veröffentlicht am 29. Juni 2016 in Rechtliches von

Berufsunfähigkeitsversicherung und Depression

Depressionen sind eine der häufigsten Ursachen für eine Berufsunfähigkeit. Laut statistischen Angaben kann dies bis zu 30 Prozent aller Fälle betreffen. Die Grenzen zu einem Burnout sind oftmals fließend. Während ein Burnout in erster Linie berufsbedingt ist, können die Ursachen für eine Depression wesentlich tiefer liegen. Berufliche oder persönliche Belastungen haben aber auch hier eine zentrale Bedeutung. Das erbliche Faktoren eine nicht unerhebliche Rolle bei der Entstehung einer Depression spielen, darüber sind sich Experten weitgehend einig. So wird heute davon ausgegangen, dass das Zusammenspiel von erblichen Faktoren und akuten Auslösern ganz wesentlich für die Entstehung einer Depression ist. Daher ist es für betroffene Eltern ratsam, rechtzeitig eine solche Versicherung für Ihre Kinder abzuschließen. In meinen Augen ist dies eine sehr gute Investition, gerade wenn eine erbliche Vorbelastung im Raum steht.  Sollte eine Erkrankung und dadurch eine zeitweise oder volle Berufsunfähigkeit eintreten wird sich dies auszahlen. Meine Mutter hat dies auch für mich getan, allerdings war ich so dumm und habe die Versicherung nach kurzer Zeit wieder gekündigt. Es waren mir zu hohe Kosten, ich war jung und dachte das Geld kann ich mir auch sparen. Heute ärgere ich mich sehr über meine Entscheidung, denn mittlerweile weiß ich, dass die gezahlten Beträge es Wert sind, um in Zeiten einer Berufsunfähigkeit bestmöglich abgesichert zu sein.

 

Berufsunfähigkeitsversicherung – Vorerkrankungen nicht verschweigen

Die Suche nach einer geeigneten Berufsunfähigkeitsversicherungerung gestaltet sich nicht immer ganz einfach. Dies gilt erst recht, wenn bereits bestimmte Vorerkrankungen vorliegen. Einige Versicherer schließen Personen, bei denen bereits Depressionen oder andere psychische Erkrankungen diagnostiziert wurden, schon von vornherein von der Versicherung aus. Andere Versicherungsgesellschaften verlangen Risikozuschläge für die Berufsunfähigkeitsversicherungerung.

Aus diesem Grunde ist es sehr wichtig, einen Vergleich verschiedener Versicherungen durchzuführen. Hier empfiehlt es sich, die Unterstützung eines erfahrenen Versicherungsmaklers in Anspruch zu nehmen, da er einen viel besseren Überblick über das gesamte Angebot als ein Laie hat.

Vorerkrankungen dürfen bei einem Versicherungsabschluss auf keinem Fall verschwiegen werden. Kommt dies später heraus und Sie werden wegen einer Depression erwerbsunfähig, kann dies ernsthafte Konsequenzen haben. Der zuständige Versicherer wird sehr schnell mitbekommen, dass Sie bereits früher wegen einer psychischen Erkrankung in Behandlung waren. Dies führt nicht selten dazu, dass sich die Versicherung weigert, die vereinbarten Leistungen zu erbringen. Aus diesem Grunde sollte Sie immer bei der Wahrheit bleiben.
Allerdings beziehen sich die Gesundheitsfragen, die Sie bei einem Versicherungsantrag beantworten müssen, nicht auf Ihr ganzes Leben, sondern oftmals nur auf die letzten 5 oder 10 Jahre. Liegt Ihre Erkrankung mehr als 10 Jahre zurück, müssen Sie sie vor dem Abschluss der Berufsunfähigkeitsversicherungerung nicht mehr angeben.

 

Risikozuschläge oder Leistungsausschlüsse

Viele Versicherungsgesellschaften tun sich mit psychischen Erkrankungen wie zum Beispiel Depressionen oder einem Burnout schwer. Dies kann dazu führen, dass die betreffenden Personen als Versicherte abgelehnt werden oder mit erheblichen Risikozuschlägen in der Berufsunfähigkeitsversicherungerung rechnen müssen.

Aus all diesen Gründen ist es sehr wichtig, Vorsorge zu treffen. Dies sollten auch Eltern, die an Depressionen erkrankt sind, für ihre Kinder tun. Sie sollten ihre Kinder darauf hinweisen, dass Sie so früh wie möglich eine Berufsunfähigkeitsversicherung abschließen sollten, die das Risiko einer Depression oder einer anderen psychischen Erkrankung mit einschließt, denn es ist wissenschaftlich erwiesen, dass Kinder, deren Eltern an einer Depression erkrankt sind, ein deutlich erhöhtes Risiko haben, später ebenfalls diese Erkrankung zu bekommen. In diesem Zusammenhang ist es allerdings sehr wichtig, eine Versicherungsgesellschaft zu wählen, die keine Probleme hat, Leistungen zu bringen, sollten sich zu einem späteren Zeitpunkt psychische Erkrankungen einstellen, die zu einer Berufsunfähigkeit führen.

 

Leistungen der Berufsunfähigkeitsversicherung

Eine Berufsunfähigkeitsversicherungerung erbringt immer dann Leistungen, wenn der Versicherte aufgrund einer Erkrankung für mindestens 6 Monate erwerbsunfähig ist. Können zu Beginn der Erkrankung keine eindeutigen Aussagen getroffen werden, ist die Prognose des behandelnden Arztes maßgebend.

Die Höhe der Leistungen in der Berufsunfähigkeitsversicherungerung hängt von verschiedenen Faktoren ab. So sollten Sie sich bereits im Vorfeld darüber Gedanken machen, wie viel Geld Sie im Ernstfall benötigen, wenn Sie Ihren Beruf aufgrund einer schweren Erkrankung, wie sie zum Beispiel eine Depression darstellt, nicht mehr ausüben können. Von der Höhe der vereinbarten Leistungen und den Konditionen der Versicherungsgesellschaft hängt Ihr Beitrag zur Berufsunfähigkeitsversicherungerung ab. Darüber hinaus spielt auch Ihr Alter und Ihr berufliches Profil eine zentrale Rolle. Wenn Sie bereits etwas älter sind und einen Beruf ausüben, der mit einem erhöhten Risiko behaftet ist, müssen Sie zum Teil deutlich höhere Beiträge zahlen als eine jüngere Person, deren Beruf eher als risikoarm eingestuft wird.

Ein wichtiger Faktor in der Berufsunfähigkeitsversicherungerung ist die abstrakte Verweisung. Sie sagt aus, dass eine Person, die ihren erlernten oder zuletzt ausgeübten Beruf wegen einer Depression oder einer anderen Erkrankung nicht mehr ausüben kann, auch auf einen anderen Beruf verwiesen werden kann. Viele Versicherungsgesellschaften verzichten heute auf eine abstrakte Verweisung. Dies bedeutet, dass sie die vereinbarten Leistungen erbringen, wenn eine Tätigkeit in Ihrem bisherigen Beruf aufgrund gesundheitlicher Probleme nicht mehr möglich ist. Ist hingegen eine abstrakte Verweisung vorhanden, werden die Leistungen erst erbracht, wenn Sie auch keinen anderen Beruf mehr ausüben können.


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