben und mir dabei helfen, meine Lebensqualität und meine Eigenwahrnehmung zu steigern. Ich bin von dem Nutzen und der Wirkung der Achtsamkeitsübungen überzeugt.

 


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Ein Kommentar

Hallo, ich habe mir auch ein Buch dazu gekauft und habe begonnen, darin zu lesen, es heisst “Der achtsame Weg durch die Depression”. Liebe Grüsse, Andrea