veröffentlicht am 2. Januar 2015 in Psychotherapieformen von

EMDR Psychotherapie bei Depression  – wie funktioniert das?

Im Jahr 1987 entdeckte die amerikanische Psychologin Dr. Francine Shapiro den entlastenden Effekt von Augenbewegungen, die ersten Schritte für die Entwicklung der EMDR Psychotherapie waren gemacht. Bei weiteren Studien konnte sie die Effektivität bestimmter Stimulationsmodi wie Handberührungen und akustische Signale belegen. Unter Berücksichtigung dieser Studienergebnisse und Einbeziehung einer strukturierenden kognitiven Komponente entwickelte sie die EMDR Psychotherapie (Eye Movement Desensitization and Reprocessing) zur Behandlung von Traumafolgeschäden wie einer posttraumatischen Depression. Seit 1991 wird die EMDR Psychotherapie in Deutschland bei Erwachsenen, Jugendlichen und Kindern unter anderem zur Behandlung einer traumabasierten Depression angewendet. 2006 folgte die offizielle Anerkennung der EMDR Psychotherapie als wissenschaftlich begründete Methode in der Traumatherapie.

 

EMDR Traumatherapie

Normalerweise speichert der Mensch seine Erfahrungen in seinem Gedächtnis ab. Bei einem Trauma hingegen werden die dazu gehörenden Gedanken und Sinneswahrnehmungen separat im Gehirn gespeichert. Später kann es dazu kommen, dass durch einen bestimmen Umstand wie eine Körperberührung, einem Geräusch oder einen Geruch das Trauma wieder in Erinnerung gerufen wird (trigger). Die betroffene Person erlebt dann meist das Erlebte in der Form eines Deja-vu erneut, was Angstzustände, Hilflosigkeit, Körperreaktionen oder eine schwere Depression hervorrufen kann. Hier soll die EMDR Psychotherapie dem Betroffenen helfen die Erinnerung an das Trauma im Gedächtnis richtig zu verarbeiten und einzusortieren.

 

Gezieltes Wachrufen des Traumas

Bei der EMDR Traumatherapie werden Erinnerungen an das Trauma gezielt wachgerufen. Zu diesem Zweck bewegt der Therapeut seine Finger vor den Augen des Patienten in rhythmischen Bewegungen von links nach rechts. Dieser folgt den Bewegungen der Finger mit den Augen. Durch dies Stimulation werden die Selbsthilfekräfte des Gehirns angeregt und durch die Traumatherapie bei der Verarbeitung der Erinnerungen unterstützt.

 

Wissenschaftlich belegte Wirkung der EMDR Psychotherapie

Wissenschaftliche Studien haben die Wirksamkeit der EMDR Psychotherapie eindeutig nachgewiesen. So haben diesbezüglich durchgeführte Untersuchungen belegt, dass eine EMDR Traumatherapie bei der Behandlung einer Depression in den meisten Fällen erfolgreich war. Die Mehrzahl der Patienten mit einer posttraumatischen Depression fühlten sich bereits nach wenigen durchgeführten Sitzungen deutlich entlastet. Mit der Anerkennung der EMDR gestützten Traumatherapie ,insbesondere bei einer Depression, durch den wissenschaftlichen Beirat für Psychotherapie, ist die Wirksamkeit der EMD Methode offiziell anerkannt. Wer an einer posttraumatischen Depression leidet, sollte eine EMDR Traumatherapie nur von Psychologen vornehmen lassen, die eine Spezialausbildung für eine EMDR Psychotherapie abgeschlossen haben.

 

Voraussetzungen für eine EMDR Psychotherapie

Nicht jeder Patient mit einer Depression ist für eine Traumatherapie nach der EMDR Methode geeignet. Daher ist es wichtig sich vor der EMDR Traumatherapie ein genaues Bild vom Patienten zu machen. Zudem sollte der Patient durch spezielle Stabilisierungstechniken auf die Traumatherapie vorbereitet werden. Auch wenn die EMDR Psychotherapie vom Berat anerkannt ist, übernehmen die gesetzlichen Krankenkassen bisher nicht die Kosten für eine EMDR Behandlung einer Depression.


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