veröffentlicht am 4. Januar 2018 in Aktuelles/Neues, Depression und Angststörung, Depressive Gedanken und Gefühle von

Depression Behandlung

Der Begriff Depression kommt von dem lateinischen Wort deprimere, was soviel wie niederdrücken bedeutet. Die Depression ist eine psychische Erkrankung, bei der sich die Patienten niedergeschlagen fühlen, stets in negativen Gedanken versunken sind und über Antriebslosigkeit klagen.

Angenehme Gefühle wie Freude, Lust, Interesse aber auch Einfühlungsvermögen und Selbstbewusstsein gehen verloren und beeinträchtigen das alltägliche Leben im privaten und beruflichen Bereich. Im Gegensatz zu einem gesunden Menschen, der sich hin und wieder niedergeschlagen und lustlos fühlt, sind diese Symptome bei Menschen, die unter Depressionen leiden nicht nur ständig vorhanden, sondern auch schwerwiegender.

Als Behandlung einer depressiven Störung werden üblicherweise Psychotherapien eingesetzt, je nach Ursache auch in Kombination mit der Verabreichung von Antidepressiva.

Depression: Behandlung, Symptome und Selbsthilfe

Es gibt verschiedene Möglichkeiten der Depression-Behandlung. Die Therapie ist eine der häufigsten Methoden. Depressionen kommen häufig vor, sind aber recht gut behandelbar. Vor allem bei leichten Formen ist die ambulante Psychotherapie meistens erfolgversprechend und ausreichend.

Bei mittelschweren und schweren Depressionen muss die Depression-Behandlung etwas intensiver ausfallen. In diesen Fällen wird meist eine Kombination aus Therapie und medikamentöser Behandlung gewählt. Die Patienten können sich für eine tiefenpsychologische Therapie oder eine stationäre Behandlung entscheiden.

Es besteht die Möglichkeit eines Aufenthaltes in einer Tagesklinik oder auch eine stationäre Behandlung in einer psychosomatischen Kurklinik, wo neben Depressionen auch andere psychische Erkrankungen wie zum Beispiel verschiedene Phobien und Suchterkrankungen behandelt werden. Gesprächstherapien, Gruppentherapie, Ergotherapie und weitere Therapieformen gehören in einer psychosomatischen Kurklinik zum täglichen Programm.

In psychiatrischen Kliniken werden Patienten unter anderem auch mit Medikamenten therapiert und von Ärzten intensiv betreut. In der Psychotherapie, egal ob die Ambulant oder stationär erfolgt, geht es darum, negative Gedankenmuster und Gefühle sowie depressive Gedanken zu erkennen, zu analysieren und durch positive Gedanken zu ersetzen.

Die wichtigsten Ansätze sind die kognitive Verhaltenstherapie, die interpersonelle Therapie und die psychoanalytische oder tiefenpsychologische Therapie. Wichtig ist jeweils der Aufbau einer geregelten Alltagsstruktur, bewusster Umgang und Planung von Aktivitäten und die körperliche Betätigung, die sich auf die Psyche positiv auswirkt.

Das gezielte Erkennen und Bekämpfen von negativen Denkmustern sowie die Analyse persönlicher Beziehungen sind Teil der Therapie. Zwischenmenschliche Kontakte werden aufgearbeitet und betrachtet, so dass innere Konflikte erkannt werden können. Strategien zur Alltagsbewältigung und zum Verhalten in schwierigen Situationen sind wichtiger Bestandteil der Therapie und der Depression-Behandlung.

Depression: Behandlung mit Medikamenten

Die medikamentöse Behandlung umfasst verschiedene Arten von Antidepressiva. Je nachdem, welche Ursache die Depression hat, kann eine Wiederherstellung des chemischen Gleichgewichts im Körper zu einer Linderung der Symptome einer Depression führen. Die Wirkung der Medikamente setzt in der Regel nach drei bis sechs Wochen ein. Sie machen nicht abhängig und können auch nicht die Persönlichkeit der Patienten verändern.

Es gibt jedoch in manchen Fällen Nebenwirkungen wie zum Beispiel Appetitlosigkeit und Müdigkeit. Die medikamentöse Therapie sollte mindestens vier bis sechs Monate lang erfolgen, um zu erkennen, ob die gewünschte Wirkung erzielt wird. Zu den Antidepressiva zur Depression-Behandlung gehören sogenannte Wiederaufnahmehemmer und trizyklische Antidepressiva. Diese sorgen auf verschiedene Art und Weise dafür, dass der Körper Serotonin und Noradrenalin wieder in normalem Maße aufnehmen kann.

