veröffentlicht am 27. März 2015 in Rechtliches von

Arbeitsunfähigkeit wegen Depressionen

Nach einer kürzlich veröffentlichten statistischen Auswertung der Rentenversicherer sind Depressionen und andere seelische Beschwerden mittlerweile der vierthäufigste Grund für eine ärztlich festgestellte Arbeitsunfähigkeit. Bei 27 Prozent aller männlichen und bei 38 Prozent aller weiblichen Frührentner sind psychische Probleme ausschlaggebend für ihren vorzeitigen Ausstieg aus dem Erwerbsleben. Im Jahr 2013 wurden durchschnittlich 261,5 Arbeitsunfähigkeitstage je 100 Pflichtversicherte aufgrund von psychischen Erkrankungen gezählt – Tendenz steigend.

 

Gründe für Arbeitsunfähigkeit durch Depressionen

Die Gründe für Depressionen sind sehr vielfältig. Diese können auf persönliche Probleme, negative Erlebnisse und Mobbing zurückzuführen sein. Aber auch Stress spielt eine entscheidende Rolle. Inmitten einer sich ständig wandelnden Welt der permanenten Verfügbarkeit gibt es kaum noch Zeiten der Erholung. Hinzu kommt der oft enorme Leistungsdruck am Arbeitsplatz mit hohen Pensen und ständigen Überstunden. Abschalten gelingt da kaum noch. Vor allen wenn die ständige Angst den Arbeitsplatz zu verlieren einen begleitet. So kommt es häufig zu einem gefährlichen Kreislauf an deren Ende die Depression steht.

Die Frage die man sich stellen sollte lautet, was nützt ein gut bezahlter Job, wenn man dabei seine Gesundheit schädigt und die Anforderungen auf dauer viel zu hoch sind? Was bringt einem das Geld, wenn man am Ende unter einer psychischen Störung erkrankt?

 

Den Arbeitgeber über die Depressionen informieren?

Arbeitnehmer, die an Depressionen leiden, sollten diese Diagnose weder ignorieren noch verschweigen. Angesichts der allgemeinen Entwicklung braucht sich niemand mehr für eine derartige Erkrankung zu schämen. Jedoch sollte jeder genau für sich abwägen, ob er seine Depressionserkrankung seinem Chef mitteilt. Sicherlich wäre es fair, dem Chef gegenüber ehrlich zu sein, jedoch besteht darin zugleich ein hohes Risiko.

Es kann durchaus hilfreich sein, wenn der Arbeitgeber über die psychischen Leiden Bescheid weiß. Eventuell kann er zu einer Entlastung des Mitarbeites beitragen. Doch es gibt auch Vorgesetzte, denen eine Erkrankung an einer Depression ein Dorn im Auge ist.

 

Krankschreibung wegen Depressionen

In der Zeit der Krankschreibung ruhen alle Bestimmungen aus dem Arbeitsvertrag hinsichtlich der Pflicht zur Arbeitsleistung. Der Arbeitgeber zahlt die Vergütung bis maximal sechs Wochen weiter, sofern das Arbeitsverhältnis wenigstens vier Wochen bestanden hat, anschließend gibt es Krankengeld, welches 70 Prozent des durchschnittlichen Arbeitsentgelts beträgt.

Eine Krankschreibung wegen einer Depression bedeutet nicht, dass der Betroffene das Bett nicht verlassen darf. Spaziergänge sollten erlaubt sein. Trotzdem ist es ratsam, dies mit dem zuständigen Arzt abzusprechen. Dieser wird einen dann über Rechte und Pflichten aufklären.

 

Behindertenausweis oder Erwerbsminderungsrente

Kann die Arbeit auch nach einer längeren Auszeit in der bisherigen Form nicht wieder aufgenommen werden, besteht die Möglichkeit, vom Versorgungsamt einen Grad der Behinderung (GdB) feststellen zu lassen und in den Besitz eines Behindertenausweises zu gelangen. Dadurch kommen Betroffene in den Genuss der Inanspruchnahme bestimmter Leistungen, beispielsweise auch im Zusammenhang mit der beruflichen Integration. Auch ein Antrag auf Erwerbsminderungsrente ist möglich.


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2 Kommentare

Hey, und was mach ich, wenn ich noch nicht einmal arbeit hab? Keine Richtige Ausbildung. BWL Studium im 6ten Semester, aber eigentlich so gar keine Ahnung, wie es beruflich und persönlich weitergehen soll…
Wenn manchmal sogar die kraft fehlt, sich auch nur über möglichkeiten zu informieren…
Und wer will schon einen mittelmäßigen Studenten, der wahrscheinlich depressionen hat?

Hallo,

dass du Depressionen hast, braucht dein neuer Arbeitgeber ja nicht zu wissen. Du schreibst, jemanden der wahrscheinlich Depressionen hat?? Warst du schon bei einem Arzt deshalb? Vielleicht ist es ja keine Depression? Man sollte sich immer Gewissheit verschaffen.
Mittelmäßige Studenten sind in vielen Betrieben immer gern gesehen. Davon würde ich mich nicht abschrecken lassen. Hör in dich hinein und erkundige dich über unterschiedliche Berufe. Soweit es die Kräfte zu lassen. Mach etwas was dir Spaß macht. zur Not erstmal ein Praktikum, um zu sehen ob der Beruf etwas für dich ist.
Wenn du allerdings schon im 6ten Semester bist, würde ich versuchen das Studium zu beenden. Damit solltest du gute Chancen auf dem Arbeitsplatz haben. Auch ohne wirkliche Berufserfahrung.
Ich wünsche dir auf jeden Fall viel Erfolg und Kraft! Glaub an dich!
Viele Grüße
Dennis