veröffentlicht am 1. Juni 2013 in Gedankengänge zu Depressionen von

Es ist schon erstaunlich, vor lauter Arbeit und Verpflichtungen bleiben meist die einfachsten Dinge in unserem Leben auf der Strecke oder gehen gar ganz verloren. Wer von uns kennt es nicht, dieses Hetzen von einem zum anderen Termin, diese teils unwichtigen Verpflichtungen sei es im Bekanntenkreis oder in den sozialen Netzwerken. Es ist verrückt, doch wir lasten uns ohne es zu merken immer mehr Termine, Verpflichtungen, Arbeit und am Ende Stress auf. Dabei kann es passieren, dass wir uns eine verzerrte Ansicht aneignen. Wir scheinen vor lauter Aufgaben etwas ganz wichtiges zu vergessen und zwar uns.

Sind wir doch mal ganz ehrlich. Wer von uns denkt tagsüber daran auch sich mal etwas Gutes zu tun. Es mag sein das wir noch ab und zu daran denken, doch wer macht es letztendlich? Wohl die wenigsten von uns. Genau hier liegt ein großes Problem, wir müssen an uns denken, wir müssen Dinge tun, die uns fröhlich machen, die uns zum Lachen bringen, die uns stärken, wir müssen genießen.

Wenn wir nicht aufpassen, werden wir all diese wundervollen Dinge verlernen. Das bedeutet aber im Umkehrschluss, dass wir, sollten wir die Dinge verlernt haben, diese auch wieder erlernen können. Meistens ist der Anfang immer das Schwerste. Mir hat das Arbeiten mit Achtsamkeitsübungen geholfen. Es ist tatsächlich so, dass ich durch diese Übungen festgestellt habe, dass es um mich herum viel mehr gibt. Ich konnte durch diese Übungen meinen Tunnelblick etwas beiseite schieben und habe somit eine Möglichkeit wieder entdeckt, meinen Stress und meine Angespanntheit zeitweise abzulegen. Es war eine einzigartige Erfahrung wieder achtsamer durch die Welt zu gehen und meine Umwelt viel gezielter wahrzunehmen. Früher viel mir vieles nicht auf, egal ob es das Zwitschern der Vögel war oder die Farbenpracht der Blumen. Es war, als würde ich die Welt nur in einer Farbe sehen und die vielen einzelnen wunderschönen Farben nicht wahrnehmen. Ich denke, ich kann es mit einem Schleier vergleichen. Es war so, als wenn ein ständiger Schleier mir die Sicht vernebelt.

Das Schlimme ist, sind wir erst einmal in diesem Kreislauf drin, dauert es oft seine Zeit, bis wir erkennen, dass sich etwas verändert hat. Danach stellen wir langsam fest, dass es uns nicht gut tut. Leider ist es dann oft schon zu eingefahren. Ich bin der festen Überzeugung, dass unser Denken starken Einfluss auf unser Befinden und unseren Gemütszustand nimmt. Ich mache im Moment die Erfahrungen, wenn ich meine Denkweise Stück für Stück ändern kann, geht es mir besser. Ich möchte euch ehrlicherweise dazu sagen, es ist nicht so einfach eine über Jahre angeeignete negative Denkweise zu verändern. Doch es funktioniert. Ich versuche es mir ständig wieder vor Augen zu führen, auch wenn es einmal nicht funktioniert. Genau jetzt sind wir wieder beim Thema Wahrnehmung und Achtsamkeit. Es kommt immer darauf an was und wie wir es wahrnehmen. Natürlich können Dinge mal nicht so gut funktionieren, doch ist es wichtig auch die Situationen zu erkennen in den es funktioniert. In diesen Situationen können wir stolz auf uns sein und unseren Erfolg genießen.

Jeder einzelne von uns sollte sich wieder mehr auf sich konzentrieren. Das hat nichts mit Egoismus zu tun, sondern einzig und allein mit Wertschätzung uns selbst gegenüber. Warum ständig für andere da sein, wo doch von den meisten eh nichts zurück kommt? Damit muss Schluss sein. Bitte nicht falsch verstehen, ich meine damit nicht, dass wir ohne Rücksicht auf Verluste nur noch auf uns achten und alle anderen links liegen lassen. So soll es nicht sein, doch wir sollten achtsam sein und genau schauen, wer tut uns gut, wer meint es ernst, was mag ich, was fühlt sich schön an und was macht mich glücklich. Es geht darum unseren Körper und unsere Seele ernst zu nehmen. Wir müssen damit beginnen uns kleine Auszeiten oder nennen wir es mal Wohlfühlstunden in unserem Leben einzurichten.


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