Durch zu wenig Serotonin oder Noradrenalin können Depressionen ausgelöst werden. Monoamino-Oxidase-Hemmer blockieren das Enzym Monoamino-Oxidase, das Serotonin und Noradrenalin im Gehorn abbaut. So bleiben diese Stoffe, die eine große Wirkung auf die Stimmung haben, länger im Körper. Zudem gibt es einige Naturprodukte wie Johanniskrauttabletten, die sich positiv auf das Gemüt auswirken.

Bei starken Depressionen erfolgt manchmal die Behandlung mit Psychopharmaka. Als weitere Therapieformen werden Elektrokrampftherapie, transkranielle Magnetstimulation und Schlafentzug eingesetzt. Diese Methoden sind neben der Lichttherapie bei schweren Fällen oft erfolgreich.

Selbsthilfe bei Depressionen

Bei leichten Formen von Depression ist Selbsthilfe oft möglich. Solange der Patient noch selbst erkennt, dass er ein leichtes Problem mit Depressionen und depressiven Stimmungen hat und noch über genügend Energie und Antrieb verfügt, um aktiv etwas dagegen unternehmen zu wollen, ist die Selbsthilfe sehr vielversprechend.

Am besten holt man sich dazu Hilfe aus Familie und Freundeskreis, so dass auch in schlechten Momenten, in denen die Depression überhand zu nehmen droht, jemand da ist, der die Motivation liefern und bei der Selbsthilfe die nötige Unterstützung geben kann. Bewegung, vor allem an der frischen Luft und im Tageslicht, hilft gegen Depressionen.

Sich einen Freund für den täglichen Spaziergang zu suchen, der auch dann darauf besteht, wenn man selbst depressionsbedingt keine Lust hat, ist ein wichtiger Schritt. Der Ansatz der Achtsamkeit ist eine Methode, die dem Patienten immer wieder ins Bewusstsein rufen soll, dass negative Gedankenmuster stets wiederkehren können, auch wenn die Depression schon überwunden geglaubt war.
Durch die Konzentration auf das Jetzt und die Gegenwart soll der Rückfall vermieden werden. Eine weitere Methode der Deprerssion-Behandlung ist die progressive Muskelentspannung, kurz PME. Als progressive Muskelentspannung wird eine Therapieform bezeichnet, bei der Angst, Nervosität, Ruhelosigkeit und Stress abgebaut werden sollen.

Bei der PME Therapie werden einzelne Muskelgruppen und -stränge ganz gezielt angespannt und wieder entspannt. Wer regelmäßig bestimmte Übungen macht, lernt die gezielte Entspannung, was sich positiv und beruhigend auf das autonome Nervensystem auswirkt. PME senkt Blutdruck und Puls.

Viele Patienten, die mit Depressionen kämpfen, leiden nicht nur unter negativen Stimmungen und Antriebslosigkeit, sondern auch unter Schlafstörungen, Nervosität und anderen körperlich spürbaren Symptomen. Vor allem diese Auswirkungen von Depressionen können durch progressive Muskelentspannung gemildert werden.

Depression: Behandlung so früh wie möglich

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass es viele gute Behandlungsmöglichkeiten bei Depressionen gibt und dass diese umso erfolgreicher sind, je früher die Depression erkannt und auch behandelt wird.

Die frühe Erkennung ist wichtig und ausschlaggebend. Was vielen Patienten schwer fällt, ist die Phase, in der er oder sie sich eingestehen muss, dass ein Problem vorliegt. Wenn der Patient erkennt, dass er eine Depression oder eine leichte depressive Störung hat, sollte er dies nicht übergehen und auch nicht verschweigen.

Eine Erkrankung wie diese ist nichts, wofür man sich schämen sollte, sondern ein Zeichen dafür dass der Körper und das Gemüt Hilfe brauchen. Diese Hilfe kann von überall her kommen. Selbsthilfebücher und Gespräche mit der Familie sind wichtige Schritte und schließlich kann der Schritt zur Therapie hin und zur ärztlichen Behandlung den Durchbruch bringen und die Depression für immer der Vergangenheit angehören lassen.

Am besten ist eine Kombination aus Selbsthilfe mit den verschiedenen Maßnahmen, einer Therapie und gegebenenfalls einer medizinischen und medikamentösen Behandlung.


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